Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des neunten Spieltags

Der Tabellenführer und das Schlusslicht ragten heraus: Borussia Mönchengladbach und der SC Paderborn stellen jeweils drei Spieler unserer Topelf. Bayerns Thiago stellte einen Defensivrekord auf.
Von Tobias Escher
Borussia Mönchengladbachs Marcus Thuram bejubelt den 4:2-Erfolg über Eintracht Frankfurt.

Borussia Mönchengladbachs Marcus Thuram bejubelt den 4:2-Erfolg über Eintracht Frankfurt.

Foto: Ina Fassbender / AFP

Die einen feiern die erfolgreiche Verteidigung der Tabellenführung. Die anderen freuen sich, den ersten Saisonsieg eingefahren und damit den Abstand auf den Vorletzten verringert zu haben. Borussia Mönchengladbach und der SC Paderborn befinden sich in zwei unterschiedlichen Gefühlswelten. Diese Woche stellen sie sechs Spieler unserer Topelf.

Der Grund hierfür liegt bei unserem Notensystem. Der SPIX speist sich allein aus statistischen Daten. Erfolgreiche Pässe, eingeleitete Torchancen, eroberte zweite Bälle: Alle diese Faktoren ergeben für jeden Spieler einen Wert, der mit allen anderen Bundesligaspielern auf derselben Position verglichen wird. Ob der Spieler für den FC Bayern, Paderborn oder Mönchengladbach kickt, ist unerheblich.

Die wichtigste Kennzahl im Fußball bleiben die Tore. Diese werden im SPIX besonders stark gewichtet. So waren acht der zehn Spieler unserer Topelf am Wochenende mindestens an einem Treffer direkt beteiligt.

Bei Torhütern steht nicht das Toreschießen im Vordergrund, sondern das Toreverhindern. So machte bei Paderborns 2:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf der Schlussmann den Unterschied. Während Düsseldorfs Keeper Zackary Steffen zwei (zugegebenermaßen kaum haltbare) Abschlüsse durchließ, zeigte Paderborns Torhüter Leopold Zingerle seine bisher stärkste Bundesligaleistung. Gleich drei Paraden der schwersten Kategorie gelangen ihm. Düsseldorf verzweifelte an Paderborns Schlussmann.

Auf der Innenverteidiger-Position haben zwei gänzlich unterschiedliche Spielertypen Bestnoten erzielt: Nico Elvedi (1,88 Meter, 78 Kilogramm) ist für einen Innenverteidiger eher schmächtig, dafür ist er technisch beschlagen. Bei Gladbachs 4:2-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt traf er per Kopf. Leverkusens Lars Bender wiederum ist zwar kleiner als Elvedi (1,85 Meter), wiegt aber auch mehr (82 Kilogramm). Er weiß, seinen Körper einzusetzen im Spiel gegen den Ball. Beim 2:2 gegen Werder Bremen gewann er alle seine Zweikämpfe und fing zudem zwei gegnerische Pässe ab.

Auf der Außenverteidiger-Position haben zwei Torschützen den Sprung in die Topelf geschafft. Oscar Wendt kurbelte das Offensivspiel seiner Gladbacher an, er war ständig in der Frankfurter Hälfte zu finden. Er traf genauso das Tor wie Leipzigs Lukas Klostermann, der nach einer Hereingabe erfolgreich war. Sein Treffer kam jedoch zu spät, RB verlor 1:2 gegen den SC Freiburg.

Der Spieler mit den meisten erfolgreichen Dribblings war an diesem Wochenende kein Flügelflitzer. Gleich sechsmal umkurvte Bayerns Sechser Thiago einen Gegenspieler - Bestwert. Doch nicht nur am Ball überragte der Spanier. 23 zweite Bälle gewann er, das ist Saisonrekord in dieser Statistik. Er half entscheidend mit, dass seine Bayern beim 2:1-Erfolg gegen Union Berlin die langen Bälle des Gegners erobern konnte.

Jean-Paul Boëtius hat eine neue Aufgabe. Der Mainzer Spielgestalter begann die Saison als Zehner. Nach schwachen Leistungen veränderte Trainer Sandro Schwarz das System seines Teams, Boëtius darf nun auf dem Flügel auflaufen. Das scheint ihm zu liegen: Beim 3:1-Sieg gegen Köln erzielte Boëtius einen Treffer und bereitete einen vor. Paderborns Kai Pröger tat sich am Samstag mit zwei Assists hervor.

Abdelhamid Sabiri traute sich einfach mal etwas. Sein wagemutiger Fernschuss bescherte Paderborn die 1:0-Führung gegen Düsseldorf. Auch sonst war Sabiris Spiel unorthodox: Mal tauchte er vor der eigenen Abwehr auf, mal rückte er weit nach vorne als zweiter Stürmer. Mit insgesamt sechs Torschüssen war er gegen Düsseldorf der auffälligste Spieler auf dem Platz. Ein rundum gelungenes Startelf-Debüt in der Bundesliga für den U21-Nationalspieler.

So langsam scheint Marcus Thuram in Mönchengladbach anzukommen. Nachdem er in seinen ersten sechs Pflichtspielen für Gladbach nur einen Treffer erzielen konnte, ist der Knoten mittlerweile geplatzt. In den vergangenen fünf Bundesligaspielen war er an sechs Treffern direkt beteiligt, gegen Frankfurt erzielte er den wichtigen Treffer zum 1:0. Lucas Alarios Treffer war nicht weniger bedeutend: Er rettete Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen mit seinem Tor zum 2:2 einen Punkt.