Bundesliga-Noten Das ist die Top-Elf des 12. Spieltags

Eine Mischung aus Siegerlächeln und Zähneknirschen: In der Top-Elf stehen neben siegreichen Bayern und Leipzigern auch drei Spieler von Borussia Dortmund. Timo Werner ist der Spieler der Stunde.
Von Tobias Escher
Leipzigs Timo Werner trifft und trifft und trifft - und steht zum dritten Mal in Folge in der Elf des Spieltags

Leipzigs Timo Werner trifft und trifft und trifft - und steht zum dritten Mal in Folge in der Elf des Spieltags

Foto: Odd Andersen / AFP

Die meisten Zuschauer im Dortmunder Stadion hatten für die Leistung ihrer Mannschaft nur Zorn und Häme übrig. Ein Punkt gegen den Abstiegskandidaten aus Paderborn? Zu wenig für das Dortmunder Publikum, das von Titeln und Triumphen träumt. Obwohl Borussia Dortmund einen 0:3-Halbzeitstand noch in ein 3:3 drehen konnte, pfiff der Großteil der über 80.000 Zuschauer die Mannschaft aus.

Wieso stehen nach dieser vermeintlichen Enttäuschung dennoch drei Spieler von Borussia Dortmund in unserer Top-Elf? Unser Notensystem SPIX speist sich einzig aus statistischen Daten. Natürlich ziehen drei Gegentore die Noten der BVB-Akteure herunter. Allerdings gelangen ihnen auch drei Treffer.

Was ist der SPIX?

SPIEGEL ONLINE hat ein Instrument entwickelt, um die Leistung von Fußballern auch jenseits von persönlichen Eindrücken zu bewerten: den SPIX. Er basiert allein auf Spieldaten. In die Berechnung fließen die individuelle Leistung sowie die seiner Mannschaft ein. Das Besondere: Der SPIX erfasst Daten nicht einfach nur, er beurteilt ihre Relevanz und Qualität direkt mit. Details zum Modell finden Sie hier:

Nach der Pause trat der BVB dominant und zielstrebig auf. Das schlägt sich in den Noten der eingewechselten Spieler wieder: Es wird nur jene Spielzeit bewertet, in der sie auf dem Feld standen. Der zur Halbzeit eingewechselte Außenstürmer Achraf Hakimi etwa kann für sich ein Torverhältnis von 3:0 beanspruchen. Er steht ebenso in der Top-Elf wie Mats Hummels und Raphaël Guerreiro. Beide trieben nach der Pause ihr Team zum 3:3.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Das ist - allem Zorn der Fans zum Trotz - ein historisches Ereignis: Zum zweiten Mal in seiner Bundesliga-Geschichte drehte der BVB zu Hause einen 0:3-Pausenrückstand zu einem 3:3.

Eine Halbzeit lang musste der VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt in Unterzahl agieren und eine Führung verteidigen. 17 Schüsse gab die Eintracht im Spielverlauf ab. Dass kein einziger im Wolfsburger Tor landete, lag vornehmlich an Torhüter Koen Casteels. Neun Schüsse parierte er und kassierte beim 2:0-Erfolg kein Gegentor. Nachdem Ersatztorhüter Pavao Pervan den zuletzt verletzten Casteels gut vertreten hatte, untermauert Casteels mit diesem Comeback seinen Anspruch auf die Position des Wolfsburger Stammtorhüters.

115 Pässe spielte Mats Hummels am Wochenende - Saisonbestwert für den ehemaligen Nationalverteidiger. Der Dortmunder spielte dabei nicht nur Quer- und Rückpässe, sondern leitete gerade nach der Pause zahlreiche Angriffe ein. Mit seiner Vorlage zum 2:3 krönte er eine gute Leistung. Bayern Münchens Javi Martínez tat sich als Abräumer hervor: Er gewann beim 4:0-Erfolg in Düsseldorf vier Zweikämpfe und fing vier gegnerische Pässe ab. Das ergibt einen Spitzenwert im Bereich der Balleroberung.

Auch die Außenverteidiger Raphaël Guerreiro und Alphonso Davies verdanken ihren Platz in der Top-Elf ihren Balleroberungen. Dortmunds Guerreiro fing vier gegnerische Pässe ab, Bayern Münchens Davies gewann alle seine fünf Zweikämpfe. Für Davies ist es die zweite Top-Elf-Nominierung im zweiten Spiel unter Trainer Hansi Flick. Das hohe Pressing, das Flick fordert, scheint den Stärken des agilen Davies entgegenzukommen.

Noch beeindruckender sind Rani Khediras Werte im Bereich der Balleroberung. Neun Zweikämpfe konnte der Augsburger gewinnen. Beim 4:0-Erfolg über Hertha BSC sicherte er den Raum vor der Abwehr; hier lag zu Saisonbeginn noch eine Schwachstelle der Augsburger. Auch offensiv überzeugte Khedira: Er leitete den Treffer zum 3:0 ein.

Achraf Hakimi half seinen Dortmundern, einen 0:3-Rückstand zu einem 3:3-Unentschieden zu drehen. Als Außenstürmer kurbelte er das Offensivspiel an, er legte das 1:3 vor. Bayerns Serge Gnabry war gleich an zwei Treffern direkt beteiligt: Eins erzielte er selbst, eins bereitete er vor.

Die Saison von Emil Forsberg verlief bisher eher wechselhaft. Nachdem er bei RB Leipzig lange Zeit als unantastbar galt, setzte ihn der neue Trainer Julian Nagelsmann auch mal auf die Bank. Forsberg fremdelte noch etwas mit Nagelsmanns neuem System. Beim 4:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln gelang ihm der Durchbruch: Forsberg schoss viermal aufs Tor und erzielte zwei Treffer. Nach dem Spiel gab er seine Hoffnung zu Protokoll , jetzt wieder unumstrittener Stammspieler zu sein.

Eine Top-Elf ohne Timo Werner? Aktuell nicht denkbar. Der Leipziger steht am dritten Spieltag in Folge in der Elf des Tages. Sein Treffer gegen Köln war sein sechstes Tor in den vergangenen drei Spielen. Trainer Nagelsmann hat ein taktisches System um Werner gebastelt, in welchem dieser seine Stärken zur Geltung bringen kann. Ein Kuriosum ist die Nominierung von Andrej Kramaric: Seine Hoffenheimer verloren 1:5 gegen zehn Mainzer. Da Kramaric jedoch erst zur Halbzeit eingewechselt wurde und den einzigen Hoffenheimer Treffer erzielte, erreichte er einen hohen SPIX-Wert.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.