Bundesliga Nürnberg feuert Trainer Meyer

Die Bundesliga verliert ihren lustigsten Querdenker: Hans Meyer und der 1. FC Nürnberg gehen zukünftig getrennte Wege. Der Abstiegskandidat trennte sich heute von seinem Publikumsliebling - und nahm schon mit einem möglichen Nachfolger Kontakt auf.


Hamburg - Der 1. FC Nürnberg hat das Kapitel Hans Meyer schneller als erwartet beendet. Nach dem verpatzten Start in die Rückrunde trennte sich der Club von seinem Trainer - und reagierte damit auf die anhaltende sportliche Talfahrt.

Die Entscheidung sei ein "einstimmiger Beschluss von Präsidium und Aufsichtsrat" und erfolge mit Rücksicht auf die sportliche Entwicklung, sagte FCN-Sportdirektor Martin Bader: "Wir haben die Entscheidung Hans Meyer heute Abend mitgeteilt."

Auch Co-Trainer Jürgen Raab muss gehen. Mit Thomas von Heesen, der Anfang vergangenen Jahres als Trainer von Arminia Bielefeld zurückgetreten war, laufen nach Club-Angaben bereits Gespräche über eine mögliche Nachfolge. Weiteres werde auf einer morgigen Pressekonferenz bekannt gegeben.

Knapp neun Monate nach dem Pokalsieg von Berlin und dem damit verbundenen Einzug in den Uefa-Cup stehen die Nürnberger mit zwei Punkten Rückstand auf einem Abstiegsplatz. Das 1:1 am vergangenen Samstag gegen den direkten Mitkonkurrenten Hansa Rostock war nun zu viel - es war seit dem 9. November 2005 das 75. Bundesliga-Spiel von Meyer als Trainer der Franken. Im November 2005 hatte er als Nachfolger von Wolfgang Wolf die Nürnberger übernommen.

Schon nach dem Rostock-Spiel hatte der 65-Jährige einen möglichen Abschied ins Spiel gebracht, als er spekulierte, "dass bis Ende Februar eine Situation entstehen kann, in der ich aufhören muss. Ich habe aber nicht gesagt, dass ich aufhören will". Auch Sportdirektor Bader wollte von einem Ultimatum für den Fanliebling nichts wissen. Nun muss der frühere Gladbacher und Berliner Trainer als insgesamt 308. Trainer der Bundesliga-Geschichte seit 1963 vorzeitig gehen.

In dieser Saison ist er nach Petrik Sander (Energie Cottbus) und Ernst Middendorp (Arminia Bielefeld) der dritte Coach, der seinen Platz vorzeitig räumt.

Der neue Coach bekommt in Nürnberg allein im laufenden Monat noch viel Arbeit: In der Liga stehen für das Team noch die Spiele in Bremen (16. Februar) und gegen Cottbus (24.) an. Am Donnerstag müssen die Nürnberger in der Uefa-Pokal-Zwischenrunde zu Benfica Lissabon reisen, eine Woche später steht das Rückspiel an.

Im DFB-Pokal, wo die Nürnberger im vergangenen Jahr ihren ersten Titel seit der Meisterschaft 1968 bejubelten, kam in dieser Saison passend zur Krise dagegen schon in der zweiten Runde gegen Zweitligist Carl Zeiss Jena das Aus. Vor dem 1:1 gegen Rostock hatten die Nürnberger schon im ersten Rückrundenspiel in Karlsruhe (0:2) enttäuscht.

fpf/sid



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