Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des 14. Spieltags

Kein einziger Derby-Sieger findet sich in der Elf des Spieltags, dafür aber ein Derby-Verlierer. Dazu: zwei Bremer Angreifer, zwei Altstars des FC Bayern und zahlreiche Wiederholungstäter.

Bayern Münchens Robert Lewandowski
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Bayern Münchens Robert Lewandowski

Von Tobias Escher


Alles beim Alten - so könnte man die Topelf am 14. Spieltag beschreiben. Sechs unserer elf Topspieler sind Wiederholungstäter. Sie standen bereits mindestens einmal in dieser Saison in der Elf des Spieltags. Doch es gibt auch Überraschungen, wie die Rückkehr von Rafinha oder Max Kruse auf ungewohnter Position - aber dazu später mehr.

Dass manche Spieler ständig unter den elf besten Spielern auftauchen, hängt eng zusammen mit der Art der Notenvergabe. Das SPIX-Notensystem richtet sich einzig nach statistischen Kennzahlen: Pässe, Dribblings, eroberte Bälle. Manche Spieler ragen bei einzelnen Kennwerten heraus, Spieltag für Spieltag. So etwa Herthas Verteidiger Jordan Torunarigha. Seine Eigenart, als Verteidiger auch in der gegnerischen Hälfte Unruhe zu stiften, ist einzigartig in der Liga. Das gibt ihm einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Bei anderen Spielern ist die Sache simpler: Wer wie Thorgan Hazard regelmäßig an Toren seiner Mannschaft beteiligt ist, erhält automatisch einen höheren SPIX. Denn auch unser Notensystem gewichtet einen Faktor ganz besonders: das Toreschießen.

Nach dem 1:1 zwischen Hannover und Mainz debattiert halb Fußball-Deutschland über den Videoassistenten - mal wieder. Hannovers Manager Horst Heldt war außer sich, sah seine Mannschaft klar benachteiligt. Wer seine Ausführungen hört, könnte meinen, dass Hannover ohne Schiedsrichter-Benachteiligung deutlich gewonnen hätte. Dabei lag ihr Punktgewinn in erster Linie an der überragenden Leistung von Torhüter Michael Esser (SPIX: 95). Die zahllosen Mainzer Angriffe der zweiten Halbzeit endeten stets beim Schlussmann.

Ein Derby-Verlierer in der Elf des Tages? Das mag seltsam klingen, ist aber mit einem Blick auf die Statistiken schnell erklärt. Schalkes Salif Sané spielte die zweitmeisten Pässe aller Spieler auf dem Feld, kann zudem mehr erfolgreiche Tackles vorweisen als jeder andere Innenverteidiger an diesem Spieltag. Neben Sané verteidigt der Herthaner Jordan Torunarigha. Er hat einen Lauf: Bereits vergangene Woche stand er in der Topelf.

Vor der Saison war Bayern Münchens Außenverteidiger Rafinha fast schon abgeschrieben. Zu alt sei er, höchstens Ersatzmann für den auf rechts gesetzten Joshua Kimmich. Nun, da Trainer Niko Kovac Nationalspieler Kimmich in die Mittelfeld-Zentrale beförderte, ist Rafinha plötzlich Stammspieler. Der Brasilianer rechtfertigt das Vertrauen mit starken Leistungen, erreichte an diesem Spieltag den höchsten SPIX aller Außenverteidiger (97). Den zweithöchsten Wert errang Leverkusens Lars Bender (92).

"Der beste Mittelfeldspieler, seit ich in Berlin bin", adelte Herthas Coach Pal Dardai seinen Schützling Marko Grujic nach dem 1:0-Sieg über Eintracht Frankfurt. Ein Lob aus berufenem Munde, immerhin steht Dardai seit 22 Jahren bei der Hertha unter Vertrag. Grujics starke Leistung gegen Frankfurt lässt sich auch statistisch belegen. Er erzielte nicht nur das Siegtor, sondern war auch an drei weiteren Torschüssen beteiligt.

Gleich zwei Außenbahn-Spieler schrammten an diesem Spieltag nur knapp am bestmöglichen SPIX von 100 vorbei. Thorgan Hazard gehört zu den Dauerbrennern der Saison; er steht bereits zum vierten Mal in der Topelf. Er schließt damit zu Thiago und Lukasz Piszczek auf, die ebenfalls vier Nominierungen vorweisen können. Für Hoffenheims Andrej Kramaric ist es der zweite Auftritt in der Topelf. Bei Hoffenheims 2:2 gegen den VfL Wolfsburg erzielte der Vizeweltmeister ein Tor selbst und bereitete eins vor.

Eine ganz neue Aufgabe bekam Werder Bremens Max Kruse beim 3:1-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf zugewiesen: Der Stürmer durfte nicht in vorderster Linie ran, sondern lief als Zehner auf. Dass der spielstarke Kruse diese Rolle auszufüllen weiß, bewies er eindrucksvoll. Er erreichte den höchsten SPIX aller offensiven Mittelfeldspieler (89). Eine Überraschung ist das nicht: Kruse sagte einst über sich selbst, er sei kein klassischer Stürmer, sondern eher ein "schwimmender Neuneinhalber". Mathematisch fehlen da nur 0,5 zum "schwimmenden Zehner".

Robert Lewandowski erleidet dieser Tage das Schicksal vieler großer Fußballer. Er hat in den vergangenen Jahren die Messlatte für seine eigenen Leistungen derart hochgelegt, dass seine Tore kaum jemanden mehr beeindrucken. So reden diese Saison alle von Paco Alcácer oder Luka Jovic (beide zehn Saisontore). Doch Lewandowski kommt ihnen näher. Gegen Nürnberg traf er doppelt, es waren seine Saisontreffer acht und neun. Damit schaffte der Pole auch den Sprung in die Topelf. An seiner Seite stürmt Werder-Torjäger Martin Harnik.



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
ortibumbum 10.12.2018
1. Glückwunsch
Hier sieht man deutschlich, dass diese Aufstellung eine Farce ist; z.B. Harnik unter den besten Stürmern. Ich lach mich kaputt.. Macht mal weiter so mit der Verdummung der Leute...
EXFHSSZIGB 10.12.2018
2. Wieso keine Derbysieger dabei? Ich sehe hier 2
vom FCB, oder ist etwa Bayern - Nürnberg etwa kein Derby?
DerSchiller 10.12.2018
3. Experte...
Zitat von ortibumbumHier sieht man deutschlich, dass diese Aufstellung eine Farce ist; z.B. Harnik unter den besten Stürmern. Ich lach mich kaputt.. Macht mal weiter so mit der Verdummung der Leute...
Seltsam, hat z.B. der Kicker auch so gesehen. Harnik: Kam rein, macht ne Bude und bereitet die andere vor...aber was wissen alle anderen Zuschauer schon - ach wären doch bloß alle solche Experten wie Sie!
macfan 10.12.2018
4. Sané
---Zitat--- Ein Derby-Verlierer in der Elf des Tages? Das mag seltsam klingen, ist aber mit einem Blick auf die Statistiken schnell erklärt. Schalkes Salif Sané spielte die zweitmeisten Pässe aller Spieler auf dem Feld, kann zudem mehr erfolgreiche Tackles vorweisen als jeder andere Innenverteidiger an diesem Spieltag. ---Zitatende--- Sané hat schwach gespielt, war immer kurz vorm Platzverweis und glücklicherweise steht hier Unsinn. Nicht Sané ist in der Tageself, sondern Boateng. Aber hier sieht man schon die Grenzen des SPIX. In jeder vom Menschen erstellten Tageself habe ich den wirklich brillant spielenden Akanji gefunden, hier ist er erst auf Platz 11 mit einem SPIX von 76.
inge-p.1 10.12.2018
5.
Wenn es schon nicht zum Tabellenplatz 1 reicht, so reicht es wenigstens im SPIX-Ranking zu den ersten Plätzen. Ist schon ein anders Kaliber, wenn der Tabellen 3. gegen den 15. siegt. Aber, was ist schon diese SPIX-Wertung für einen Verein, der die Tabelle mit neun Punkten Vorsprung führt. So mittelmäßig können die also nicht sein.
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