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Champions-League-Playoffs: Polizei-Schrecken in der Kurve

Foto: Christof Koepsel/ Bongarts/Getty Images

Kritik an Knüppel-Einsatz Polizei will Schalke-Spiele nicht mehr sichern

NRW-Innenminister Ralf Jäger hat eine drastische Reaktion auf die Kritik an dem umstrittenen Einsatz in der Schalker Arena angekündigt: Die Polizei werde ihre Einsatzkräfte größtenteils aus dem Stadion zurückziehen. Es sei nun Sache des Vereins, für Sicherheit zu sorgen.

Hamburg - Die Polizei zieht sich vorläufig aus der Schalker Fußball-Arena weitgehend zurück und wird die Ordnungskräfte des Vereins nicht mehr unterstützen. Das kündigte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Düsseldorf an.

Es sei künftig allein Sache des Vereins, für die Sicherheit zu sorgen. Jäger reagierte damit auf die Kritik des Vereins an einem umstrittenen Polizeieinsatz während des Hinspiels der Champions-League-Playoffs zwischen dem FC Schalke 04 und Paok Saloniki Ende August.

Ein Ministeriumssprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass sich die Bereitschaftspolizei nicht nur aus dem Stadion, sondern sogar vom Gelände der Veltins-Arena zurückziehen werde. Im öffentlichen Raum würden sich die Beamten zur Verfügung halten.

Schalke-Manager Horst Heldt zeigte sich überrascht über die Entwicklung. "Ich habe darüber noch keine Information. Ich kann mir das nicht vorstellen." Laut Geschäftsführer Peter Peters befinde man sich in "konstruktiven Gesprächen" mit der Gelsenkirchener Polizei.

Bei der CL-Partie im August hatte eine Hundertschaft der Polizei einen Block der Schalker Gastgeber gestürmt, weil sich S04-Fans zuvor geweigert hatten, eine mazedonische Flagge abzunehmen. Durch diese fühlten sich die griechischen Anhänger angeblich derart provoziert, dass sie mit einem Block- und Platzsturm drohten, sollte die Flagge hängen bleiben. Daraufhin ging die Polizei in den Schalker Block.

Schalke-Vorstand Peter Peters hatte den Einsatz anschließend hart kritisiert: "Dieser war völlig unverhältnismäßig. Wir können dies absolut nicht gutheißen und bringen dafür nicht das geringste Verständnis auf. Wir sehen dringend Gesprächsbedarf. Dieser Vorfall muss unbedingt aufgearbeitet werden", sagte er.

Die Gelsenkirchener Polizei und Polizeigewerkschaften hatten den Einsatz als "notwendig und rechtmäßig" bezeichnet und ihrerseits öffentliche Äußerungen von Peters und Heldt angeprangert. "Zum Glück werden Rechtmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit von Polizeieinsätzen nicht von Fußballfunktionären beurteilt", hatte Rainer Wendt gesagt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft. Er unterstütze das Vorgehen von Jäger, ergänzte Wendt am Donnerstag.

bka/dpa