Braunschweigs Niederlage in der Relegation Nicht genug Klasse

Der Braunschweiger Traum vom Aufstieg ist beendet. Vor dem Tor fehlte dem Team die Klasse, auch die Fans fielen unangenehm auf. Alles Wichtige zum Spiel.
Patrick Schönfeld

Patrick Schönfeld

Foto: Martin Rose/ Bongarts/Getty Images

Die Älteren werden sich erinnern: Fünf Jahre. So lange ist es her, dass ein Zweitligist die Bundesliga-Relegation gewonnen hat (Fortuna Düsseldorf). Darauf folgten mit Hoffenheim, Hamburg (gleich zweimal) und Frankfurt Sieger aus der ersten Liga. Und wem das noch nicht reichte, um Wolfsburg nach dem umstrittenen 1:0 im Hinspiel gegen Braunschweig als klaren Favoriten auszumachen: Noch nie hat ein Zweitligist in der Relegation gegen einen Bundesligisten einen Rückstand aus der ersten Partie noch gedreht.

Das Ergebnis: 1:0 für Wolfsburg. Der VfL bleibt erst- und Braunschweig zweitklassig. Hier geht's zur Meldung.

Die erste Hälfte: Braunschweig machte ein gutes Spiel, hatte die größten Chancen. Aber sowohl Christoffer Nyman (13. Minute) als auch Ken Reichel (41.) vergaben die Gelegenheiten leichtfertig. Erinnerungen an das Hinspiel und Mirko Boland wurden wach. Nur: Diesmal bestrafte Wolfsburg die Fahrlässigkeit nicht. Yannick Gerhardt scheiterte an Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic. Wenig später wurde ein Tor von Mario Gomez aberkannt. Schiedsrichter Tobias Stieler hatte unmittelbar zuvor ein Wolfsburger Foul gesehen - zumindest eine diskutable Entscheidung.

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Bundesliga-Relegation: Matchwinner Vieirinha, Feindbild Gomez

Foto: RONNY HARTMANN/ AFP

Die zweite Hälfte: Kurz nach der Pause war die Relegation praktisch entschieden. Vierinha traf nach einer vergebenen Chance von Yunus Malli per Nachschuss aus gut 16 Metern zum 1:0 (49.). Braunschweig brauchte nun drei Treffer - und blieb davon weit entfernt. Im Gegenteil: Wolfsburg verpasste sogar mehrfach ein weiteres Tor. Maximilian Sauer sah in der Schlussphase eines hart umkämpften Spiels noch Gelb-Rot.

"Armselige Zeitgenossen": So nannte ARD-Kommentator Gerd Gottlob einige Braunschweiger Anhänger in der zweiten Hälfte. Und zwar zu Recht. Kurz vor Beginn der zweiten Hälfte warfen Zuschauer Feuerwerkskörper in den Innenraum, ein Ordner musste medizinisch versorgt werden. Nach Abpfiff stürmten noch Anhänger den Rasen und in Richtung Gästeblock. Aber die Polizei hatte die Situation weitestgehend unter Kontrolle.

Der perfekte Zeitpunkt: Schon eine Geschichte zum Torschützen Vierinha zeigt, wie weit Wolfsburg in kürzester Zeit abgestürzt ist. Vor knapp eineinhalb Jahren hatte der Portugiese letztmals in einem Pflichtspiel für den VfL getroffen. Damals qualifizierte sich Wolfsburg durch ein 3:2 gegen Manchester United für das Achtelfinale der Champions League. Immerhin fand Vierinha nun genau im richtigen Moment seine Torjäger-Qualitäten wieder - und hielt sein Team immerhin in der Bundesliga.

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Unfaire Relegation? Mit 66 Punkten ist Braunschweig der erfolgreichste Drittplatzierte der Zweitliga-Geschichte seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel. Zwei Niederlagen reichten, um den Traum vom Aufstieg zu beenden. Gegner der Relegation sahen sich erneut in ihrem Urteil bestätigt, dass dieser Modus nicht so fair wie ein dritter Auf- und Absteiger nach 34 Ligaspielen ist.

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Erkenntnis des Spiels: Alles wie (fast) immer. Zum 14. Mal bei der 19. Austragung hat der Bundesligist die Relegation gewonnen. Zu groß ist der Abstand zwischen den beiden Ligen dann eben doch - natürlich auch wegen der extremen Unterschiede in den Etats der Klubs. Und das hat sich letztlich auch in diesem Jahr gezeigt. Denn auch wenn sich Wolfsburg lange schwer tat und es ein unberechtigtes Tor im Hinspiel gab: In 180 Minuten lang trotz vieler guter Chancen kein Tor zu erzielen, hat nicht nur mit Pech zu tun, sondern auch mit fehlender Qualität.

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