Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des 34. Spieltags

Der Meister dominiert auch die Topelf des finalen Spieltags. Joshua Kimmich stellt einen Rekord ein. Der beste Dribbler stammt aber nicht aus München, sondern aus Freiburg.

Bayern Münchens Joshua Kimmich bereitete beim 5:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt einen Treffer vor
Adam Pretty / Bongarts / Getty Images

Bayern Münchens Joshua Kimmich bereitete beim 5:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt einen Treffer vor

Von Tobias Escher


Der finale Spieltag bot Spektakel. 41 Tore fielen in neun Spielen. Der Rekordwert von 53 Toren am 32. Spieltag der Saison 1983/1984 wurde zwar deutlich verfehlt. Doch seit dem 34. Spieltag der Saison 2001/2002 sind nicht mehr derart viele Treffer gefallen.

Die Torflut prägt entsprechend die Topelf des Spieltags. Von den elf notenbesten Spielern waren acht direkt an Toren ihrer Teams beteiligt. Unser Notensystem SPIX speist sich zwar in erster Linie aus statistischen Daten wie erfolgreichen Pässen, geglückten Tacklings und abgefangenen Pässen.

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Tore und Vorlagen machen aber ebenfalls einen großen Teil der Note aus. Bei Stürmern speist sich die Gesamtnote zu etwa 70 Prozent aus Torgefahr und Chancenkreation, bei offensiven und äußeren Mittelfeldspielern zu etwa 50 Prozent. Keine Überraschung also, dass am Ende jene Teams die meisten Spieler der Topelf stellen, die ihre Spiele klar gewinnen konnten.

Die Ausnahmen finden sich auf zwei Positionen. Torhüter schießen nur selten Tore, sie sollen sie verhindern. Dies gelang an diesem Spieltag niemanden so gut wie Alexander Nübel. Schalkes 22-jähriges Talent hielt gegen den VfB Stuttgart acht Bälle und sicherte seiner Mannschaft ein 0:0 zum Saisonabschluss.

Auch auf der Innenverteidigerposition ist das Schießen und Kreieren von Toren eher zweitrangig. Knapp die Hälfte der Gesamtnote ergibt sich aus den Kategorien Abwehrstärke sowie Balleroberung. Dortmunds Manuel Akanji stach beim 2:0-Sieg in Mönchengladbach mit seinen Balleroberungen vor. Vier seiner fünf Tacklings waren erfolgreich. Stuttgarts Holger Badstuber trug mit sechs geklärten Bällen und einem geblockten Schuss zum 0:0 gegen Schalke bei.

Auf der Außenverteidigerposition werden offensive Faktoren schon höher gewichtet. Dass Bayern Münchens Duo Joshua Kimmich und David Alaba die Außen besetzt, liegt aber eher an ihren Werten im Bereich der Teamleistung. Die Bayern gaben beim 5:1 gegen Eintracht Frankfurt 23 Schüsse ab, davon ein Dutzend innerhalb des Strafraums. Frankfurt schoss hingegen nur sechsmal. Diese gute Statistik ist auch Kimmich und Alaba zuzuschreiben, die 90 Minuten auf dem Platz standen. Kimmich steht damit zum elften Mal in dieser Saison in der Topelf. Er egalisiert damit die Bestmarke seines Teamkollegen Thiago, der in dieser Spielzeit ebenfalls auf elf Nominierungen kommt.

Höhere Werte für die offensive Teamleistung als der FC Bayern weist an diesem Spieltag nur der VfL Wolfsburg vor. Auch das keine Überraschung: Acht Tore in einem Spiel, das gibt es in der Bundesliga nicht alle Tage. Seit der Einführung des SPIX gab es nur einen höheren Sieg als Wolfsburgs 8:1 gegen Augsburg, Bayern Münchens 8:0 über den Hamburger SV im Februar 2017. Wolfsburgs Maximilian Arnold hat einen entsprechend hohen SPIX in der Teamleistung offensiv. Zudem bereitete er einen Treffer vor.

Standing Ovations, Abschiedsgeschenke, Tränen der Rührung bei Uli Hoeneß: Bayern München feierte nicht nur die Meisterschaft, sondern auch den Abschied vonArjen Robben und Franck Ribéry. Die Bayern müssen die Zeit nach dem Abgang ihrer Flügelzange aber nicht fürchten. Kingsley Coman stellte mit einem Tor und einem Assist erneut unter Beweis, dass er die passende Schuhgröße trägt für die riesigen Fußstapfen. Der Dribbelkönig des Spieltags war indes ein anderer: Freiburgs Vincenzo Grifo umkurvte beim 5:1 gegen Nürnberg sechs Gegenspieler, erzielte zudem einen Treffer. Er steht zum zweiten Mal in dieser Saison in der Topelf.

Es war außerdem der Nachmittag des Jean-Paul Boëtius. Mit seinen zwei Toren half der Mainzer Zehner, einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Sieg zu verwandeln. Doch trotz einem fast makellosen SPIX von 99 steht er nicht in der Topelf. Diese Ehre gebührt Thomas Müller. Er hebelte mit seiner cleveren Positionierung die Frankfurter Abwehr aus, bereitete einen Treffer sowie fünf weitere Großchancen vor.

Einen lupenreinen Hattrick erzielten Wolfsburgs Wout Weghorst und Leverkusens Lucas Alario am 34. Spieltag zwar nicht. Dazu hätten sie ihre Tore allesamt in einer Halbzeit und direkt nacheinander erzielen müssen. Mit jeweils drei Toren stehen die beiden Stürmer aber in der Topelf. Weghorst hat sogar noch eine leicht bessere Note als Alario, da er darüber hinaus noch einen Treffer vorbereitete. Wolfsburgs Stürmer steht bereits zum vierten Mal in der Topelf. Nur Torschützenkönig Robert Lewandowski konnte sich einmal mehr für die Elf der Woche qualifizieren.



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