Bundesliganoten Er macht Schalke stark - die Besten des Spieltags

Seit dem sechsten Spieltag ist Schalke eine Spitzenmannschaft. Seit dem sechsten Spieltag glänzt Sead Kolasinac. Zufall? Im Angriff harmonieren diesmal ein Leipziger und ein Hamburger. Die SPON11.
Sead Kolasinac

Sead Kolasinac

Foto: Martin Meissner/ AP

Torhüter sind seltener Matchwinner, als man denken sollte. Oft fallen die Keeper dann positiv auf, wenn sie ein Unentschieden gegen einen überlegenen Gegner retten oder eine Niederlage in Grenzen halten. Das erklärt, warum zum Beispiel Manuel Neuer selten die besten Werte unter den Torhütern aufweist. Und es erklärt, warum von den besten sieben Keepern des Wochenendes nur ein einziger drei Punkte mit seinem Team holte (Frankfurts Lukas Hradecky). Hradecky landete auf Platz drei, hinter dem Wolfsburger Diego Benaglio, der seinem VfL ein 1:1 in Ingolstadt rettete, und dem Hoffenheimer Oliver Baumann. Der TSG-Schlussmann hatte im SPIX knapp die Nase vorn, weil er mehr ins Spiel seiner Mannschaft eingebunden war und sieben Torschüsse parierte.

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Auf der Torhüterposition mögen Keeper erfolgloserer Vereine häufig auftauchen. In der Innenverteidigung finden wir einmal mehr zwei Spieler der beiden besten Mannschaften dieser Saison vor. Dass Mats Hummels dabei noch deutlich vor dem Leipziger Willi Orban einlief, gemessen am SPIX-Wert, ist vor allem damit zu erklären, dass der Münchner nach einer Ecke von Joshua Kimmich das Siegtor für seine Bayern gegen Leverkusen köpfte. Das gleiche war Orban eine Woche zuvor gelungen, ebenfalls gegen Bayer (was einiges über Leverkusens Standard-Verteidigung sagt, aber das ist ein anderes Thema).

Was die defensiven Kernaufgaben betrifft, stand Orban Hummels in nichts nach. Der ehemalige Lauterer ist Leipzigs bester Defensivspieler der Saison. Beim souveränen Sieg in Freiburg gewann Orban acht Kopfballduelle, Bestwert an diesem Bundesligaspieltag. Dass der 24-Jährige bisher kein Thema für die A-Nationalmannschaft ist, liegt eher an der starken Konkurrenz im deutschen Team als an Orbans etwaigen Defiziten.

"Kennen Sie Markus Suttner?" Das fragte mein Kollege Danial Montazeri vor einer Woche an dieser Stelle. Die Anzahl der Menschen, die diese Frage mit "Nein" beantworten, sinkt von Spieltag zu Spieltag. War der Ingolstädter Linksverteidiger am elften Spieltag schon der zweitbeste Außenverteidiger der Liga, so steigerte er sich in dieser Woche noch und bekam den besten SPIX-Wert aller Profis auf seiner Position. Zwar konnte Suttner die Hereingabe Josuha Guilavoguis vor dem 1:1-Ausgleich nicht verhindern, aber eine große Schuld traf den Österreicher in dieser Szene nicht. Auf der rechten Seite schaffte es Joshua Kimmich in die SPIX-Elf des Spieltags. Der Münchner bereitete das Siegtor von Mats Hummels gegen Leverkusen mit einer Ecke vor.

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Wer ist der beste Zugang aller Bundesligisten in dieser Saison? Ousmane Dembélé? Kerem Demirbay? Beide Transfers haben ihre Klubs deutlich weitergebracht. Aber nicht nur in der Tabelle, auch in der Transferbewertung muss man zuerst nach Leipzig blicken. Timo Werner ist bei RB phänomenal eingeschlagen. Werners sieben Tore und vier Assists in dieser Saison verdecken aber fast, wie wichtig Naby Keita für den Aufsteiger ist. Der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler aus Guinea kam im Sommer aus Salzburg zum Schwesterverein nach Leipzig. Beim 4:1-Sieg in Freiburg erzielte Keita bereits nach zwei Minuten das Führungstor für RB. Aus seiner tiefen Mittelfeldposition heraus verteilt Keita mit sicherem Passspiel die Bälle. Dazu, und das ist für das Spiel von Ralph Hasenhüttl ganz wichtig, eroberte Keita 14 zweite Bälle. Nur zwei Spieler erreichten in dieser Bundesligasaison bisher einen besseren Wert.

Berechnet man die Tabelle der Bundesliga erst ab dem sechsten Spieltag, so liegt Schalke 04 auf Platz zwei hinter Leipzig. Diese Zeitspanne ist nicht nur die, in der die Gelsenkirchener kein Pflichtspiel mehr verloren haben. Es ist auch die Phase, in der Sead Kolasinac sechs seiner sieben Startelfeinsätze dieser Saison hatte. Das ist kein Zufall. Zu Recht wird Zugang Nabil Bentaleb als Vater der Schalker Serie gefeiert. Aber mit Kolasinac zählt auch einer der dienstältesten Schalker zu den Erfolgsfaktoren. Selten wurde das deutlicher als beim 3:1-Sieg gegen Darmstadt am Sonntag. Einen Konter, den er selbst eingeleitet hatte, verwertete Kolasinac mit einem Kopfball zum 1:1-Ausgleich. Fast 100 Ballkontakte belegten, wie stark das Schalker Spiel über seine linke Seite lief. Ein wichtiges Tor erzielte auch Daniel Caligiuri, der Wolfsburg einen glücklichen Punkt in Ingolstadt rettete.

Neues Spiel, neue Superleistung von Emil Forsberg: Der Leipziger bereitete in Freiburg zwei weitere Tore vor, insgesamt sind es jetzt schon sieben in dieser Saison. Kein Profi in Europas großen fünf Ligen bringt es in dieser Saison auf mehr Assists als Forsberg - und das, obwohl alle anderen Ligen bereits mehr Spieltage absolviert haben als die Bundesliga. Die Dribblings des Schweden sind für die meisten Gegner kaum zu verteidigen.

Ein interessantes Duo findet sich im Sturm des SPIX vom zwölften Spieltag. Vom Tabellenführer RB Leipzig ist Timo Werner mal wieder dabei, das ist keine Sensation. Das Tabellenschlusslicht Hamburger SV ist es in dieser Saison eher nicht gewohnt, seine Profis in der Elf der Woche zu sehen. Michael Gregoritsch erzielte beide Treffer für den HSV im Nordderby gegen Werder Bremen. Die Offensive der Rothosen ist in den vergangenen Wochen tatsächlich in Fahrt gekommen: Nach zwei Toren in den ersten neun Saisonspielen traf der HSV zuletzt sechsmal in drei Spielen. Gregoritsch strafte mit seinem guten Spiel gegen Werder auch die Skeptiker Lügen, die behauptet hatten, die Elf von Markus Gisdol habe überhaupt keine torgefährlichen Angreifer. Für Werner sind zwei Tore in einem Spiel nichts Besonderes: Schon zum dritten Mal in dieser Saison gelang ihm das.

Und das ist die Elf des zwölften Spieltags in der taktischen Aufstellung.

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rae
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