Bundesliganoten Die Rückkehr des Weltmeisters

Der VfL Wolfsburg hat in der Rückrunde wie ein Absteiger gespielt. Aber André Schürrle hat nach der Winterpause mehr Tore erzielt als Aubameyang. Hier sind alle SPIX-Rankings des 34. Spieltags.

André Schürrle
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André Schürrle

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Tor

Für Ron-Robert Zieler war es das letzte Spiel für Hannover 96. Der Keeper will den Absteiger verlassen. Zum Abschied durfte der Nationalspieler beim FC Bayern zeigen, was er kann. Zu einem Sieg beim Deutschen Meister reichte das bei Weitem nicht, Hannover verlor 1:3. Aber dennoch war die individuelle Leistung Zielers beachtlich: Nicht weniger als acht Paraden zeigte Zieler. Sechs davon gegen Schüsse, die Bayern aus dem Strafraum abgab. Das ist doppelt so viel wie jeder andere Schlussmann der Bundesliga an diesem Spieltag. So erklärt sich Zielers Spitzenposition. Auch wenn die Paraden des Bremers Felix Wiedwald im Abstiegsendspiel gegen Frankfurt sportlich größere Relevanz hatten.

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Innenverteidigung

Wer wollte Papy Djilobodji die Nominierung in die letzte SPIX-Spieltagself der Saison verwehren? Der Bremer Innenverteidiger erzielte kurz vor Schluss das entscheidende Tor, das seinem Verein den Klassenerhalt sicherte. Dazu spielte Werder noch zu null. Was kann man von einem Abwehrspieler noch erwarten? Vielleicht, dass er alle seine Kopfballduelle gewinnt? Djilobodji gewann sie. Dass er im Angriffsdrittel mehr Pässe an den Mann bringt als alle anderen Verteidiger der Bundesliga, außer Mats Hummels? Auch diese Voraussetzung erfüllte der Bremer. Interessant war der Kampf um den zweitbesten Verteidiger des Spieltags: Naldo setzte sich knapp gegen Joel Matip durch. Der zum FC Schalke wechselnde Abwehrchef war also etwas besser als der den FC Schalke verlassende Abwehrchef. Eins zu null für Christian Heidel.

Außenverteidigung

Zwei Spieler des VfL Wolfsburg haben auf der Position des Außenverteidigers den Sprung in die SPIX-Elf geschafft. Das haben wir in der Rückrunde nicht oft schreiben können. Dass die Formkurve des Pokalsiegers von 2015 am Ende der Saison wieder nach oben zeigte und der VfL die Spielzeit mit zwei Siegen beendete, ändert nichts an der negativen Gesamtbewertung des Jahres. Aber es gereicht den Wölfen zur Ehre, dass sie den Abstiegskampf nicht verzerrt haben, sondern den VfB Stuttgart souverän besiegten. Die Leistung von Linksverteidiger Marcel Schäfer war besonders hervorzuheben: Er bereitete das frühe 1:0 vor. Dass sein Gegenspieler Timo Werner schon nach einer halben Stunde ausgewechselt wurde, ist ebenfalls kein schlechtes Zeichen. Vierinha blieb auf der anderen Seite Sieger gegen Stuttgarts gefährlichsten Spieler, Filip Kostic.

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Mittelfeld defensiv

Ein statistischer Wert, der am Bundesligawochenende auffiel, waren die 216 Ballkontakte, die Dortmunds Julian Weigl bis zu seiner Auswechslung in der 84. Minute gegen Köln verzeichnete. Im Schnitt hatte der BVB-Sechser alle 23 Sekunden den Ball. So phänomenal das klingt: Der SPIX misst nicht einfach nur, wer am häufigsten den Ball hatte. Sondern auch, was er damit machte. Und in dieser Hinsicht haben zwei andere defensive Mittelfeldspieler Weigl an diesem Spieltag noch übertroffen. Granit Xhaka mag in Darmstadt sein letztes Spiel für Borussia Mönchengladbach bestritten haben. Der Schweizer soll vor einem Wechsel zu einem größeren Klub stehen. Warum er so begehrt ist, war am Böllenfalltor zu sehen. Xhakas perfekt dosierter Steilpass in den Lauf von Thorgan Hazard, der daraufhin das 0:1 erzielte, war wunderschön. Wolfsburgs Maximilian Arnold machte über 90 Minuten nicht ganz so ein beeindruckendes Spiel wie Xhaka, was auch daran lag, dass die Wölfe nicht so dominant auftraten wie die Borussia. Dafür erzielte Arnold selbst das wichtige 1:0 gegen Stuttgart.

Mittelfeld außen

Wenn man entscheiden sollte, wer der Spieler der Saison bei Borussia Dortmund war, hat man die Qual der Wahl. Pierre-Emerick Aubameyang? Henrich Mchitarjan? Ilkay Gündogan? Mats Hummels? Julian Weigl? Für alle gäbe es gute Argumente. Der Name Moritz Leitner wird auf keiner Liste auftauchen. Nur in zwei Pflichtspielen der Saison kam er in der Startelf zum Einsatz. Leitner spielte in der Hinrunde oft sogar in der Regionalligamannschaft des BVB. Aber nach seiner Einwechslung am Samstag gegen Köln deutete er mal wieder an, warum er bei 1860 München einst als Riesentalent gehandelt wurde. Das muss Leroy Sané niemandem mehr beweisen. Der Schalker erzielte in Hoffenheim sein achtes Saisontor in der Bundesliga und ließ auch seine sonstigen Qualitäten erkennen: Technisch feine Dribblings paarten sich mit physisch eindrucksvollen Ballgewinnen.

Mittelfeld offensiv

Mario Götze ist wirklich nicht zu beneiden. Da darf er zum Abschied seines Trainers Josep Guardiola, mit dem ihn eine schwierige Beziehung verband, endlich mal wieder spielen und erzielt auch noch zwei Tore. Aber reicht das für die SPIX-Elf der Woche? Nein! Denn es gab einen offensiven Mittelfeldspieler, der war noch erfolgreicher als er: Michael Gregoritsch. Der erzielte nämlich auch zwei Tore, bereitete aber dazu auch noch das dritte Tor seines HSV beim FC Augsburg mit einer Ecke vor. Zwei Tore in einem Spiel: Das war Gregoritsch zuletzt 2013 in der Regionalliga Nord gelungen, als er für die U23 des FC St. Pauli zweimal bei Eintracht Norderstedt traf. Drei Scorerpunkte in einem Spiel sind aber über alle Ligen hinweg eine Premiere für den Österreicher. Willkommen in der SPIX-Elf!

Angriff

In der Rückrundentabelle der Bundesliga liegt der VfL Wolfsburg auf Platz 14, nur einen Punkt vor den Abstiegsrängen. Wenn man sich die Bilanz von André Schürrle ansieht, mag man das gar nicht glauben: In der Hinrunde ohne ein einziges Tor, erzielte Schürrle nach der Winterpause neun Treffer. Zur Einordnung: Das sind zwei Tore mehr, als Pierre-Emerick Aubameyang nach Weihnachten erzielte. Im Spiel gegen den VfB Stuttgart traf Schürrle erneut zweimal. Damit schoss er die Schwaben in die zweite Liga. Jenseits seiner beiden Treffer steuerte Schürrle nicht viel zum Spiel bei. Aber wenn ein Stürmer an Toren gemessen wird, dann kann man ihn jedenfalls nicht primär für den Niedergang des VfL verantwortlich machen.


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Die SPON11

Und das ist die Elf des 34. Spieltags in der taktischen Aufstellung.

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
minimax1965 16.05.2016
1. Ich finde den Spix pseudo-objektiv
Wolfsburg besiegt din wahrscheinlich schlechteste Mannschaft der letzten Wochen und fünf Spieler stehen in der Top-Elf! Auffällig finde ich auch, dass Spieler aus der unteren Tabellenhälfte regelmäßig überproportional vertreten sind. Das erscheint mir alles noch nicht wirklich ausgereift.
Paul 57 16.05.2016
2. Welche Kriterien
Diese Reihenfolge ist fraglich, amüsant und ..... Bitte Fakten und Informationen.
watch out 16.05.2016
3. Der Alte Fritz
Auch ohne grün-weiße Brille: Fritz war überragend!!
meyerint 16.05.2016
4. hahaga
Die Mannschaft mit den mit weitem Abstand wenigsten Gegentoren hat nur einen mittelmässigen Torwart und die schlechtesten Verteidiger , stimmt das wirklich ?
Bueckstueck 16.05.2016
5.
Zitat von minimax1965Wolfsburg besiegt din wahrscheinlich schlechteste Mannschaft der letzten Wochen und fünf Spieler stehen in der Top-Elf! Auffällig finde ich auch, dass Spieler aus der unteren Tabellenhälfte regelmäßig überproportional vertreten sind. Das erscheint mir alles noch nicht wirklich ausgereift.
Hast du echt im er noch nicht kapiert, dass es um ein Ranking für den jeweiligen Spieltag geht? Wer gegen wen spielt, ist absolut irrelevant. Es zählt alleine die individuelle Leistung an diesem Spieltag. Und das Kellerkinder gut vertreten wären, dürfte alleine daran liegen, dass die halt auch bissel mehr zu tun haben als etwa ein Verteidiger des FC Bayern. Andersrum wirst du seltener Stürmer von Kellerkindern ganz vorne sehen, weil die ihrerseits wenig zu tun kriegen während die Mannschaft vollauf damit beschäftigt ist nicht zu viele Tore zu fangen.
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