Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des 18. Spieltags

Die Bayern machen Boden gut auf Borussia Dortmund - zwar nicht in der Tabelle, dafür aber in unserer Elf der Woche. Außerdem in der Auswahl: drei Leverkusener sowie zwei Bremer.

Robert Lewandowski
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Robert Lewandowski

Von Tobias Escher


Peter Bosz ist nicht unbedingt bekannt als Meister des Defensivfußballs. Dortmunder Fans erinnern sich mit Schrecken daran, wie defensiv porös die Taktik des Niederländers war. Den Ball im Mittelfeld erobern, zwei saubere Pässe spielen - und schon stand der Gegner frei vor dem Tor. Für Bosz gab es nur das Spiel nach vorne.

Bosz arbeitet nun in Leverkusen. Bei seinem Debüt gegen Borussia Mönchengladbach zeigte sich schnell: Er hat sein System nicht verändert. Bayer griff den Gegner permanent an, rückte weit vor, spielte mit Risiko und Leidenschaft - und verlor am Ende 0:1.

Umso mehr überrascht ein Blick auf die Elf der Woche. Gleich drei Leverkusener Verteidiger stehen in der Topelf, und auch das vierte Mitglied der Viererkette, Linksverteidiger Wendell, erzielte einen hohen SPIX-Wert (82). In erster Linie hängt dies mit den starken Passwerten der Verteidiger zusammen. Diese sollen in Bosz' System das Spiel aus der eigenen Hälfte ankurbeln.

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Doch auch in den Verteidigerdisziplinen Balleroberung sowie Abwehrstärke überzeugen die Leverkusener Verteidiger aus statistischer Sicht. In der Tat: Leverkusens Spieler ließen kaum Konter zu, sie verteidigten wesentlich souveräner als Bosz' defensiv poröse Dortmunder. Vielleicht könnte das ja doch noch etwas werden mit Peter Bosz und der Bundesliga.

Dass Bayer Leverkusen am Ende verlor, lag in erster Linie am Gladbacher Keeper Yann Sommer. Sechs Paraden der höchsten Kategorie gelangen dem Schweizer, dazu noch zwei schwierige sowie zwei mittlere Paraden. Das ist der Höchstwert in dieser Saison und ergibt einen makellosen SPIX von 100.

Die Innenverteidigung ist fest in Leverkusener Hand. Sven Bender (95) und Jonathan Tah (94) überzeugten nicht nur im Spielaufbau. Sie stoppten auch mehrere Konterversuche der Gladbacher. Tah fing vier gegnerische Pässe ab, Bender drei. Bender erzielte leicht höhere Werte als sein Kollege, weil er auch offensiv in Erscheinung trat: Zwei Schüsse gab er ab, mit einem Kopfball zwang er Sommer zu einer Parade.

Lars Bender (92) ist der dritte Leverkusener Verteidiger, der den Sprung in die Topelf schafft. Die für ihn ungewohnte Rolle des Rechtsverteidigers füllte er stark aus, was sich in neun eroberten zweiten Bällen niederschlägt. Bayern Münchens David Alaba (93) steht vor allem aufgrund seiner starken Passwerte in der Elf der Woche. Für ihn spricht nicht nur der Fakt, dass 49 seiner 55 Zuspiele beim Mitspieler ankamen. Er bereitete zudem das zwischenzeitliche 2:0 vor.

Seit seinem Wechsel aus Dortmund nach Bremen pendelt Nuri Sahin (94) zwischen Ersatzbank und Startelf. So richtig angekommen war er in Bremen bislang nicht. Beim 1:0-Erfolg gegen Hannover 96 gelang ihm seine bisher beste Leistung im Werder-Dress - zumindest dem SPIX zufolge. Gerade defensiv überzeugte er mit drei abgefangenen Pässen sowie neun eroberten zweiten Bällen.

Déjà-vu für Thomas Müller: Am ersten Spieltag gelang ihm beim 3:1-Sieg gegen Hoffenheim der Sprung in die Topelf. Zum Rückrundenauftakt gewann Bayern erneut 3:1 - und Thomas Müller (97) steht wieder einmal in der Topelf. In der Hinrunde agierte er noch als offensiver Mittelfeldspieler. Aktuell ist er als Außenstürmer im Einsatz. Ebenfalls in der Topelf steht Schalkes Doppeltorschütze Daniel Caligiuri (96).

Es war das Wochenende der offensiven Mittelfeldspieler: Gleich sieben Spieler erzielten auf dieser Position einen SPIX von 90 oder höher. Obwohl Leon Goretzka (99) und Ondrej Duda (97) jeweils doppelt trafen, gebührt der Platz an der Sonne einem Stuttgarter: Nicolás González (100) kam beim Pausenstand von 0:2, erzielte später den Treffer zum 1:3 und hatte danach vier weitere Torgelegenheiten. Seinen Beitrag zur 2:3-Aufholjagd honoriert der SPIX.

Auch im Sturm gibt es ein kleines Déjà-vu: Milot Rashica (95) steht wie bereits am ersten Spieltag der Saison in der Topelf. Bei Bremens 1:0-Erfolg gegen Hannover 96 erzielte der Kosovare den Siegtreffer. Er untermauerte damit seine Ansprüche auf einen Stammplatz in Bremen. Robert Lewandowski (94) muss um seinen Platz in Bayerns erster Elf nicht bangen. Er erzielte gegen Hoffenheim seinen elften Saisontreffer.



insgesamt 6 Beiträge
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inge-p.1 21.01.2019
1. Boden gut gemacht?
Die Bayern haben gegenüber den Dortmunder Boden gut gemacht. Ja, vor der Winterpause waren 6 Punkte und heute sind es auch noch 6 Punkte. Ach so, in der Bayern-SPIX-Wertung! Da schafft es auch ein Müller, wie in der Nationalmannschaft mit seinen Minutenauftritten zum 100. Spiel, mit 99 Punkten zum Besten des Spielwochenende. Vielleicht sollte man die Bundesligatabelle völlig außer Acht lassen und sich eher auf die SPIX-Wertung verlassen, dann ist heute schon Bayern München Weltallbesterbundesligaverein. Und Müller? Bleibt der Beste unter den Ladenhüter von Bayern München.
skeptikerjörg 21.01.2019
2. Spielerei
Ist ja eine nette Spielerei, aber wenn man sieht, wieviele "Verlierer" sich auf vorderen Plätzen befinden, dann sagt das schon alles. Bei den Innenverteidigern sogar die ersten Vier. Oder ein Nicolás González vor einem Leon Goretzka? Ok, jedes System ist nur so gut, wie seine Parameter. Aber wenn SPIX fünf Querpässe über 4 Meter besser bewertet wie einen tödlich Pass über 50 Meter, dann zeigt das schon den Grad der Spielerei. Und ohne als Bayernfan verschrien zu sein, die zwei Zauberpässe von James Rodríguez vor dem 1:3 waren allemal mehr Wert, als alle von González gespielten zusammen.
topfgugger 21.01.2019
3. @inge-p.1
Vielleicht ist es Ihnen ja entgangen, dass Ihr Lieblingsspieler in den letzten 6!!! vergangen Spielzeiten immer unter den Top 10 Scorern der Bundesliga war, jeder Verein würde sich glücklich schätzen einen Spieler mit diesen Werten zu haben, ausser natürlich Sie wären der sportliche Direktor, da Sie ja offensichtlich über ein allumfassendes Wissen in Sachen Fussball verfügen und Ihre Behauptungen immer mit Fakten hinterlegen.
inge-p.1 22.01.2019
4. so kann man sich das schön reden
" ...in den letzten 6!!! vergangen Spielzeiten immer unter den Top 10 Scorern der Bundesliga war, jeder Verein würde sich glücklich schätzen einen Spieler mit diesen Werten zu haben..." Leider hatte in den letzten 6 Spielzeiten kein internationaler, noch nationaler, Verein an diesen "Top10 Scorer". Oder, glauben Sie, dass Bayern München den nicht verkauft hätte, wenn das richtige Angebot auf dem Tisch gelegen hätte? Es gab schlichtweg kein Intresse an diesen Müller. Wie auch an dem Großteil dieser Mannschaft kein wirkliches Intresse an Spielern vorherrscht. In den letzten Jahren schafften es zwei, drei Spieler, zu den ganz Großen und wurden da ganz groß. Der Rest ist eben eher Fallobst. National mag das ja reichen, international, wie auch die zehn, die für die Nationalmannschaft verpflichtend sind, doch eher Mittelmaß.
topfgugger 22.01.2019
5. nix mit schön reden
sondern Fakten zählen. Geben Sie doch mal die 3 Wörter "Thomas Müller unverkäuflich" bei Google ein, dann können Sie feststellen was Sache ist. Einen Großteil der Mannschaft als "Fallobst" zu bezeichnen ist Ihr Sprachjargon, aber sicher nicht zutreffend, sondern an der Grenze der Beleidigung, an der Sie sich ja permanent entlang hangeln, damit Ihre fachlich hochqualifizierten Kommentare nicht gelöscht werden.
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