Bundesliga-Noten Der HSV (ja, wirklich!) dominiert die Top-Elf des 11. Bundesligaspieltags

Der HSV und die SPON11 - das war in dieser Saison keine innige Beziehung. Bis jetzt, denn neben dem neuen Helden Jann-Fiete Arp haben es fünf weitere HSV-Profis in die Elf des Spieltags geschafft.

Der zweifache HSV-Vorlagengeber Dennis Diekmeier
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Der zweifache HSV-Vorlagengeber Dennis Diekmeier

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Ist SPIX kaputt? Neben Jungstar Jann-Fiete Arp stehen nach dem 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart noch fünf weitere HSV-Spieler in der SPON11. Nur auf Grundlage der Daten. (Hier erfahren Sie, wie der Index berechnet wird.)

Bei den Torhütern steht HSV-Keeper Christian Mathenia auf Platz vier. Nach Gelb-Rot für Dzenis Burnic in der zwölften Minute spielten die Stuttgarter lange in Unterzahl und kamen deshalb auf nur drei Torschüsse. Ein Gegentor musste Mathenia trotzdem hinnehmen, ein Elfmeter wird Torhütern in der SPIX-Berechnung jedoch nur wenig angelastet. Den Spitzenplatz nimmt Hoffenheims Oliver Baumann ein, einer von nur zwei Torwarten, die an diesem Spieltag ohne Gegentreffer blieben. Beim 3:0-Sieg in Köln wehrte Baumann vier Torschüsse ab, herausragend war die Rettungstat gegen Milos Jojic in der 75. Minute.

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Und schon sind wir wieder beim Hamburger SV. Bisher war es nicht die Saison von Mergim Mavraj. Der Abwehrspieler hatte das Auftaktspiel verletzt verpasst, sah beim Sieg in Köln Gelb-Rot, wurde in der Folge von Trainer Markus Gisdol zweimal nicht eingesetzt und wirkte in den übrigen Partien oft wie ein Unsicherheitsfaktor. Nicht so gegen Stuttgart, was auch am Platzverweis für Burnic lag. Der VfB ließ den HSV im Spielaufbau gewähren, ein Spiel mit einem Ballbesitzanteil von 73 Prozent ist äußerst selten. Mavraj spielte 75 Pässe, von denen nur drei nicht den Mitspieler erreichten. Da der albanische Nationalspieler auch defensiv sehr sicher stand, führte diesmal kein Weg an ihm vorbei.

Noch etwas ungewöhnlicher ist der SPON11-Platz für Dennis Diekmeier. Der 28-Jährige gilt als solider Außenverteidiger, der viel Tempo mitbringt, dieses aber nur selten gewinnbringend einsetzt. So führt Diekmeier die Liste der Bundesligaspieler an, die auf ihr erstes Tor warten. Mittlerweile hat er in 192 Partien nicht getroffen. Diese Serie hätte gegen Stuttgart ein Ende nehmen müssen: In der 28. Minute stand Diekmeier frei vor Stuttgarts Torwart Ron-Robert Zieler, schob den Ball aber verängstigt in dessen Arme. Der datenbasierte SPIX wertet diesen schwachen Abschluss einfach nur als Torschuss. Glück für Diekmeier, der später noch einen Handelfmeter verursachte - und in der letzten halben Stunde dann Verantwortung übernahm und offensiv aufdrehte. Das 2:1 von Filip Kostic bereitete Diekmeier mit einer Maßflanke vor und auch beim dritten Tor von Arp war er als Vorlagengeber beteiligt.

Ob nun ein längerer Aufschwung des HSV folgt, wird erst nach der Länderspielpause feststehen. Trainer Gisdol sollte aber eine Erkenntnis mitnehmen: Im 4-2-3-1 fühlen sich seine Spieler sichtlich am wohlsten - in diesem System wurde gegen Augsburg, Köln und nun auch gegen Stuttgart gewonnen. Sicher, die zwischenzeitlichen Umstellungen auf Dreierkette in der Abwehr oder auf ein 4-3-3 hatten mit personellen Problemen zu tun, aber die Hamburger benötigen zwei zentrale Mittelfeldspieler vor der Abwehr, um defensiv sicher zu stehen. Gegen den VfB waren das Gotoku Sakai und Albin Ekdal - beide überzeugten als zweit- und drittbeste Spieler des Spieltags. Sakai agierte als Abfangjäger und Balleroberer, Ekdal war für den Spielaufbau zuständig. Die Hamburger Party wurde nur durch Jean-Philippe Gbamin (FSV Mainz) gestört.

Bester Profi des gesamten Spieltags war Filip Kostic. Nach einem Muskelfaserriss stand Kostic erst zum zweiten Mal wieder in der Startelf und die kühnen Optimisten (ja, solche Fans gibt es in Hamburg) hoffen nun nach eineinhalb Jahren auf Rendite für die 14 Millionen Euro Ablöse an den VfB Stuttgart. Der Serbe schoss fünfmal auf das Tor, traf per Kopf zum 2:1 und bereitete vier weitere Torschüsse vor.

Wichtigster Spieler beim vom VfB zur Offensive gezwungenen HSV war jedoch Aaron Hunt. Der offensive Mittelfeldspieler war an nahezu jedem gefährlichen Angriff beteiligt, schoss - unter Mithilfe von VfB-Torwart Zieler - ein Tor und legte seinen Kollegen vier Torschüsse auf. Im vergangenen Sommer war Hunt bereits auf dem Absprung, galt bei den Hamburgern als wichtige Option, den Gehaltsetat zu kürzen. Hunt blieb - und zeigte gegen Stuttgart die mit Abstand beste Leistung der Saison.

Was ist Jann-Fiete Arp für den darbenden HSV? Ein Hoffnungsträger, sicher. Aber auch ein kommender Star, der den Klub prägen kann? Oder doch nur eine finanzielle Absicherung, die die Hamburger ohnehin nicht auf Dauer halten können? Beim Treffer zum 3:1 zeigte der Stürmer sein Potenzial. Raumbringende Ballannahme, kurzes Dribbling, überlegter Abschluss - für das Alter von 17 Jahren war das erstaunlich. Vergleiche mit Uwe Seeler verbieten sich nach zwei Bundesliga-Toren trotzdem.

Und das ist die SPON11 des elften Spieltags:

insgesamt 10 Beiträge
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social_d 06.11.2017
1. Sakai? Ernsthaft?
Sakai hat in meinen Augen ein richtig miserables Spiel, mit einer gefühlten Fehpassquote von 95%, absolviert. Es bleibt das Geheimnis von Gisdol warum er in der Halbzeit nicht in der Kabine geblieben ist.
Piantao 06.11.2017
2. Ich war dabei
ich hab´s gesehen. Ich sage mal nicht 95% sondern 99%. Sakai wurde erste HZ auch einmal von seinen Mitspielern ernsthaft verbal in die Pflicht genommen und "wach gerüttelt".
El Barredo 06.11.2017
3. Ernsthaft?
Ich habe wohl einen anderen Spieltag angeschaut, warum sonst sollten hier 5 Hamburger in der Mannschaft des 11 Spieltages stehen ...... in meiner Realität waren die Hamburger gegen Stuttgarter in der 13ten ! Minute aufgrund ein Fehlentscheidung, ein Mann mehr. Trotzdem sehe ich hier eine 3:1. Das 1:0 noch unter riesiger Beihilfe von Ron-Robert ;).... Wie bei sovielen Themen lieber SPON.... Bitte erst Recherche und dann den Artikel schreiben. Ich fürchte sonst droht der Verlust des Titels " Seriöser Informationsblatt"
Franke aus Hamburg 06.11.2017
4. 5 in der 11...
.... gewöhnt Euch daran! Mit einem Lächeln natürlich.
antiantianti 06.11.2017
5. Äh..
Ich bin wirklich durch und durch HSVer und hab eigentlich immer die Vereinsbrille auf, aber die Bewertungen bei Sakai... Der ist so was von der Rolle und gehört eigentlich mal auf die Tribüne, auch wenn er sich in der 2. Halbzeit leicht gesteigert hat. Aber nicht im Ansatz ist es gerechtfertigt ihn in die 11 des Tages zu nehme. Er hat sicherlich besser für İTO übersetzt als er Fußball gespielt hat
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