Unentschieden in Fürth Hamburg hält knapp die Klasse

Am Ende reichte ein 1:1-Remis in der Relegation gegen Fürth: Der Hamburger SV bleibt in der ersten Bundesliga. Neben Torjäger Pierre-Michel Lasogga ragte der Torhüter heraus.

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Hamburg - Der Hamburger SV hat eine Horror-Saison gespielt, bis zur allerletzten Sekunden drohte der erste Abstieg der Geschichte. Doch mit viel Glück und dank Torjäger Pierre-Michel Lasogga und Torwart Jaroslav Drobny hat der HSV den Klassenerhalt geschafft.

Der von Hertha BSC ausgeliehene Lasogga brachte den HSV im Relegations-Rückspiel bei der SpVgg Greuther Fürth in der 14. Minute in Führung, für den Zweitligisten traf Stephan Fürstner in der 59. Minute zum 1:1. Bei diesem Ergebnis blieb es - das reichte dem HSV nach dem 0:0 im Hinspiel zum Verbleib in der Bundesliga, Fürth tritt in der neuen Saison erneut in der zweiten Klasse an.

"Das ist ein glücklicher Klassenerhalt für uns", sagte HSV-Vorstandsboss Carl-Edgar Jarchow. HSV-Trainer Mirko Slomka: "Das war die knappste aller möglichen Entscheidungen. In der ersten Halbzeit haben wir es sehr, sehr gut gemacht, in der zweiten Halbzeit kam nach dem 1:1 der Frust dazu. Da hat man von außen auch wenig Einfluss."

Drei Tage nach dem torlosen Hinspiel setzte Slomka auf drei neue Spieler. Für Michael Mancienne, Robert Tesche und Tomás Rincón begannen Heiko Westermann, Marcell Jansen und Tolgay Arslan. Torhüter René Adler war wie schon beim ersten Treffen nicht dabei, seine Rückenprobleme hatten sich als Bandscheibenvorfall herausgestellt. Für ihn spielte wieder Jaroslav Drobny. Bei den Fürthern fehlte der gelbgesperrte Niko Gießelmann, Tom Weiland rückte in die Startelf.

Verteidiger Djourou erleidet leichte Gehirnerschütterung

Der HSV trat neben einer anderen Auf- auch mit einer veränderten Einstellung an. Anders als im Hinspiel war das Team von Beginn an wach und agierte mit deutlich mehr Sicherheit. Gleich der erste gefährliche Vorstoß führte zum Tor. Nach Vorarbeit von Lasogga traf Hakan Calhanoglu den Pfosten, Jansens Nachschuss wehrte Fürths Torhüter Wolfgang Hesl ab. Die anschließende Ecke trat Kapitän Rafael van der Vaart an den Fünfmeterraum, wo Lasogga ungedeckt einköpfte. 1:0 - Fürth brauchte nun zwei Tore.

In der 27. Minute erlebten die 17.500 Zuschauer im ausverkauften Stadion in Fürth einen Moment des Schreckens: Nach einem Luftkampf mit Ilir Azemi fiel Johann Djourou auf die Brust und blieb regungslos liegen. Offenbar verlor der HSV-Verteidiger für kurze Zeit das Bewusstsein. Er wurde mehrere Minuten auf dem Platz behandelt und schließlich auf einer Trage und mit einer Halskrause vom Platz transportiert.

Zwar war Djourou wieder ansprechbar, dennoch wurde er umgehend ins Krankenhaus gebracht. Nach dem Spiel gab der HSV Entwarnung, der Verteidiger habe nur eine leichte Gehirnerschütterung erlitten. Mancienne nahm den Platz des Schweizers in der Verteidigung ein.

Vorne waren die Hamburger weiter vor allem durch Lasogga gefährlich. Nach Vorarbeit von Jansen schloss der Angreifer von der Strafraumkante ab, Hesl parierte (35.). Kurz vor der Pause hatten die enttäuschenden Fürther die erste echte Chance: Azemi kam von Halblinks zum Abschluss, der Ball flog knapp an Drobnys Tor vorbei. Nach dem Wechsel verpasst Lasogga die frühe Entscheidung: Nach Vorarbeit von Calhanoglu scheiterte der Angreifer mit dem Kopf freistehend an Hesl (52.).

Kampf bis zur letzten Minute

Die Nachlässigkeit des HSV rächte sich umgehend. In der 59. Minute wurde Zoltan Stieber am Hamburger Strafraum nicht attackiert, der Fürther setzte Fürstner in Szene, der Drobny aus wenigen Metern zum 1:1 überwand. Plötzlich zitterten die Hamburger, Fürth hatte noch eine halbe Stunde Zeit für das so wichtige zweite Tor. Und der Zweitligist setzte nach: Stieber zog aus 20 Metern ab, Drobny parierte mit Mühe (62.). Da die Partie in dieser Phase auch ruppiger wurde - Schiedsrichter Knut Kircher allerdings nicht eine Karte zeigte -, bekam das Publikum echten Kampf geboten.

Die Fürther hatten am Ende mehr vom Spiel. Die Hamburger kamen mit langen Bällen auf Lasogga nur selten zu Entlastungsangriffen. Vor allem waren sie darauf bedacht, das zweite Gegentor zu vermeiden - und damit den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte.

In den Schlussminuten wurde Drobny zum Helden aus Sicht des HSV. Nach Flanke von Daniel Brosinski packte der Ersatztorwart sicher zu, und in der 90. Minute rettete er per Blitzreflex gegen den eingewechselten Goran Sukalo. Nach vier Minuten Nachspielzeit war es vollbracht: Der Hamburger SV hat den Abstieg gerade so verhindert.

SpVgg Greuther Fürth - Hamburger SV 1:1 (0:1)
0:1 Lasogga (14.)
1:1 Fürstner (59.)
SpVgg Greuther Fürth: Hesl - Brosinski (88. Mudrinski), Mavraj, Röcker, Baba - Fürstner, Sparv (78. Sukalo) - Stieber, Djurdjic (72. Füllkrug), Weilandt - Azemi
Hamburger SV: Drobny - Diekmeier, Djourou (31. Mancienne), Westermann, Jiracek - Badelj, Arslan (64. Rincon) - Calhanoglu, van der Vaart (75. Tesche), Jansen - Lasogga
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
Zuschauer: 17.500



insgesamt 89 Beiträge
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vitamim-c 18.05.2014
1. Jaroslav Drobny
sollten sie in Hamburg ein Denkmal setzten, absolut Klasse Leistung.
mundi 18.05.2014
2. Herzlichen Glückwunsch aus Nürnberg!
Allen Regeln nach hat Hamburg die Relegation für sich entschieden. Der Zweitligist sollte schon den Erstligisten schlagen müssen, um aufzusteigen. Sogar beim Boxen bleibt bei einem Unentschieden der Titel beim Meister. Herzlichen Glückwunsch aus Nürnberg!
dns82 18.05.2014
3. Schade!
Zitat von sysopGetty ImagesAm Ende reichte ein 1:1-Remis in der Relegation gegen Fürth: Der Hamburger SV bleibt in der ersten Bundesliga. Neben Torjäger Pierre-Michel Lasogga ragte der Torhüter heraus. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-relegation-hamburger-sv-gegen-fuehrt-a-970095.html
Schade für die Fürther, die im Gegensatz zu den Hamburgern, in Ansätzen versucht haben Fußball zu spielen.
widower+2 18.05.2014
4. Beim Meister?
Zitat von mundiAllen Regeln nach hat Hamburg die Relegation für sich entschieden. Der Zweitligist sollte schon den Erstligisten schlagen müssen, um aufzusteigen. Sogar beim Boxen bleibt bei einem Unentschieden der Titel beim Meister. Herzlichen Glückwunsch aus Nürnberg!
Der Titel bleibt also in diesem Fall beim "Meister" HSV? Der schlechteste Bundesligist aller Zeiten, der jemals die Relegation spielen durfte, ist zweifellos ein "würdiger Meister." Lächerlicher geht es wohl nicht mehr. Wenn Sie aus Nürnberg schreiben, müssen Sie zumindest in Hamburg geboren sein, um einen derartigen Flachsinn zu verzapfen.
Lütt_Matten 18.05.2014
5. Es geht immer noch schlechter:)
Zitat von widower+2Der Titel bleibt also in diesem Fall beim "Meister" HSV? Der schlechteste Bundesligist aller Zeiten, der jemals die Relegation spielen durfte, ist zweifellos ein "würdiger Meister." Lächerlicher geht es wohl nicht mehr. Wenn Sie aus Nürnberg schreiben, müssen Sie zumindest in Hamburg geboren sein, um einen derartigen Flachsinn zu verzapfen.
Der Zweitligist war offenbar schlechter, denn sonst hätte er ja gewonnen:)
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