Bundesliganoten Bayern auf Wolke sieben - die Besten des Spieltags

Philipp Lahm glänzt in neuer Rolle, Mats Hummels überragt in der Abwehr, der Bayern-Angriff ist nicht zu stoppen: Gleich sieben Münchner haben es in die SPON11 des ersten Spieltags geschafft.
Thomas Müller

Thomas Müller

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Neuer Trainer, neuer Sportdirektor: Auf Schalke war die Euphorie groß nachdem die Wechsel von Markus Weinzierl und Christian Heidel zum Klub bekannt wurden. Zum Bundesligaauftakt folgte der Dämpfer, 0:1 gegen Frankfurt, willkommen im Alltag. Die Leistung der Schalker ist umso kritischer zu sehen, wenn man sich die Torwart-Rankings des ersten Spieltags ansieht. Kein Keeper war für sein Team wichtiger als Ralf Fährmann. Der Schalker fing Flanken ab, klärte einen Ball durch rechtzeitiges Herauskommen und wehrte neben weiteren Torschüssen auch einen Elfmeter ab.

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Es scheint, als laufe die neue Bundesligasaison so weiter, wie die vergangene geendet hatte: Der FC Bayern spielt außer Konkurrenz. Zumindest war Werder Bremen am Freitagabend beim 0:6 nur ein Spielball der Münchner. Gleich sieben Bayern stehen in der SPON11, darunter drei Abwehrspieler. Denn die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti überragte nicht nur vorne, auch in der Defensive ließ kein Bundesligateam weniger gefährliche Angriffe zu als der FC Bayern. Vor allem Mats Hummels glänzte. Der Zugang vom BVB schaffte drei direkte Balleroberungen, fing fünf Pässe ab und brachte den Ball zwölfmal erfolgreich ins Angriffsdrittel. Auch Nebenmann Javier Martínez steht in der Elf des ersten Spieltags.

Unter Ancelotti findet sich Philipp Lahm in einer neuen, alten Rolle wieder: Bayerns Kapitän bearbeitet die rechte Seite statt des zentralen Mittelfelds, wie so oft unter Josep Guardiola. Dort war er deutlich häufiger in der Offensive zu finden, ganz so wie unter Guardiola-Vorgänger Jupp Heynckes. Fünf Abschlüsse bereitete Lahm vor, erzielte zudem einen Treffer. Eine Premiere feierte Leipzigs Benno Schmitz. Der 21-Jährige gab mit RB gegen Hoffenheim sein Bundesliga-Debüt und zeigte beim 2:2 eine starke Partie auf dem rechten Flügel. Schmitz schaffte vier Balleroberungen, gewann acht zweite Bälle und bereitete einen Treffer vor.

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Kein anderer defensiver Mittelfeldspieler hat mehr Bälle ins Angriffsdrittel befördert als Xabi Alonso: zehnmal spielte er Pässe, die das Bremer Mittelfeld überwanden. Zudem überzeugte Alonso nach Ballverlusten der Mitspieler, sodass es kaum zu nennenswerten Werder-Kontern kam. Nebenbei erzielte er noch das erste Tor dieser Bundesligasaison. Einen Platz in der SPON11 verpasst Julian Weigl, der im Spiel des BVB gegen Mainz (2:1) lange auf der Bank blieb, nach seiner Einwechslung aber für enorme Belebung sorgte.

Immer wieder suchte André Schürrle den Blick zur Trainerbank. Keine Frage, der Dortmunder Zugang hat ein besonderes Verhältnis zu Coach Thomas Tuchel. Beide arbeiteten einst in Mainz zusammen. Nun scheint es, als würde Tuchel den Offensivspieler in Top-Form bringen. Bei seinem Ligadebüt für den BVB gelangen Schürrle zwei Torvorlagen, insgesamt war er an 13 (!) Abschlüssen beteiligt. Auch wenn einige Aktionen misslangen - Schürrles Beginn bei der Borussia ist vielversprechend. Den zweiten Platz in der SPON11 erhält Kölns Leonardo Bittencourt, der sich gegen Teamkollege Marcel Risse durchsetzte. Zwar erzielte Risse einen Treffer, doch Tore sind im SPIX nicht alles. Bittencourt bereitete zum Beispiel mehr Abschlüsse vor, leistete sich deutlich weniger Ballverluste und verbuchte selbst mehr Balleroberungen als sein Mitspieler.

Einst war er Guardiolas Wunschspieler, doch auch ohne seinen Ex-Trainer kommt er blendend zurecht: Mit minimalem Vorsprung führt Thiago die Rangliste im offensiven Mittelfeld vor Hoffenheims Lukas Rupp an. Thiago war der Fixpunkt beim FC Bayern. Ligaweit setzte er am ersten Spieltag gleich mehrere Bestmarken auf seiner Position: Niemand war öfter am Ball als der 25-Jährige (139 Ballkontakte), niemand schaffte mehr erfolgreiche Pässe (111 von 123), niemand brachte den Ball häufiger ins Tordrittel (15-mal). Zudem bereitete er vier Abschlüsse vor und kam auf 13 erfolgreiche Defensivaktionen.

Das Rennen sei eröffnet, twitterte Pierre-Emerick Aubameyang, nachdem Vorjahres-Torschützenkönig Robert Lewandowski drei Treffer gegen Bremen erzielt hatte. Tatsächlich legte Dortmunds Stürmer gegen Mainz mit zwei Toren nach. Im Gegensatz zu Lewandowski findet sich Aubameyang jedoch nicht in der SPON11 wieder. Denn neben seinen Treffern war der Borusse deutlich weniger ins Offensivspiel eingebunden als seine Konkurrenten. Lewandowski war wesentlich häufiger am Ball, zeigte drei gelungene Dribblings und kam deutlich öfter zum Abschluss (zwölf Versuche) als Aubameyang (zwei). Thomas Müller blieb zwar bei allen fünf Schüssen zu ungenau, zeigte als Vorbereiter aber eine überragende Leistung: Drei Assists gab Müller gegen Bremen. Ob das in dieser Saison überhaupt noch jemandem gelingt, ist völlig offen.


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Und das ist die Elf des ersten Spieltags in der taktischen Aufstellung.

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