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Bundesliga: Tradition und Moderne auf Augenhöhe

Foto: Wolfram Kastl/ dpa

Remis zwischen Köln und Leipzig 22 Streikbrecher

Kölner Fans blockierten vor dem Anpfiff den Leipziger Bus mit einem Sitzstreikt. Die Spieler rannten sich daraufhin die Seele aus dem Leib. Oliver Burke beendete eine schottische Durststrecke. Alles Wichtige zum Spiel.

Ausgangslage: Zehn Punkte aus vier Spielen - so gut war der 1. FC Köln zuletzt vor 27 Jahren in eine Bundesliga-Saison gestartet. Durch den 3:1-Sieg gegen Schalke am Mittwoch sprang der Klub auf den zweiten Tabellenplatz. Doch wie Köln war auch der Gegner aus Leipzig noch ungeschlagen. Der Aufsteiger demonstrierte unter anderem beim Erfolg gegen den BVB, welch großes Potenzial sich im Kader verbirgt. Leipzig musste mit Lukas Klostermann (Kreuzbandriss) und Emil Forsberg (Gehirnerschütterung) allerdings auf zwei Leistungsträger verzichten.

Wiedersehen des Spiels: Köln gegen Leipzig war auch das Duell der einzigen beiden österreichischen Bundesliga-Trainer. Peter Stöger (Köln) und Ralph Hasenhüttl (Leipzig) haben sogar eine gemeinsame Vergangenheit: Von 1989 bis 1994 spielten sie bei Austria Wien und wurden dreimal Meister. Beide spielten in sieben Partien Seite an Seite für Österreichs Nationalmannschaft.

Fanprotest: Um gegen die Kommerzialisierung im Fußball zu demonstrieren, versuchten Kölner Fans die Anreise des Gästebusses mit einem Sitzstreik zu behindern . Deshalb wurde die Partie leicht verspätet angepfiffen. Auswirkungen auf das Spiel sollte die Aktion nicht haben - beide Teams lieferten sich eine spektakuläre Anfangsphase.

Aufstellungen:
1. FC Köln: Horn - Sörensen, Mavraj, Heintz, Rausch - Lehmann, Hector - Risse, Zoller - Osako, Modeste
RB Leipzig: Gulacsi - Schmitz, Orban, Compper, Halstenberg - Ilsanker, Keita - Kaiser - Burke, Sabitzer - Selke

Ergebnis: Der 1. FC Köln und RB Leipzig trennen sich 1:1 (1:1). Hier geht es zum Spielbericht.

Erste Hälfte: Das Spiel begann mit einem Schock aus Sicht des Gastgebers. Leipzig gelang nach einem Tor von Oliver Burke, der zuvor sehenswert von Marcel Sabitzer in Szene gesetzt wurde, der Führungstreffer (5. Minute). Doch Köln zeigte sich unbeeindruckt und wurde fortan gefährlicher. In der 25. Minute setzte sich Yuya Osako im Strafraum durch und erzielte aus spitzem Winkel den Ausgleich.

Debütant des Spiels: Oliver Burke war bislang zu zwei Kurzeinsätzen gekommen. Gegen Leipzig brachte ihn sein Trainer erstmals von Beginn an - und wurde für seine Entscheidung belohnt. Der Schotte erzielte schon nach fünf Minuten das 1:0 und ist damit der erste Schotte seit dem 27. November 1999, der ein Bundesligator erzielt. Damals war es Brian O'Neil vom VfL Wolfsburg.

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Zweite Hälfte: Auch der zweite Durchgang begann temporeich. Der agile Marcel Risse setzte einen Schuss aus der Distanz knapp über das Tor (54. Minute). Auf der anderen Seite vergab Sabitzer (62.). Im Anschluss mussten jedoch beide Teams dem kräftezehrenden Spielstil Tribut zollen, es schlichen sich vermehrt Fehler ein. Zu echten Torchancen kam es in der Schlussphase nicht mehr, es blieb beim insgesamt gerechten Remis.

Jubilar des Spiels: Mit 20 Jahren, sechs Monaten und 19 Tagen ist Timo Werner der jüngste Spieler der Bundesliga-Historie, der sein 100. Bundesliga-Spiel bestritten hat. Der Ex-Stuttgarter löste nach seiner Einwechslung in der 82. Minute Julian Draxler ab, der einen Monat länger brauchte.

Enttäuschung des Spiels: Anthony Modeste war das Gesicht des Kölner Aufschwungs zu Saisonbeginn. Der Franzose erzielte die Hälfte aller FC-Tore (4). Doch im Spiel gegen Leipzig tauchte Modeste ab: 0 Schüsse aufs Tor, 0 Torschussvorlagen, 0 Flanken.

Anthony Modeste

Anthony Modeste

Foto: AFP

Erkenntnis des Spiels: Mit Köln und Leipzig trafen zwei spielstarke Mannschaften aufeinander, die sich auch langfristig im oberen Tabellendrittel festsetzen können. Wenn vermeintliche Spitzen-Teams wie Schalke und Leverkusen weiterhin regelmäßig Punkte liegen lassen, ist ein Europa-League-Platz im Bereich des Möglichen.

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