Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des 32. Spieltags

Bayern München, VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen: Diese drei Teams stellen sämtliche Feldspieler der Elf der Woche. Ein Münchner ist bereits zum elften Mal in dieser Saison nominiert.

Bayern Münchens Spielmacher Thiago (l.) im Zweikampf mit Hannovers Genki Haraguchi
Alex Grimm/Getty Images

Bayern Münchens Spielmacher Thiago (l.) im Zweikampf mit Hannovers Genki Haraguchi

Von Tobias Escher


Es war der Spieltag der Unentschieden. Fünf der neun Partien endeten remis, so viele wie noch nie in dieser Saison. Wer an diesem Wochenende gewinnen konnte, stellte die Weichen für den Saisonendspurt. So heißen die Gewinner des Spieltags Bayern München, die nunmehr im Titelrennen vier Punkte Vorsprung haben auf Dortmund, sowie der VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen, die ihre Ambitionen auf die Europapokalränge unterstrichen.

Die drei siegreichen Teams aus München, Wolfsburg und Leverkusen stellen auch sämtliche Feldspieler unserer Topelf. Unser Notensystem, der SPIX, richtet sich zwar nicht maßgeblich nach den Ergebnissen. Im Vordergrund stehen die statistischen Daten der Spieler wie Pässe, geklärte Bälle und kreierte Torchancen. Zu einem Teil fließt das Ergebnis aber doch mit hinein in die Endwertung, und zwar über die Werte der Teamleistung. Für die Teamleistung offensiv werden die Chancen herangezogen, die ein Team kreiert, für die Teamleistung defensiv jene, die es zulässt.

Tore werden in dieser Subkategorie besonders hoch gewichtet. Somit haben Spieler eines Teams, das 6:1 gewinnt, am Ende höhere Werte als Spieler des unterlegenen Teams, selbst wenn sie die exakt selben Spielerstatistiken vorweisen (Chancenanzahl, Passquote etc.). Das spiegelt sich auch in der Topelf wider.

Auf der Torhüterposition gewichtet der SPIX die Teamleistung offensiv wie defensiv kaum. Über 90% der Gesamtnote speist sich aus den Torwartstatistiken. Wie viele Bälle konnte ein Keeper abwehren, wie viele ließ er durch? Kein Torhüter wies am 32. Spieltag eine bessere Quote auf als Augsburgs Gregor Kobel. Beim 0:0 gegen Schalke hielt der Schweizer drei Schüsse und ließ keinen einzigen durch.

Wolfsburgs Innenverteidiger Marcel Tisserand absolvierte gegen den 1. FC Nürnberg sein 52. Bundesligaspiel. Zum ersten Mal durfte er einen eigenen Treffer bejubeln. Sein Tor zum 2:0-Endstand beschert ihm zugleich seine erste Nominierung für die Topelf. Jérôme Boateng wiederum ist Stammgast in der Elf des Tages. Beim 3:1-Sieg seiner Bayern gegen Hannover verschuldete er zwar einen (mehr als umstrittenen) Handelfmeter. Er brachte aber auch 90 Pässe zum Mitspieler und legte gar eine Torchance auf.

Auch auf der Außenverteidiger-Position findet sich die Kombination aus einem Wolfsburger Debütanten und einem Münchner Topelf-Routinier. Wolfsburgs Coach Bruno Labbadia beorderte Außenstürmer Renato Steffen erstmals in dieser Saison auf die Linksverteidiger-Position. In ungewohnter Rolle absolvierte der Schweizer ein tadelloses Spiel, vor allem in der Balleroberung war er stark. Steffen gewann vier von sechs Tacklings und eroberte sieben zweite Bälle. Bayerns Rechtsverteidiger Joshua Kimmich hat seine Stärken eher in der Offensive. Gegen Hannover bereitete er ein Tor vor und legte acht weitere Torchancen auf.

Das Dutzend ist fast voll: Zum elften Mal in dieser Saison steht Bayern Münchens Thiago in der Topelf. Seine Passwerte überragen mal wieder die Konkurrenz. Gegen Hannover überzeugte er auch als Dribbler. Fünfmal setzte er gegen Hannover zum Dribbling an, dreimal zog er an seinem Gegenspieler vorbei, die anderen beiden Male konnte er nur mit einem Foul gestoppt werden. Hannovers Verteidiger erlangten keinen Zugriff auf Münchens Spielgestalter.

Ähnlich wie Steffen kam auch Julian Brandt auf einer ungewohnten Position zum Einsatz. Brandt begann als linker Flügelverteidiger der Leverkusener Fünferkette. Durch Leverkusens offensive Spielweise wurde Brandt vom SPIX als Außenstürmer eingestuft - und das nicht zu Unrecht. Beim 6:1-Kantersieg gegen Frankfurt war er an sechs Torchancen direkt beteiligt und erzielte einen Treffer. Bayern Münchens Kingsley Coman glänzte am Wochenende als klassischer Flügelläufer. Der Franzose bereitete zwei Treffer vor und dribbelte sechs Gegenspieler aus.

In der vergangenen Woche qualifizierte sich Leverkusens Charles Aránguiz noch als defensiver Mittelfeldspieler für die Topelf. In dieser Woche ist er der notenbeste offensive Mittelfeldspieler. Beide Positionen unterscheiden sich in der Bewertung: Während der SPIX bei defensiven Mittelfeldspielern die Balleroberungen besonders hoch gewichtet, zählt bei offensiven Mittelfeldspielern hauptsächlich die Chancenkreation und die Torgefahr. Mit einem Tor sowie zwei Vorlagen überzeugte Aránguiz in beiden Kategorien.

Robert Lewandowski ist auf dem besten Wege, sich zum vierten Mal in seiner Karriere zum Torschützenkönig der Bundesliga zu küren. Nur Gerd Müller gewann diesen Titel häufiger (siebenmal). Gegen Hannover gelang Bayerns Lewandowski Saisontor Nummer 22. Leverkusens Lucas Alario steht erst bei sechs Saisontreffern. Gegen Frankfurt traf er zum ersten Mal in dieser Saison doppelt - und verdiente sich damit zugleich sein Debüt in der Topelf.

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