Bundesliga-Kommentar Die Bayern kommen!

Obwohl der FC Bayern München in dieser Saison bereits neun Niederlagen kassiert hat, greift der Abonnementsmeister nach dem 31. Spieltag wieder mit sehr guten Chancen im Titelkampf an.

Von Till Schwertfeger


Minimaler Einsatz, maximaler Erfolg: Die Bayern machen jetzt ernst
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Minimaler Einsatz, maximaler Erfolg: Die Bayern machen jetzt ernst

Wenn Bayern-Kapitän Paul Breitner Anfang der achtziger Jahre die Ärmel seines roten Jerseys hochkrempelte, musste die Bundesliga-Konkurrenz mit dem schlimmsten rechnen. Münchens Trikotsponsor "Magirus Deutz" warb mit dem Slogan "Die Bullen kommen", auf dem Platz flößten Breitner, Augenthaler, Rummenigge & Co. den Gegnern gehörigen Respekt ein. Geduldig waren sie und nutzten eiskalt die Schwächen der Gegner aus. Ihr Erfolgsrezept hieß Effizienz.


Aus sehr wenig sehr viel gemacht


Einundzwanzig Bundesliga-Spielzeiten und elf Münchner Meistertitel später stellt Freiburgs hochgelobter Fußballlehrer Volker Finke nach der 0:1-Niederlage seiner Elf im Olympiastadion fest: "Bayern hat aus sehr wenig sehr viel gemacht. Das zeichnet sie aus." Wie vor einer Woche beim 2:0-Auswärtssieg in Frankfurt trat der Titelverteidiger nach bisher bescheidener Bundesliga-Saison so konzentriert, clever und abgeklärt auf, dass Tabellenführer Schalke, spielerisch das beste Team dieser Spielzeit, jetzt Nerven zeigt: Nach dem 1:1 beim Tabellenletzten VfL Bochum ist der Vorsprung der Stevens-Elf auf fünf Tore geschrumpft.

Nach der Revanche gegen Manchester, vor dem Klassiker gegen Real Madrid hat der FC Bayern einfach seine "Hausaufgaben gemacht, obwohl Madrid allgegenwärtig ist", fasst Mehmet Scholl, in den letzten drei Partien jeweils Schütze eines wichtigen Tores, nüchtern und selbstbewusst zusammen.


Effenberg wie Breitner


Das übergeordnete Ziel der Münchner bleibt der Sieg in der Champions League, doch kurz vor Saisonende haben sich die Bayern-Spielern offensichtlich vorgenommen, auch den nationalen Titel zu gewinnen. "Wenn wir am nächsten Samstag in Leverkusen gewinnen, bin ich mir sicher, dass wir auch Meister werden", fokussiert Torhüter Oliver Kahn die Ambitionen.

Wie früher Breitner macht der heutige Mannschaftsführer Stefan Effenberg auch außerhalb des Platzes klar, dass die Bayern kommen. "Letzte Saison haben wir Leverkusen noch abgefangen. Und wir werden wieder bis zur letzten Sekunde beißen."

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