Niederlage gegen Hertha Kalou reißt Mönchengladbach in die Krise

Der Negativlauf hält an: Mönchengladbach hat auch in Berlin das Nachsehen. Trainer Schubert muss sich über eine zu späte Einwechslung ärgern, Hertha bejubelt seinen Dreifachtorschützen.

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Seit fünf Spielen nicht mehr gewonnen, und seither auch kein Tor mehr geschossen: Borussia Mönchengladbach steckt nach der 0:3 (0:2)-Niederlage bei Hertha BSC weiter in der Krise. Mit erst zwölf Punkten nach zehn Partien steht der Champions-League-Vertreter nur im Tabellenmittelfeld der Bundesliga. Hertha springt dank eines Dreierpacks von Salomon Kalou (18. Minute/30./84.) vorübergehend auf Platz drei (20 Punkte).

Die Berliner gingen mit einer Erfolgsbilanz von vier gewonnenen Heimspielen in die Partie. Mönchengladbach setzte seine Hoffnung vor allem auf Top-Star Raffael. Der lange verletzte Angreifer sollte den Negativlauf seines Teams stoppen; bei seinem bisher letzten Liga-Einsatz am dritten Spieltag hatte Raffael zwei Treffer beim 4:1-Erfolg gegen Werder Bremen erzielt.

Der erste kleinere Aufreger der Partie kam allerdings nicht von Raffael, sondern Herthas Maximilian Mittelstädt. Der Fernschuss des Verteidigers stellte Schlussmann Yann Sommer allerdings vor keine Probleme (9.). Die Berliner hatten anfangs viel Ballbesitz und wirkten etwas dominanter. Aber auch Mönchengladbach versteckte sich nicht und kam nach Kontern zu Chancen: In der zwölften Minute sorgte Tobias Strobl mit einem Kopfball aus kurzer Distanz für Gefahr.

Schubert reagiert nach Herrmanns Verletzung zu spät

Danach häuften sich kleinere Gelegenheiten für die Borussia, die besonders über die rechte Seite von Patrick Herrmann in die Nähe des Strafraums gelangte. Den ersten Treffer erzielte jedoch Hertha nach einem Fehler des Gegners im Spielaufbau. Nach präziser Flanke von Mitchell Weiser hatte Kalou frei stehend keine Mühe, den Ball per Kopf im Tor unterzubringen (18.). Danach blieben die Hausherren das aktivere Team - und trafen zum 2:0.

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Mönchengladbach-Pleite in Berlin: Im freien Fall

Nach einer erneuten Nachlässigkeit der Mönchengladbacher durfte wieder Kalou jubeln (33.). Nico Elvedi, der bereits beim ersten Treffer schlecht aussah, hatte Herthas Angreifer den Ball mit einem fehlgeschlagenen Klärungsversuch perfekt in den Lauf serviert. Bereits wenige Minuten zuvor hatte die Borussia einen weiteren Schock erlitten: Bei einem Zweikampf fiel Vedad Ibisevic unglücklich auf Herrmann, der sich bei der Aktion verletzte und ausgewechselt werden musste (30.). Danach dauerte es vier Minuten bis Trainer André Schubert mit der Einwechslung von Fabian Johnson reagierte. Zu spät: Das 0:2 kassierte Mönchengladbach unnötig in Unterzahl.

Und es kam sogar noch schlimmer: In der 39. Minute sah Christoph Kramer für ein Foul am Mittelkreis die Gelb-Rote-Karte. Für die Borussia war das Spiel bereits zur Pause entschieden.

Die zweite Hälfte verlief fast ohne Ereignisse. In der 59. Minute hatte Ibisevic mit einem Kopfball die Chance auf den dritten Berliner Treffer, doch Sommer reagierte gut. Bei Mönchengladbach vergaben Jannik Vestergaard (76.) und Lars Stindl (78.) gute Möglichkeiten auf den Anschluss. Meist blieb ihr Team aber hinter dem Ball, setzte auf Absicherung und versuchte so, eine höhere Niederlage zu vermeiden. Das gelang fast, aber Kalou traf auch noch ein drittes Mal (84.).

Hertha BSC - Borussia Mönchengladbach 3:0 (2:0)
1:0 Kalou (18.)
2:0 Kalou (30.)
3:0 Kalou (84.)
Berlin: Jarstein - Pekarik, Niklas Stark, Brooks, Mittelstädt - Lustenberger, Skjelbred (56. Allan) - Weiser, Kalou (86. Kurt), Haraguchi (71. Schieber) - Ibisevic
Mönchengladbach: Sommer - Jantschke, Vestergaard, Elvedi - Hofmann (85. Hazard), Strobl (46. Korb), Kramer, Wendt - Stindl - Herrmann (34. F. Johnson), Raffael
Gelbe Karten: Stark, Mittelstädt - Wendt, Strobl
Gelb-Rote-Karten: Kramer
Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)
Zuschauer: 51.934

jan



insgesamt 24 Beiträge
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Wunderläufer 04.11.2016
1. Schubert
Schubert auf den Spuren des späten Favre. Diese Saison ist gelaufen. Schade
arter 04.11.2016
2. Perspektive der Berichterstattung
Warum müssen die Beiträge bei Spon das Geschehen eigentlich immer aus der Perspektive der Provinzclubs darstellen? Ist es so uninteressant, aus der Sicht eines erfolgreichen Hauptstadtclubs zu berichten? Wen kümmert denn das Leiden der Fohlen?
retterdernation 04.11.2016
3. Dreierpacker ...
trifft es wohl am besten :-))). Kalou ist zurück und hat wieder den alten Move. Super (ganz ohne Wahrscheinlichkeitsrechnung, grins). Das war in der ersten halben Stunde eine ganz starke Leistung der Berliner, in der sie krass den Ballführenden Spieler der Gladbacher unter Druck setzten und damit die Grundlage für den Sieg legten. Das hohe Tempo dabei machte den Gladbachern sichtlich zu schaffen. Das internationale Geschäft bedingt halt einen großen Kader, den die Rheinländer offensichtlich nicht haben. Hermanns schwere Verletzung und den Kramer Platzverweis kamen der Hertha natürlich entgegen. Alles in allem ein sehr entspannter Auftakt in das Fußball-Wochenende für uns Berliner. 20 Punkte auf der Habenseite vor der Länderspielpause lassen natürlich auf mehr hoffen. Wunderbar!
morbidesdesinteresse 04.11.2016
4. Später Favre
Vereine mit ungeduldigem Umfeld lassen Trainer schneller fallen als ein von starker Dankbarkeit geprägtes Management/Umfeld. Eine Saison is nach 10 Spieltagen und 12 Punkten tatsächlich gelaufen, konsequent wäre es Herrn Schubert zu feuern, Neururer einzustellen. Darauf folgend bitte absteigen. ODER ... Ruhe bewahren, den internationalen Wettbewerb zu genießen, an die Letzten 20 Jahre zu denken (2.Liga usw.), den Trainer mal machen lassen und nach Derby wieder fit zu sein. Achja... Nizza is Erster in der Ligue1 - oder is dat noch der Frühe Favre
ttell 05.11.2016
5. Sorry,
aber das ist Blödsinn. In der Meisterschaft sind noch viele Punkte zu vergeben, und außerdem tanzt Gladbach noch auf zwei anderen Hochzeiten...
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