Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des 30. Spieltags

Eine bunte Mischung aus Dauerbrennern und Debütanten: So teilt sich die Topelf des 30. Spieltags auf. Ein Augsburger und ein Leverkusener erzielten die Bestnote.

Augsburgs Marco Richter bejubelt seinen Treffer zur zwischenzeitlichen 4:0-Führung gegen Stuttgart.
Tom Weller/ DPA

Augsburgs Marco Richter bejubelt seinen Treffer zur zwischenzeitlichen 4:0-Führung gegen Stuttgart.

Von Tobias Escher


Die Topelf spricht bayerisch. Die Spieler des FC Bayern München gehören längst zu den Stammgästen unserer Elf der Woche. Beim 1:0-Erfolg gegen Werder Bremen erzielten auch diese Woche wieder drei Münchner ausgesprochen hohe SPIX-Werte.

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Die Spieler des FC Augsburg haben in dieser Saison selten Spitzenwerte erzielt. Unter dem neuen Trainer Martin Schmidt sind die Augsburger aber kaum wiederzuerkennen: Auf den 3:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt folgte am Wochenende ein 6:0-Erfolg gegen den VfB Stuttgart. Mit nunmehr zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang ist der FCA bei vier noch ausstehenden Spielen praktisch gerettet. Vier Augsburger stehen in der Elf der Woche.

Schmidt hat keine Revolution gewagt. Er hat den FC Augsburg zurückgeführt zu seinem Markenkern: ein einfaches taktisches System, intensive Arbeit gegen den Ball, schnelle Angriffe über die Flügel. Mehr braucht es dieser Tage nicht, um die desolaten Stuttgarter zu demütigen.

Torhüter Andreas Luthe ist der erste Augsburger, der in der Topelf steht. Seine Paraden waren angesichts der Augsburger Offensivstärke nicht entscheidend für den 6:0-Kantersieg. Doch gerade nach dem Treffer zum 5:0 brillierte Luthe, als er zwei Stuttgarter Schüsse aus kürzester Distanz abwehrte. Diese abgewehrten Chancen fallen im SPIX unter die Kategorie "Top-Paraden". Der 32-Jährige hielt Augsburgs Null fest.

Die Innenverteidigung der Topelf bilden zwei Abwehrspieler, die sich am Wochenende als Torjäger betätigten: Bayern Münchens Niklas Süle knackte mit seinem abgefälschten Fernschuss Werder Bremens Beton-Abwehr. Sein Treffer zum 1:0-Sieg beschert ihm die sechste Nominierung der Saison. John Anthony Brooks feiert sein Debüt in der Topelf. Mit seinem Treffer in der 90. Minute zum 1:1-Endstand sicherte er dem VfL Wolfsburg einen Punkt gegen Eintracht Frankfurt.

Konstantinos Stafylidis war beim FC Augsburg meist zweite Wahl. Der Linksverteidiger stand im Schatten von Philipp Max. Bereits unter Manuel Baum bekam Stafylidis in der Rückrunde vermehrt Einsätze. Der Trend setzt sich unter Schmidt fort. Gegen Stuttgart überzeugte er in der SPIX-Kategorie "Spielaufbau". Das ist auch die Spezialdisziplin von Joshua Kimmich. Er steht bereits zum neunten Mal in dieser Saison in der Topelf.

Nur ein Spieler kann mehr Nominierungen vorweisen als Kimmich: dessen Teamkollege Thiago. Er erzielte (mal wieder) den höchstmöglichen SPIX in der Kategorie "Spielaufbau". Nicht nur bereitete der Spanier Süles Siegtreffer vor, er war auch an der größten Chance des Spiels beteiligt. Sein Lupfer hinter die Bremer Abwehr auf Serge Gnabry ließ das Münchner Publikum mit der Zunge schnalzen.

So manch ein Beobachter sah im vergangenen Jahr Philipp Max bereits als Kandidat für die Nationalmannschaft. Es folgte eine schwierige Saison 2018/2019, zuletzt war Max in Augsburg nicht mehr unumstritten. Schmidt stellte ihn gegen Stuttgart auf ungewohnter Position auf: Als nach innen rückender Linksaußen zeigte Max eine starke Partie und erzielte zwei Tore. Leverkusens Lucas Alario gelang beim 2:0-Erfolg gegen Nürnberg ebenfalls ein Tor, den zweiten Treffer bereitete er vor. Das beschert ihm den höchstmöglichen SPIX von 100.

Dass Julian Brandt sich im System von Trainer Peter Bosz wohlfühlt, beweist er seit Wochen. Als Achter kann er seine Stärken im Dribbling und im Passspiel einbringen. Als Vorlagengeber überzeugte er auch gegen Nürnberg: Einen Treffer sowie vier weitere Chancen bereitete Brandt vor. Das ergibt einen Spitzenwert in der Kategorie "Chancenkreation" sowie einen Platz in unserer Topelf.

Die Jugendarbeit des französischen Fußballs gilt als vorbildlich. Allein in der Bundesliga kicken derzeit zwölf Franzosen, die 23 Jahre oder jünger sind. Jean-Philippe Mateta, 22, ist einer davon. Nach seinem Hattrick gegen den SC Freiburg vor zwei Wochen traf er am Wochenende beim Mainzer 3:1-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf doppelt. Der junge Franzose ist der Toptorjäger der Stunde - neben Marco Richter (SPIX: 100). Der Augsburger Stürmer erzielte gegen Stuttgart zwei Treffer. Das war ihm schon in der Vorwoche gegen Frankfurt gelungen. Bis zum Frankfurt-Spiel war Richter noch der Bundesligaspieler mit den meisten Torschüssen, der kein eigenes Tor vorweisen konnte. Er verkörpert wie kein zweiter Augsburger den Aufwärtstrend unter Schmidt.

insgesamt 4 Beiträge
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frenzelwildau 23.04.2019
1. Komische Bewertung
Was muss man tun, um bei SPON lobend erwähnt zu werden? Ich vermisse in der Best-Of-Liste unter Außenverteidiger zum Beispiel den Sportfreund Halstenberg. Er hat immerhin zwei Tore geschossen und hinten nichts anbrennen lassen!
amasan 23.04.2019
2. Torwartbewertung
Meiner Meinung nach Bedarf es zur Towart Bewertung eine längere Erklärung, anhand der 4 Kennzahlen ist für mich nicht erkennbar warum jemand Platz X hat und nicht jemand anders mit mehr Paraden. Klar Gegentore haben Gewicht, aber wie kann Jarstein Platz 3 sein mit 2 schwierigen Paraden, wenn Esser (Platz 6!) 3 schwierige Paraden hat? Da beide auch noch gegeneinander gespielt haben, macht es das noch unverständlicher.. Vermutlich gehen noch verdeckte Zahlen wie Abspiele und Pässe in die Bewertung?
amasan 23.04.2019
3.
Zitat von frenzelwildauWas muss man tun, um bei SPON lobend erwähnt zu werden? Ich vermisse in der Best-Of-Liste unter Außenverteidiger zum Beispiel den Sportfreund Halstenberg. Er hat immerhin zwei Tore geschossen und hinten nichts anbrennen lassen!
Halstenberg hat in dem Spiel nicht als Außenverteidiger sondern in der 3-5-2 Formation als äußeres Mittelfeld fungiert (sagen Aufstellung und SPIX, ich selbst kann das nicht beurteilen). Da hat er zwar 2 Tore geschossen, aber eins davon war ein Elfmeter. Vermutlich fällt ihm das und die mangelnde Chancenkreation auf die Füße.
mythoughts 23.04.2019
4. Glückwunsch
an den FC Bayern! 35 Millionen für Benjamin Pavard, den schlechtesten Innenverteidiger des Spieltags. Das ist mal ein Schnäppchen. Dem Vernehmen nach, sind sie ja auch an Alexander Nübel interessiert, dem schlechtesten Torhüter des Spieltags. Das wäre dann nur konsequent.
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