Bundesliga-Noten Borussia Dortmund dominiert die Topelf des ersten Spieltags

Düsseldorf freut sich über den neuen Torwart Zack Steffen. Marcel Sabitzer ist an vier Toren beteiligt. Und bei Borussia Dortmund haben es gleich sechs Profis in die beste Elf des ersten Spieltags geschafft.

Jadon Sancho rangiert mit Borussia Dortmund an der Tabellenspitze
Martin Meissner/AP

Jadon Sancho rangiert mit Borussia Dortmund an der Tabellenspitze

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Der erste Bundesligaspieltag der Saison 2019/2020 kam wie eine Bestätigung daher, dass der Kader des FC Bayern München mehr Qualität benötigt. Der Meister startete mit einem 2:2 gegen Hertha BSC, und in der SPIEGEL-Topelf steht kein Bayern-Spieler. Mittlerweile ist klar, dass dank der Zugänge Ivan Perisic und Philippe Coutinho die Startelf der Münchner in den kommenden Wochen anders aussehen wird (hier können Sie nachlesen, wie sich das Spiel der Bayern mit Coutinho verändern könnte).

Wie schon in den vergangenen Jahren werden mithilfe datenbasierter Noten die besten Akteure eines Spieltags ermittelt. Das Notensystem SPIX speist sich aus statistischen Daten wie erfolgreichen Pässen, gelungenen Dribblings oder abgefangenen Pässen und bewertet zusätzlich die Qualität von Torschüssen.

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Bei seiner Premiere für Fortuna Düsseldorf hat es Torhüter Zack Steffen direkt in die Elf des Tages geschafft. Der Amerikaner, für ein Jahr von Manchester City ausgeliehen, hebt das Torwartspiel der Fortuna dank seiner Strafraumpräsenz und seiner Qualitäten im Passspiel auf ein anderes Level. Düsseldorf ließ beim 3:1-Sieg in Bremen 23 Torschüsse zu, zehn kamen auf das Tor. Passieren lassen musste Steffen nur den Kopfball von Johannes Eggestein, beim abgefälschten Schuss von Niclas Füllkrug sprang der Ball von der Unterkante der Latte auf die Torlinie und dann ins Toraus. Alle anderen Chancen parierte Steffen, auch aus kürzester Distanz.

In der Innenverteidigung stehen zwei Spieler, die maßgeblichen Anteil am ersten torlosen Remis der Saison hatten. Besonders wichtig sind auf dieser Position die Kategorien Balleroberung und Abwehrstärke, und hier stachen Nico Elvedi (Borussia Mönchengladbach) und Matija Nastasic (Schalke 04) heraus. Elvedi war vor allem dann stark, wenn es darum ging, bei abgewehrten Angriffen nachzusetzen und den Ball zurückzuerobern. Nastasic wiederum ging dreimal erfolgreich ins Tackling und beendete insgesamt sieben Angriffe der Gladbacher.

Bei den Außenverteidigern beginnt - an diesem Spieltag - die Dominanz von Bayerns Titelkonkurrenten Borussia Dortmund. In der vergangenen Saison musste der BVB häufig mit dem mittlerweile zu Paris Saint-Germain gewechselten Abdou Diallo auf der linken Seite spielen, deshalb wurde frühzeitig Nico Schulz von der TSG Hoffenheim verpflichtet. Und der Nationalspieler führte sich mit einer Passquote von 91 Prozent und hoher Aufmerksamkeit in der Rückwärtsbewegung sehr gut ein. Anders als Schulz wird Lukasz Piszczek auf der rechten Seite langfristig gegen Achraf Hakimi um einen Stammplatz kämpfen müssen. Beim 5:1-Sieg gegen Augsburg zeigte sich, warum Trainer Lucien Favre derzeit auf die risikoärmere Variante mit dem Polen setzt. Beim BVB stimmt die Balance aus Offensive und Defensive.

Besonders wichtig für diese Balance bleibt Axel Witsel. Der Belgier spielte gegen Augsburg 123 Pässe, drei Zuspiele fanden nicht den Nebenmann. Dabei ist Witsel, erst recht nach der Verpflichtung von Mats Hummels, nicht für die risikoreichen Pässe zuständig. 117-mal suchte er den kurzen Passweg. Etwas überraschend setzte sich Julian Weigl in der Vorbereitung gegen Thomas Delaney durch, wenn es um die Besetzung des defensiven Mittelfelds neben Witsel geht. Weigl spielt nun offensiver als in seinen erfolgreichsten Jahren unter Ex-Trainer Thomas Tuchel. Fast hätte er in der Anfangsphase einen Weitschuss zu seinem insgesamt erst dritten Bundesligatreffer genutzt.

Beinahe hätte es auch auf den Außenbahnen die geballte BVB-Dominanz gegeben. Nur Leipzigs Marcel Halstenberg sprengte mit seinem Tor, seiner Torvorlage und zwei weiteren Torschussvorlagen das Duo Jadon Sancho und Thorgan Hazard. Sancho überzeugte wie Halstenberg mit einem Tor und einem Assist, vor allem ging der Engländer aber zwölf Mal ins Dribbling und gewann fünf dieser direkten Duelle. Hazard wiederum war nicht ganz so effektiv, der Belgier schoss gar nicht auf Augsburgs Tor. Dafür bereitete er drei Chancen vor und schlug fünf erfolgreiche Flanken.

Ob das auch noch in Champions-League-Spielen oder anderen wichtigen Partien gelten wird, wird sich zeigen - im Moment ist Borussia Dortmund aber nicht mehr abhängig von Marco Reus. Der beste offensive Mittelfeldspieler des ersten Spieltags schoss fünfmal auf das Tor, er traf auch zum 3:1. Reus gewann drei seiner vier Dribblings, arbeitete erfolgreich gegen den Ball - und doch ist er in der BVB-Offensive mit Sancho, Hazard oder dem eingewechselten Julian Brandt derzeit nicht DER Schlüsselspieler.

In den Sturm haben es zwei Angreifer geschafft, die ihre Rolle kaum unterschiedlicher interpretieren könnten. Hier der Leipziger Marcel Sabitzer, der sehr laufstark ist, sich auf beiden Außenbahnen zeigt, gern auch ins Dribbling geht und so beim 4:0-Sieg bei Union Berlin an allen Toren direkt beteiligt war. Und dort Paco Alcácer, der ein Strafraumstürmer ist, sich nur selten am Kombinationsspiel beteiligt, gegen Augsburg mit zwei Toren und einem Assist trotzdem erheblichen Anteil am klaren Auftaktsieg hatte.

Und so sieht die Topelf des Spieltags aus:

insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
MarcoZentgraf 19.08.2019
1.
Ich empfand Samstag den FCA unfassbar schwach und weniger den BVB erwähnenswert stark. Aber offensichtlich irre ich mich.
FrankDunkel 19.08.2019
2.
Man sollte auch den Tiefpunkt des ersten Spieltages nicht unerwähnt lassen. Mit Sport hatte der zwar nichts zu tun, aber was dieses Männlein, das vor dem Saisoneröffnungsspiel unsere Hymne stimmlich massakriert hat, geboten hat, war eine Frechheit. Wer immer bei der DFL solche Ideen ausheckt, er sollte es künftig lassen.
ferryh 19.08.2019
3. Habe den BVB
nur in der Zusammenfassung gesehen, aber das was ich sah war ein sehr temporeicher und kreativer Fußball im Gegensatz zu meinem FCB. Das lag aber auch, wie Nr. 1 schon erwähnt hat, an einem sehr schwachen Gegner der echt miserabel verteidigt hat, im Gegensatz zu Hertha. Hier sollte man Lukas Klünter hervorheben, der mir in dieser Top11 fehlt.
ewiggestrigerstammtisch 19.08.2019
4. Es war Augsburg
mit 3 Torwartfehlern. We will see.
tsvbayer04 19.08.2019
5. Kai Havertz im Sturm...
... und Charles Aranguiz im offensiven Mittelfeld, aja. Wieder was gelernt. Und Hradezky ist sicherlich Innenverteidiger...
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