Bundesliga-Oldie Neuville macht doch weiter

Der Mann kann einfach nicht aufhören. Nachdem er bereits das Ende seiner aktiven Laufbahn verkündet hatte, will Oliver Neuville seine Karriere nun doch fortsetzen. Der frühere Auswahlkicker wechselt von Borussia Mönchengladbach zu einem Zweitligisten.

Ehemaliger Nationalstürmer Neuville: Wechsel nach Bielefeld
dpa

Ehemaliger Nationalstürmer Neuville: Wechsel nach Bielefeld

Von Clemens Gerlach


Hamburg - Am 8. Mai gab es für Oliver Neuville Standing Ovations. Das ganze Stadion applaudierte dem 37-Jährigen, der in der letzten Saisonpartie zwischen Gladbach und Leverkusen eine gute halbe Stunde vor dem Ende eingewechselt worden war. Mitspieler trugen Neuville später auf den Schultern, der Stürmer, der auch für das Bayer-Team gespielt hatte, zeigte sich gerührt. "Unglaublich, der reine Wahnsinn. Solche Emotionen hatte ich noch nie. Ein richtiges Abschiedsspiel brauche ich jetzt nicht mehr, das ist nicht mehr zu überbieten."

Wenige Tage später bestritt Neuville dann noch ein Freundschaftsspiel für die Borussia, traf zweimal und verkündete danach staatsmännisch: "Ich werde wohl erst in fünf, sechs Wochen richtig registrieren, dass es das jetzt für mich war." Er werde Urlaub machen und dann mit Gladbachs Sportdirektor Max Eberl über einen Job im Verein sprechen. Angedacht war eine Tätigkeit als Nachwuchstrainer. Doch daraus wird nun nichts, Neuville bleibt hauptberuflich Fußballer.

Am Freitag teilte Arminia Bielefeld mit, dass Neuville einen Vertrag bis 2011 unterschrieben habe. "Oliver wird mit seiner Erfahrung sicherlich ein ganz wichtiger Führungsspieler für unsere neue Mannschaft", lobpreiste Trainer Christian Ziege. Neuville sagte: "Ich kenne Christian Ziege seit vielen Jahren und denke, dass wir sehr gut zusammenarbeiten werden."

Diese Einschätzung ist sogar nicht einmal völlig unberechtigt. In Gladbach hatten sie zuletzt für den Kicker Neuville keine Verwendung mehr. Der vormalige Nationalspieler (69 Einsätze) betonte zwar immer wieder, noch fit zu sein und ins Team zu gehören. Doch Trainer Michael Frontzeck sah das anders. Lediglich zwölf Bundesligapartien bestritt Neuville in der vergangenen Saison, nur eine von Beginn an und keine über die volle Distanz. Ein Tor glückte ihm nicht.

Schon in der Spielzeit zuvor war Neuville unter Frontzeck-Vorgänger Hans Meyer nur Joker gewesen. Immerhin hatte der Grantel-Coach darauf verzichtet, seinen alternden Angreifer öffentlich so bloß zu stellen wie einst Toni Polster. Nachdem er den Stürmer aus Österreich auf die Bank gesetzt hatte, wurde er gefragt, warum er dies getan hätte. Polster sei doch noch gut drauf. "Sie haben recht", sagte Meyer, "Toni Polster kann der Mannschaft noch helfen - ungefähr so viel wie der 50-jährige Wolfgang Overath."



insgesamt 2 Beiträge
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obi wan 18.06.2010
1.
Arme Arminia!! Ziege wird wohl sportlich das schaffen, was erst afu finanzieller Ebene mit Mühe und Not in letzer Sekunde abgewendet werden konnte: Den Sturz in die Drittklassigkeit... Und Neuville - bei all seinen großen Verdiensten in der Vergangengeit - mittlerweile der beste Helfer dafür.
catman57 19.06.2010
2. Existiert Bielefeld?
Mit Neuville wird die Arminia ganz sicher den Abstieg schaffen. Der hat noch nie was Entscheidendes gerissen. Und um Bielefeld ist's auch nicht schade. A propos - existiert Bielefeld überhaupt oder ist die Stadt und damit auch Arminia nicht doch nur ein Fake?
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