Bundesliganoten RB Leipzig überragt - die Top-Elf des Spieltags

André Schürrle und der BVB - das scheint endlich zu funktionieren. Robert Lewandowski bewies seine Weltklasse vor dem Tor. Doch das mit Abstand beste Team kommt aus Leipzig. Die SPIX-Rankings des 17. Spieltags.
Leipzigs Naby Keïta (Mitte)

Leipzigs Naby Keïta (Mitte)

Foto: Jens Meyer/ AP

"Jetzt brechen sie ein", dachten viele Fußballfans nach dem 0:3 gegen Bayern München. Zum Abschluss des Kalenderjahres 2016 verlor Leipzig nicht nur das Spitzenspiel gegen die Münchner. RB war derart chancenlos, dass Zweifel aufkamen an der Qualität der bis dahin großen Saisonüberraschung. Der 17. Spieltag hat nun gezeigt, dass solche Zweifel unberechtigt sind. Gleich vier Leipziger stehen in der SPON11. Den Anfang macht Péter Gulácsi. Der Torwart ragt zwar in keiner SPIX-Kategorie heraus, steht aber dafür fast überall im guten Bereich: Beim 3:0 gegen Frankfurt parierte er drei Schüsse, klärte Flanken, eilte aus dem Kasten. Das reicht für Platz eins, was auch daran lag, dass kein anderer Keeper eine Top-Leistung zeigte.

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Die Leipziger Marvin Compper und Willi Orban setzten an diesem Spieltag Maßstäbe in der Abwehr. Compper, weil er von allen Innenverteidigern die mit Abstand meisten zweiten Bälle eroberte und das Leipziger Führungstor erzielte. Orban, weil er in gleich mehreren Kategorien hervorragte, darunter im Kopfballspiel, den direkten Balleroberungen und Aktionen, die ins Angriffsdrittel führten. Bemerkenswert ist auch das untere Ende des Rankings. Dort finden sich gleich drei Verteidiger desselben Klubs: Bremens Lamine Sané, Robert Bauer und Niklas Moisander ließen beim 1:2 gegen Dortmund insgesamt 22 Abschlüsse zu, 15 davon aus dem eigenen Strafraum.

Zwei dieser Abschlüsse kamen von Lukasz Piszczek, einer davon brachte dem BVB den Sieg. Dass der Rechtsverteidiger in der SPON11 steht, liegt aber nicht allein an seinem Tor zum 2:1. Der 31-Jährige bereitete zwei weitere Abschlüsse vor, brachte den Ball siebenmal ins Angriffsdrittel und erreichte starke 20 Defensivaktionen. Hinter Piszczek liegt Benjamin Henrichs auf Rang zwei. Der 19-Jährige hat das Roger Schmidt'sche Vorwärtsverteidigen komplett verinnerlicht. Bei Leverkusen 3:1-Sieg über Hertha BSC fing Henrichs zehn Bälle ab, bevor sie einen Berliner erreichten. Das ist mit Abstand der Top-Wert des Spieltags. Dritter hinter Henrichs: Leipzigs Bernardo.

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Dass Naby Keïta im defensiven Mittelfeld auftaucht, müssen wir erklären. Denn auf dem Papier spielte der 21-Jährige RB-Profi - der vierte in der SPON11 - eigentlich im linken Mittelfeld. Die Spieldaten zeigen aber, dass Keïta eigentlich einen dritten Sechser gab, er war den eigenen Verteidigern im Durchschnitt näher als den Stürmern. Im Zentrum war Keïta dann, wie so oft, für den Gegner kaum zu stoppen. Er dribbelte, bereitete Chancen vor und verhinderte die der Eintracht. Neun eroberte zweite Bälle und drei abgefangene Pässe zeugen davon. Auf dem zweiten Platz folgt mit Diego Demme ein weiterer RB-Profi.

An neun Schüssen war Leverkusens Hakan Calhanoglu im Spiel gegen Hertha direkt beteiligt. Zur Einordnung: Das gesamte Berliner Team brachte es auf sieben Abschlüsse. Weil zwei seiner Versuche im Tor landeten, hat Calhanoglu seinen Platz in der SPON11 sicher. Auch dabei: Dortmunds Shinji Kagawa, der sich knapp vor Wolfsburgs Winterzugang Paul-Georges Ntep setzte.

Dass Tore allein nicht genügen, um eine Top-Platzierung im Ranking zu erreichen, zeigen die Beispiele Fin Bartels (Bremen) und Valentin Stocker (Berlin). Beide trafen zwar ins Tor, spielten aber sonst so mäßig, dass sie im Mittelfeld der Rangliste stehen.

Es war nicht der Spieltag der Zehner. Keinem offensiven Mittelfeldspieler gelang ein Treffer, nur einer schaffte eine Vorlage: Hoffenheims Nadiem Amiri war beim 2:0-Sieg in Augsburg aber nicht nur wegen seines Steilpasses auf Sandro Wagner vor dem ersten Tor wichtig. Kein Zehner brachte den Ball häufiger ins Angriffsdrittel, zudem überzeugte er bei der Arbeit gegen den Ball. Hinter Amiri folgt, natürlich, ein weiterer Leipziger: Marcel Sabitzer.

Einen besonders enttäuschenden Auftritt legte Weltmeister Thomas Müller hin. Obwohl er auf seiner Lieblingsposition als hängende Spitze ran durfte, blieb Müller beim 2:1-Sieg der Bayern in Freiburg ohne eigenen Abschluss. Noch bemerkenswerter: die sechs Ballverluste, die sich der 27-Jährige leistete. Es war der schwächste Wert aller Profis am 17. Spieltag.

Bayerns Last-minute-Erfolg in Freiburg war ein "Rückfall in die Dusel-Zeit". Einerseits. Er war aber auch der Nachweis der Weltklasse von Robert Lewandowski. Der Stürmerstar war zwar bei den Münchnern nicht besonders gut eingebunden, doch dafür war er mit einer Torquote von 50 Prozent (vier Schüsse, zwei Treffer) der effizienteste Angreifer des Spieltags. Und obwohl der SPIX die technische Qualität eines Tores nicht misst, und die war bei seinem 2:1 dramatisch hoch, bildet Lewandowski zum Abschluss der Hinrunde im Sturm eine Klasse für sich. Mit einigem Abstand folgt auf Platz zwei André Schürrle, der gegen Bremen seinen ersten Bundesligatreffer für Dortmund erzielte und damit Schalke-Held Guido Burgstaller ausstach.

Und das ist die Elf des 17. Spieltags in der taktischen Aufstellung.

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