»Das Bitterste am ganzen Abend« Leverkusens Amiri im Spiel gegen Union offenbar rassistisch beleidigt

Nach der Pleite bei Union Berlin berichtet Leverkusen-Profi Jonathan Tah von einer rassistischen Attacke auf einen Teamkollegen: Nadiem Amiri sei wegen der Herkunft seiner Eltern beleidigt worden.
Nadiem Amiri (M.) von Bayer Leverkusen

Nadiem Amiri (M.) von Bayer Leverkusen

Foto: Andreas Gora / dpa

Der deutsche Fußballnationalspieler Nadiem Amiri von Bayer Leverkusen ist der Aussage seines Teamkollegen Jonathan Tah zufolge bei der Partie beim 1. FC Union Berlin rassistisch beleidigt worden. »Es gab Diskussionen, und dann ist der Begriff ›Scheiß-Afghane‹ gefallen«, sagte Tah nach dem 0:1 in der Bundesliga beim Hauptstadtklub bei DAZN. »Das will ich hier mit aller Deutlichkeit sagen, dass das hier nicht hingehört.«

Die Aussage auf dem Platz sei »das Bitterste am ganzen Abend«, sagte Tah. »Das funktioniert so nicht, ich hoffe, dass das irgendwie Konsequenzen hat.« Es sei sehr bitter, dass Amiri wegen der Herkunft seiner Eltern »beleidigt« worden sei. Unklar blieb zunächst, von wem die Attacke gekommen ist.

Union-Pressesprecher Christian Arbeit machte bei der Pressekonferenz klar, dass Union grundsätzlich gegen Rassismus eintrete. Berlins Trainer Urs Fischer versuchte, auf dem Feld mit Amiri zu reden. Wenn Amiri beleidigt worden sei, entschuldige er sich dafür, betonte der Schweizer. Er habe es selbst nicht direkt mitbekommen, sondern nur etwas vom »Hörensagen«, sagte Fischer. Er habe dabei gehört, dass Wörter auf beiden Seiten gefallen seien, »die nichts auf dem Fußballplatz verloren haben«.

Nach dem Abpfiff der Partie war zu sehen, dass es Diskussionen zwischen Spielern von Berlin und Leverkusen auf dem Feld gab. Amiris Teamkollege Kerem Demirbay irritierte mit seiner Aussage und sagte, er wolle sich zu der Szene »aus Respekt« vor seinen Gegenspielern nicht äußern: »Was auf dem Platz ist, bleibt auf dem Platz.« Deutlicher wurde Bayer-Coach Peter Bosz, er sagte, dass so etwas niemals auf einem Fußballplatz passieren dürfe.

jan/dpa