Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des 33. Spieltags

Keine Bayern-Spieler, keine Dortmunder. Dafür tummeln sich in der Elf der Woche Berliner, Gladbacher, Leipziger, Leverkusener - und sogar zwei Absteiger sind dabei.

Bayer Leverkusens Kai Havertz (Mitte) feiert seinen Treffer zum 1:0
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Bayer Leverkusens Kai Havertz (Mitte) feiert seinen Treffer zum 1:0

Von Tobias Escher


Der Sieg kam zu spät. Obwohl Hannover 96 am Wochenende 3:0 gegen den SC Freiburg gewann, stand nach dem Ende des Spiels der Abstieg fest. 21 Punkte aus 33 Spielen, damit sechs Punkte Rückstand auf den VfB Stuttgart: Das genügt nicht für ein weiteres Jahr Erstklassigkeit.

Welche Spieler in der kommenden Zweitliga-Saison für Hannover auflaufen werden, ist völlig unklar. Medienberichten zufolge muss Hannover 20 Millionen Euro durch Spielerverkäufe erwirtschaften, um die Lizenz für die zweite Liga zu erhalten.

So weiß man nicht, ob die Hannoveraner am Wochenende für ihren Klub groß aufspielten - oder für sich selbst. Erstmals in dieser Saison stehen gleich zwei 96-Spieler in unserer Topelf. Beide sollen auf der ominösen Verkaufsliste stehen.

Wenn ein Team kein Gegentor kassiert gegen den FC Bayern, steht nicht selten dessen Torhüter in der Topelf. So auch an diesem Spieltag. Leipzigs Péter Gulácsi war der Garant dafür, dass die Partie 0:0 endete. Mit zwei Topparaden sowie zwei weiteren Paraden der zweithöchsten Kategorie hielt er seinen Kasten sauber.

Sie gehören zu den größten Innenverteidiger-Talenten der Bundesliga - und doch standen sie in dieser Saison noch kein einziges Mal in der Topelf. Gladbachs Nico Elvedi ist der Bundesligaspieler mit den meisten Ballkontakten, der nicht für die Bayern oder den BVB spielt. Seine Pässe halfen seiner Borussia beim 4:0-Sieg in Nürnberg. Hannovers Waldemar Anton ließ in dieser Saison in manchen Partien sein Können aufblitzen, leistete sich in der Abwehr jedoch auch Schnitzer. Gegen Freiburg erzielte er den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0.

Anders als Elvedi hat Louis Beyer, 18, noch keinen Stammplatz in Mönchengladbach. Das könnte sich in der kommenden Saison ändern. Als Außenverteidiger zeigte er zuletzt ansprechende Leistungen. Gegen Nürnberg fing er drei gegnerische Pässe ab und gewann drei direkte Zweikämpfe. Leipzigs Marcel Halstenberg muss indes nicht mehr auf sich aufmerksam machen, er hat sich in dieser Saison in der deutschen Nationalmannschaft etabliert. Gegen die Bayern eroberte er zehn zweite Bälle und gewann vier seiner fünf Zweikämpfe.

Zwei Abstiege in zwei Jahren: So lautet die traurige Bilanz von Walace. Vergangene Saison war er noch mit dem Hamburger SV abgestiegen, nun traf ihn dasselbe Schicksal beim HSV aus Hannover. Beim 3:0 gegen Freiburg verabschiedete er sich mit einer starken Vorstellung, der Brasilianer erzielte einen Treffer. Walace steht (wie auch Anton) Gerüchten zufolge auf der Verkaufsliste der Hannoveraner.

Die Flügelzange dürfte ganz nach dem Geschmack von Pál Dárdai gespielt haben. Beim 4:3-Erfolg seiner Herthaner beim FC Augsburg ragten Salomon Kalou und Valentino Lazaro heraus. Sie teilten sich ihre Aufgaben gut auf: Rechtsaußen Lazaro bereitete zwei Tore vor, Kalou traf doppelt. Der Treffer zum 3:3 war eine Koproduktion der beiden Flügelspieler. Im kommenden Jahr wird Ante Covic die beiden trainieren.

Wie wäre Stuttgarts Saison verlaufen, wäre Daniel Didavi weniger anfällig für Verletzungen? So manch ein VfB-Fan dürfte sich diese Frage gestellt haben. Didavi ist der wohl talentierteste Fußballer im Kader. Besonders seine Pässe und Flanken haben dem Stuttgarter Spiel gefehlt. Beim Sieg über den VfL Wolfsburg bereitete Didavi den Treffer zum 2:0 vor und traf selbst zum 3:0-Endstand. In die Relegation muss Stuttgart trotzdem. Dort treffen sie entweder auf den SC Paderborn oder auf Union Berlin.

Jugendlich geht es im Sturm unserer Topelf zu: Der 19-jährige Kai Havertz feierte in dieser Saison seinen Durchbruch. Beim 1:1 auf Schalke überzeugte er in der ungewohnten Rolle des Stürmers, er erzielte den einzigen Treffer seines Teams. Es war bereits sein 16. Saisontor. Werder Bremens Johannes Eggestein, 21, kommt zwar erst auf vier Saisontreffer. Sein Tor zum 1:0-Endstand gegen Hoffenheim verhalf seinem Klub aber zu drei wichtigen Punkten im Kampf und Europa - und bescherte Eggestein seine Premiere in der Elf der Woche.



insgesamt 3 Beiträge
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hoppelkaktus 13.05.2019
1. Das Beste zum Schluss - diesmal stimmt's.
Naja, das war nun der eigentlich, ganz im Ernst, "denkwürdig" zu nennende 33. Spieltag, dem wir ein Saisonfinale zum Fingerschlecken verdanken. Gleich mehrere echte Entscheidungen sind noch auszuspielen! Meisterschaft, Schampuslig, Euroliga: alles in allem haben oben in der Bundesliga nach wie vor sieben Vereine eine wirkliche Aussicht, noch etwas Feines für sich herauszuholen - oder aber am Ende restlos enttäuscht dazustehen, weil sie, schlimmstenfalls, möglicherweise mit rein gar nichts Belohnendem die Spielzeit 18/19 abschließen. Ausgenommen davon sind lediglich die pharmazeutischen Brausekicker des RB Leipzig, die an diesem hübsch aufregenden 34. ja endgültig weder was zu gewinnen noch zu verlieren haben. Hach! die fussballverrückte, zuverlässig ratternde Blutpumpe, irgendwo links vom Oseophagus da unten in mir, glüht schon richtig vor Vorfreude und brennt mir glatt ein Loch mitten durch's Brustbein! Ich bin wirklich zufrieden : sicher gab's gelegentlich reichlich diskussionswürdigen Kasparkram zum Haareraufen - aber, redlich betrachtet, ist das doch endlich mal wieder ein spannender Wettbewerb bis zum Abpfiff aus der letzten Trillerpfeife. - Und nächste Woche erörtern und orakeln wir selbsternannten Experten hier dann wieder lustvoll, wieso die abgeschlossene Saison so interessant gewesen ist, und weswegen 19/20 ganz gewiss so vollendet l a n g w e i l i g wie 'ne bayrische Leberwurststulle mit nichmal Zwiebeln drauf daherkommen wird...
ausdersichtvon 14.05.2019
2. Hallo Spon Redakteure
kein Forum über das Gemauschel des FCK Vorstandes????
ausdersichtvon 14.05.2019
3.
Zitat von hoppelkaktusNaja, das war nun der eigentlich, ganz im Ernst, "denkwürdig" zu nennende 33. Spieltag, dem wir ein Saisonfinale zum Fingerschlecken verdanken. Gleich mehrere echte Entscheidungen sind noch auszuspielen! Meisterschaft, Schampuslig, Euroliga: alles in allem haben oben in der Bundesliga nach wie vor sieben Vereine eine wirkliche Aussicht, noch etwas Feines für sich herauszuholen - oder aber am Ende restlos enttäuscht dazustehen, weil sie, schlimmstenfalls, möglicherweise mit rein gar nichts Belohnendem die Spielzeit 18/19 abschließen. Ausgenommen davon sind lediglich die pharmazeutischen Brausekicker des RB Leipzig, die an diesem hübsch aufregenden 34. ja endgültig weder was zu gewinnen noch zu verlieren haben. Hach! die fussballverrückte, zuverlässig ratternde Blutpumpe, irgendwo links vom Oseophagus da unten in mir, glüht schon richtig vor Vorfreude und brennt mir glatt ein Loch mitten durch's Brustbein! Ich bin wirklich zufrieden : sicher gab's gelegentlich reichlich diskussionswürdigen Kasparkram zum Haareraufen - aber, redlich betrachtet, ist das doch endlich mal wieder ein spannender Wettbewerb bis zum Abpfiff aus der letzten Trillerpfeife. - Und nächste Woche erörtern und orakeln wir selbsternannten Experten hier dann wieder lustvoll, wieso die abgeschlossene Saison so interessant gewesen ist, und weswegen 19/20 ganz gewiss so vollendet l a n g w e i l i g wie 'ne bayrische Leberwurststulle mit nichmal Zwiebeln drauf daherkommen wird...
vielleicht packens die Bayern ja wieder in der 6 Minute der nachspielzeit
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