Bundesliga Werders Pizarro macht Dortmunds Titelhoffnungen zunichte

Mit zwei Toren Vorsprung führte der BVB in Bremen, dann glich Werder aus. Ein verweigerter Elfmeter verhinderte eine Dortmunder Niederlage. Doch auch so scheint der Titelkampf für die Borussia beendet.

Werders Claudio Pizarro traf als Joker
Carmen Jaspersen / DPA

Werders Claudio Pizarro traf als Joker


Werder Bremen hat Borussia Dortmund eine Zwei-Tore-Führung abgenommen und sich vor heimischer Kulisse ein 2:2 (0:2)-Unentschieden erkämpft. Christian Pulisic (6.) und Paco Alcácer (41.) hatten den BVB zur Pause in Führung gebracht, Marco Friedl (70.) und Claudio Pizarro (75.) glichen für die Gastgeber aus. Kurz vor Ende stoppte Dortmunds Mario Götze den Ball im Strafraum mit dem Arm (78.), Schiedsrichter Marco Fritz verweigerte Bremen den fälligen Elfmeter jedoch nach Ansicht der Videobilder.

In Abwesenheit des Kapitäns Marco Reus durfte beim BVB Pulisic wieder von Beginn an spielen. Dass er gern als Deutscher Meister in die Premier League wechseln möchte, demonstrierte er in der 6. Minute eindrucksvoll: Nach einem Sololauf von der Mittelinie aus schoss er den Ball an Jiri Pavlenka vorbei zur frühen Führung ins Bremer Tor.

Auch Paco Alcácer bedankte sich bei Trainer Lucien Favre, dass er heute einen seiner eher seltenen Startelf-Einsätze bekam. Einen Freistoß nach einem Foul von Marco Friedl an Pulisic verwandelte er aus 25 Metern direkt (41.). Besonders bitter: Der Ur-Dortmunder Nuri Sahin, seit dieser Saison im Werder-Trikot, hatte den Ball verloren, der zum Konter führte.

Alcácer, der nach einem starken Saisonstart und einer langen torlosen Saisonmitte wieder in Top-Form ist (fünf Tore in seinen vorherigen fünf Spielen), hätte fast noch mal nachgelegt, doch seinen Kopfballtreffer verhinderte Pavlenka mit einer starken Parade (66.).

Wie im Hinspiel war die Borussia im ersten Durchgang die bessere Mannschaft, hatte mehr Ballbesitz, gewann mehr Zweikämpfe und erspielte sich mehr Torabschlüsse. Wie im Hinspiel ließen sie Werder nach einer 2:0-Führung wieder herankommen, als ein Schuss von Kevin Möhwald aus 20 Metern durch die Beine von Roman Bürki flog (70.).

Werder war nun in der Partie und schaffte den Ausgleich. Ludwig Augustinsson erkämpfte sich den Ball an der Auslinie vor Dortmunds Manuel Akanji und flankte den Ball auf Pizarro, der aus kurzer Distanz traf (75.). Dass Werder die Partie drehte, verhinderte Schiedsrichter Fritz, indem er ein Handspiel von Götze im Strafraum nicht pfiff und dem Gastgeber einen Strafstoß verweigerte.

Werder Bremen - Borussia Dortmund 2:2 (0:2)
Pulisic (6.)
Alcácer (41.)
Möhwald (70.)
Pizarro (75.)
Bremen: Pavlenka - Friedl, Veljkovic, Langkamp, Augustinsson - Sahin (60. Möhwald) - M. Eggestein, Klaassen - Osako (60. Pizarro), Kruse, Rashica
Dortmund: Bürki - Akanji, Weigl, Diallo (90. Philipp), Guerreiro - Delaney (83. Dahoud), Witsel - Sancho, Götze (83. Bruun Larsen), Pulisic - Alcácer
Schiedsrichter: Fritz
Gelbe Karten: Friedl, Klaassen / Weigl
Zuschauer: 42.100

tip



insgesamt 84 Beiträge
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Seite 1
ossibomber 04.05.2019
1.
mit so einer jungen mannschaft kann man nur 45 minuten spielen
hundini 04.05.2019
2. ^^
Bayern verliert in Leipzig, spielt nur unetschieden gegen Frankfurt = Dortmund Meister ;)
skeptikerjörg 04.05.2019
3. Aus und vorbei
Selbst bis heute Abend wäre es noch möglich gewesen, aber es kam anders. Vorne weigern sie sich, trotz klarer Chancen das dritte Tor zu machen und hinten schenken Bürki und Akanji den Bremern zwei Tore zum Ausgleich. Dass ausgerechnet Bürki gerade das Grab zugeschaufelt hat, der ansonsten eine überragende Saison gespielt hat, tut mir für ihn persönlich leid. Trotzdem hat der BVB mehr erreicht, als man vor der Saison erwarten konnte. Aber wenn der Titel erreichbar ist ... Aber besser so als durch ein Bayerntor in der Nachspielzeit und auf Jahre als der Meister der Herzen bedauert. Glückwunsch nach München.
retterdernation 04.05.2019
4. Meine Bremer Freunde ...
Damals - 1974 - nahmen uns Knirpse die älteren Brüder meiner Freunde mit ins Stadion. Erst seit einem Jahr wusste ich damals, dass es Fußball überhaupt gibt. Nach einem 0:2 - drehte Werder das Spiel gegen Köln zu einem 4:2 Sieg und eine ewige Bindung nach Bremen war begründet. MEINE Bremer Freunde zeigten auch heute, dass man sich auf sie verlassen kann. 0:2. Gegen einen Meisterschaftsfavoriten muss man erstmal aufholen. Wer anders als die Legende Pizarro konnte das Wunder von der Weser vollbringen. Bayern reicht jetzt ein Sieg aus zwei Spielen. Das könnte gehen. Und Ulli Hoeneß träumt heut Nacht von seinem Bremer Freund ... dem Claudio.
Pororoca 04.05.2019
5.
Warum lernt Dortmund nicht von den Bayern? Die haben doch kürzlich vorgemacht, wie man in dieser Situation das 2:3 macht :)
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