Bundesliga Köln schlägt Angstgegner Hannover

Aufsteiger im Höhenflug: Der 1. FC Köln ist in der Bundesliga weiter auf Erfolgskurs. Die Mannschaft von Christoph Daum gewann zum ersten Mal nach langer Zeit wieder gegen Hannover 96. Köln schob sich mit dem Sieg auf Tabellenplatz sechs vor, Hannover tritt weiter auf der Stelle.


Hamburg - Neuzugang Wilfried Sanou lässt die Fans des 1. FC Köln vom Uefa-Cup träumen. Der Mittelfeldspieler erzielte 15 Minuten nach seiner Einwechslung das Siegtor zum 2:1 (1:1) des Aufsteigers gegen Angstgegner Hannover 96. Die Mannschaft von Trainer Christoph Daum rückte dadurch mit nun 19 Punkten zumindest bis Samstag auf den sechsten Platz vor. Für Köln war es zugleich der erste Heimsieg seit 3:1-Erfolg aus dem Jahr 1999 in der Zweiten Liga gegen Hannover.

Die Niedersachsen mussten eine Woche nach dem überzeugenden 3:0 gegen den Hamburger SV auswärts wieder einmal eine Enttäuschung hinnehmen. Zudem sah Jiri Stajner wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte (89.). Nach sechs Auswärtsspielen haben die Hannoveraner nur einen Zähler auf dem Konto. Entsprechend gefrustet waren sie und haderten mit dem Schiedsrichter. "Fakt ist, dass Herr Sippel das Spiel heute nicht im Griff hatte. Er hat mit seinen Entscheidungen Hektik in die Partie gebracht, von der wir uns leider haben anstecken lassen", sagte 96-Profi Hanno Balitsch.

Dabei hatte das Spiel für die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking sehr gut begonnen. Jan Schlaudraff brachte die Gäste mit seinem vierten Saisontor in Führung (15.). Doch Köln gelang durch den brasilianischen Innenverteidiger Pedro Geromel noch vor der Pause das 1:1 (42.). Für Geromel war es das erste Bundesligator. "Im Spiel war es ganz, ganz schwierig, aber wir sind über die Standardsituationen wieder ins Spiel und letztlich zum Sieg gekommen", sagte Daum.

Beide Trainer ließen gegenüber den Erfolgen vom vergangenen Wochenende nahezu unveränderte Teams starten. Während Daum für den verletzten Marvin Matip Nemanja Vucicevic brachte, konnte Hecking wieder auf Innenverteidiger Frank Fahrenhorst zurückgreifen.

Hannover zeigte über weite Strecken der ersten Hälfte die bessere Spielanlage und stellte auch die besseren Einzelspieler. Die Führung durch den 16-Meter-Schuss von Schlaudraff war hochverdient, Stajner (35.) und Mikael Forssell (37.) hätten diese noch ausbauen können. Stattdessen fiel der Ausgleich für Köln, der Proteste bei den Gästen auslöste. Nach einer Ecke von Miso Brecko und einem Kopfball von Youssef Mohamad leitete Geromel den Ball mit der Hacke über die Linie. Hannovers Szabolcs Huszti konnte den Ball nur noch hinter der Torlinie wegschlagen. "Das Tor war korrekt", sagte Hecking.

In der zweiten Hälfte sahen die Fans ein wesentlich offeneres Spiel, weil die Kölner offenbar vom Ausgleich beflügelt waren. Sanou traf in der 72. Minute mit einem abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze, der Ball trudelte über die Linie. Allerdings hatten die Kölner Glück, dass Huszti mit einem Freistoß aus 22 Metern nur die Latte des Kölner Tores traf.

ulz/sid/dpa



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