Bundesliga Leverkusen stürmt nach Sieg gegen Bremen an die Spitze

Starke Leistung in Bremen: Bayer Leverkusen steht nach einem klaren Sieg wieder auf Platz eins in der Bundesliga. Doch auch die Verfolger Schalke und Wolfsburg waren erfolgreich - nur im Kellerduell zwischen Bielefeld und Cottbus wurden die Punkte geteilt.


Hamburg - Bayer Leverkusen hat zumindest für 24 Stunden wieder die Tabellenführung übernommen. Dank einer starken Leistung bei Werder Bremen siegte die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia verdient 2:0 (0:0). "Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war toll. Wir haben in der Abwehr sehr gut gestanden und kaum Chancen zugelassen. Und vorne haben wir auf unsere Chance gewartet. Wir haben bislang in dieser Saison sehr gut gespielt und können das gut werten. Gegen ein Stück weit Euphorie ist nichts auszusetzen. Wir wissen aber auch, wo wir herkommen", erklärte Labbadia.

Der Vizemeister hingegen kassierte seine erste Heimniederlage und verliert immer mehr den Kontakt zum oberen Tabellendrittel. "Wir haben zu wenig Punkte. Natürlich ist das eine Krise, da muss man nicht drumrumreden. Im Moment reicht das nicht, wie wir spielen", analysierte Werders Sportchef Klaus Allofs.

Vor 37.142 Zuschauern im Weserstadion gelang Mittelfeldspieler Arturo Vidal in der 71. Minute der Führungstreffer. Der Chilene schob den Ball nach einem Fangfehler von Werder Bremens Ersatztorhüter Christian Vander aus kurzer Distanz über die Linie. Nach einem erneuten Durcheinander in der Bremer Hintermannschaft sorgte der Ex-Bremer Manuel Friedrich in der 81. Minute für den Endstand. Bremens Trainer Thomas Schaaf sagte im Anschluss: "Wir bringen unser Spiel nicht durch und machen immer wieder die gleichen Fehler. Wir müssen nun Ruhe bewahren. Wir haben momentan nur ein Ziel, und das ist das nächste Spiel."

Schalke 04 hat wieder Anschluss an die Spitzengruppe der Tabelle hergestellt. Die Königsblauen setzten sich 3:0 (2:0) beim Karlsruher SC durch und konnten nach zuletzt vier Partien ohne Sieg wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Kapitän Marcelo Bordon (15.), Stürmer Kevin Kuranyi (19.) und der Peruaner Jefferson Farfan (67.) trafen gegen den KSC, bei dem Kapitän Maik Franz wegen unsportlichen Verhaltens die Gelb-Rote Karte (56.) sah. "Anhand dieser Sache darf der Schiedsrichter ihn nicht vom Platz stellen", erklärte KSC-Trainer Edmund Becker. Schiedsrichter Fandel interpretierte eine Geste von Franz als Regelwidrigkeit. Unklar blieb, ob Franz die Zuschauer motivieren wollte, oder ob seine Aktion der Schalker Bank galt. Nach seiner Hinausstellung zertrat Franz beim Hinauslaufen einen Stuhl. Doch das war nicht der entscheidende Grund für die Niederlage: "Wir waren zu zögerlich, das hat Schalke in die Karten gespielt. Natürlich ist das jetzt eine schwierige Zeit", so Becker.

Vor 29.164 Zuschauern im Wildparkstadion waren die Gäste in der Anfangsphase klar überlegen. Schon nach 45 Sekunden scheiterte Kuranyi nach einem Alleingang an Torwart Markus Miller. Auch der Türke Halil Altintop (3.), Nationalspieler Jermaine Jones (8.), Kuranyi (10.) und der Kroate Ivan Rakitic (14.) konnten den Torhüter zunächst nicht überwinden.

Eine Minute später war aber auch Miller beim zweiten Saisontor des Brasilianers Bordon machtlos. In der 19. Minute bauten die Königsblauen ihren Vorsprung aus. Beim Kopfball Kuranyis, der zum fünften Mal in dieser Spielzeit traf, machte Miller eine unglückliche Figur. "Wir haben gewusst, wenn wir so weiterspielen, kommen die Ergebnisse. Das war ein kleiner Schritt heute", sagte Schalkes Innenverteidiger Heiko Westermann.

Borussia Mönchengladbach verlor im zweiten Spiel unter Trainer Hans Meyer 0:3 (0:1) beim VfL Wolfsburg und kassierte die siebte Saisonniederlage. Für die Mannschaft von Trainer Felix Magath trafen Torjäger Grafite (40.) und Zvjezdan Misimovic (75.) jeweils per Foulelfmeter sowie Abwehrspieler Alexander Madlung (55.). Zum Pechvogel der Gladbacher avancierte Torwart Frederic Löhe, der in seinem ersten Bundesligaspiel den Strafstoß gegen Grafite verschuldete. Meyer hatte dem 20-jährigen Debütanten den Vorzug vor Christofer Heimeroth gegeben.

Fünf Minuten vor der Pause sorgte Grafite für die verdiente Führung der Platzherren. Nachdem er von Löhe am Fünf-Meter-Raum von den Beinen geholt worden war, verwandelte der Brasilianer den fälligen Strafstoß sicher. Nach dem Seitenwechsel blieben die Gastgeber spielbestimmend.

Madlung war zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff erfolgreich, als er bei einem Freistoß durch Misimovic mit nach vorne gerückt war und den Ball unhaltbar für Löhe einköpfte. Eine Viertelstunde vor Spielende erhöhte Misimovic selbst durch den zweiten Elfmeter des Abends sogar auf 3:0. "Es war wichtig, dass wir gezeigt haben, dass wir auch zu Null spielen können. Das gibt Sicherheit", sagte VfL-Trainer Felix Magath nach dem Spiel.

Torjäger Artur Wichniarek hat Arminia Bielefeld vor dem Sturz auf einen Abstiegsplatz bewahrt. Der Pole traf beim 1:1 (0:1) gegen die Lausitzer in der 63. Minute zum Ausgleich. Die Arminia, die nun seit fünf Spielen ohne Sieg ist, steckt mit acht Punkten dennoch tief im Tabellenkeller. "Dieses Spiel hätten wir gewinnen müssen, schließlich hat Cottbus so gut wie nicht stattgefunden", sagte Bielefelds Geschäftsführer Roland Kentsch nach dem Schlusspfiff: "Aber am Ende müssen wir angesichts des frühen Rückstands mit dem einen Punkt zufrieden sein."

Cottbus punktete erstmals nach drei Niederlagen in Folge, bleibt mit sechs Zählern aber weiterhin Tabellenletzter. Dimitar Rangelov hatte die Gäste in der 31. Minute in Führung gebracht und vom zweiten Auswärtssieg der Saison träumen lassen. Der Bulgare sah in der 44. Minute allerdings die Gelb-Rote Karte. Nur 18.200 Zuschauer sahen eine schwache erste Halbzeit, in der Rangelov nach Fehler von Bielefelds Radim Kucera und schöner Flanke des Ex-Bielefelders Erwin Skela sein drittes Tor innerhalb von vier Tagen erzielte.

jar/sid



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