Zähes Spiel Reis flankt ins Tor – Hamburger SV gewinnt Hinspiel bei Hertha BSC

Es gab: viel unansehnlichen Fußball beim Relegationshinspiel, besonders Bundesligist Hertha BSC enttäuschte. Der Hamburger SV machte es besser – eine Hereingabe wurde zur unhaltbaren Bogenlampe.
Sonny Kittel und Josha Vagnoman (r.) begraben den Torschützen Ludovit Reis in einer Jubeltraube

Sonny Kittel und Josha Vagnoman (r.) begraben den Torschützen Ludovit Reis in einer Jubeltraube

Foto: Martin Rose / Getty Images

Zweitligist Hamburger SV ist dem Aufstieg einen großen Schritt näher gekommen. Im Relegationshinspiel besiegte der einstige Bundesliga-Dauergast Hertha BSC in Berlin 1:0 (0:0), eine Bogenlampe von Ludovit Reis machte den Unterschied zugunsten der Gäste (57. Minute). Hertha muss den Rückstand nun am Montag (20.30 Uhr, TV: Sat.1) im Hamburger Volksparkstadion aufholen, um sich nach Platz 16 in der abgelaufenen Saison weiter in der Fußball-Bundesliga zu halten.

Auch als vermeintlicher Favorit – in den vergangenen neun Relegationsduellen hielt der Bundesligist achtmal die Klasse – wich Hertha BSC nicht von dem unter Interimstrainer Felix Magath erlernten Stil ab. Für die Zuschauer bedeutete das eine über weite Strecken der erste Hälfte enorm zerfahrene Partie, in der die Berliner einzig um defensive Stabilität bemüht waren. Der Hamburger SV war spielerisch überlegen, ohne allzu viele eigene Glanzpunkte zu setzen.

Nur selten bekam das ausverkaufte Olympiastadion vor der Pause so etwas wie Torgefahr zu sehen. Zweimal annullierte der Schiedsrichter die Szene: Erst musste Harm Osmers mithilfe des Videobeweises ein vermeintliches Handspiel Peter Pekariks im Hertha-Strafraum überprüfen, erkannte in der Zeitlupe aber ein tatsächliches Handspiel von HSV-Profi Maximilian Rohr wenige Sekunden zuvor (35.). Dann jubelte Ishak Belfodil, der eine Flanke von Maximilian Mittelstädt ins Tor geköpft (44.), dabei aber wenige Zentimeter im Abseits gestanden hatte.

Zwischen den beiden Gelegenheiten bot sich HSV-Angreifer Robert Glatzel per Kopf eine weitere Chance zur Führung, der Hamburger Topangreifer traf aber nur das Außennetz (40.).

Reis' Flanke ist der beste Torschuss

Es passte zur Partie, dass der Siegtreffer ein Zufallsprodukt war: Auf dem linken Flügel versuchte Mittelfeldspieler Reis, den Ball in die Mitte zu bringen. Das gelang dem Niederländer auf kuriose Weise: Reis' Flanke fand keinen Mitspieler, segelte dafür aber als Bogenlampe über Hertha-Ersatzkeeper Oliver Christensen, der die verletzten Alexander Schwolow, Rune Jarstein und Marcel Lotka vertrat, hinweg an den Innenpfosten und ins Tor (57.). Belfodil scheiterte mit dem Versuch einer direkten Antwort an Daniel Heuer Fernandes (61.), im Anschluss war der HSV dem zweiten Treffer näher als Hertha dem Ausgleich.

cev