Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des 26. Spieltags

Trotz des 6:0-Sieges stehen nur zwei Bayern in der Elf der Woche. Der FC Augsburg und der SC Freiburg dominieren die Topelf. Auch ein Dortmunder Star schafft wieder den Sprung unter die Besten.
Von Tobias Escher
VfB-Torwart Ron-Robert Zieler

VfB-Torwart Ron-Robert Zieler

Foto: Bongarts/Getty Images

Es ist ziemlich ruhig dieser Tage im Breisgau. Und das ist aus Sicht des SC Freiburgs auch gut so. Für den Klub hat der Nichtabstieg denselben Stellenwert wie für den FC Bayern München die Meisterschaft: ein Ereignis, dem man freudig entgegen sehnt, aber an das man sich in den vergangenen Jahren auch schon gewöhnt hat.

Dabei ist es keineswegs selbstverständlich, dass der SC Freiburg nach 26 Spieltagen mit 31 Punkten elf Punkte vor dem Relegationsrang liegt. Auch dieses Jahr musste Freiburg Leistungsträger wie den langjährigen Kapitän Julian Schuster oder den nach England gewechselten Caglar Söyüncü ersetzen.

Wie eh und je überdeckt das Team von Christian Streich die individuellen Schwächen durch mannschaftliche Geschlossenheit. Kaum ein Team reißt so viele Kilometer ab und verteidigt derart intensiv wie Streichs Freiburger. Davon zeugt auch der SPIX: Freiburgs Spieler überzeugen hier vor allem in der Kategorie "Balleroberung". Am 26. Spieltag stehen nach dem 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach gleich zwei Freiburger in unserer Topelf, nachdem sie Spitzenwerte in dieser Kategorie erzielt haben. Der SC Freiburg wird wohl auch am Ende dieser Saison seine ganz persönliche Meisterschaft feiern dürfen.

Zum Feiern war auch dem VfB Stuttgart zumute. Obwohl er im Baden-Württemberg-Duell gegen Hoffenheim über fast neunzig Minuten unterlegen war, holte er am Ende trotzdem einen Punkt. 21 Schüsse gab Hoffenheim ab. Sieben davon konnte VfB-Keeper Ron-Robert Zieler parieren, unter anderem zeigte er drei Paraden der schwersten Kategorie. Angesichts dieser Zahlen kann sich der VfB bei Zieler für den wichtigen Punktgewinn im Abstiegskampf bedanken.

Fußballspielen liegt der Familie von Freiburgs Verteidiger Keven Schlotterbeck in den Genen. Schon sein Onkel Niels Schlotterbeck kickte in den Neunzigerjahren für den SC Freiburg. Sein Bruder Nico steht aktuell ebenfalls im Kader der Freiburger. Ihr Cousin Marvin Zimmermann spielt wiederum in der Jugend von Hannover 96. Seinen Verwandten voraus hat Keven einen Platz in der Topelf der Woche: Er führte gegen Gladbach sieben Tacklings aus, mehr als jeder andere Bundesligaspieler am Wochenende, und gewann dabei jedes Mal den Ball. An seiner Seite verteidigt Augsburgs Kevin Danso, der bei Augsburgs 3:1-Sieg gegen Hannover ein Tor vorbereitet hat.

Jonathan Schmid gehört zu den unterschätzten Spielern der Bundesliga. Der schnelle Tempodribbler kann sowohl als Rechtsverteidiger als auch auf der Rechtsaußenposition spielen. Schmids Flanken sind essenzieller Bestandteil von Augsburgs flügellastigem System. Gegen Hannover gelang ihm zudem ein Treffer. Bereits zum dritten Mal in dieser Saison steht Schmid damit in der Topelf. Freiburgs Patrick Stenzel feiert indes sein Debüt. Er überzeugte, eben typisch für Freiburg, in der Kategorie Balleroberung. Zwölf zweite Bälle konnte er gewinnen, Topwert unter den Außenverteidigern.

Was wäre eine Topelf ohne Bayern Münchens Spielgestalter Thiago? Der Spanier stand bereits sieben Mal in dieser Saison in der Elf des Tages. An diesem Spieltag macht ihm jedoch ein Kollege seine Position streitig. Leon Goretzka überzeugte vor allem mit seinem Passspiel. 56 Pässe spielte er insgesamt, 90% seiner Zuspiele kamen beim Mitspieler an, einen Treffer bereitete er vor.

Jadon Sancho ist zurück! Die jüngste Krise der Borussia hing nicht zuletzt mit der Formschwäche einiger Schlüsselspieler zusammen. Neben dem zwischenzeitlich verletzt fehlenden Marco Reus war es vor allem Sancho, der nicht an die Leistungen der Hinrunde anknüpfen konnte. Nicht nur bereitete er diesmal beim 3:2-Erfolg gegen Hertha zwei Tore vor, er dribbelte zudem sechsmal erfolgreich am Gegenspieler vorbei. Ebenfalls in der Topelf steht Augsburgs Torschütze zum 3:1-Endstand, André Hahn.

James Rodriguez gelingt der Hattrick. Der Kolumbianer steht zum dritten Mal in Folge in der Elf der Woche. Mit seiner Leistung im Spiel gegen Mainz setzt er einen neuen Spitzenwert für seine Position im offensiven Mittelfeld. Kein Wunder: drei Treffer sowie zwei vorbereitete Großchancen bedeuten Spitzenwerte in der Torgefahr sowie in der Chancenkreation.

James war nicht der einzige Spieler, der am Wochenende drei Treffer erzielen konnte. Auch Wout Weghorst gelang dieses Kunststück. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass Wolfsburg einen 0:1-Rückstand in einen überzeugenden 5:2-Sieg verwandeln konnte. Leon Bailey wiederum erzielte bei Leverkusens 1:3-Niederlage gegen Werder nur einen Treffer. Dafür dribbelte er gleich zehnmal an einem Gegenspieler vorbei - Spitzenwert an diesem Spieltag.

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