Restprogramm der Bundesliga Acht Mannschaften kämpfen gegen den Abstieg

Bayern wird Meister, die direkten Champions-League-Teilnehmer stehen fest - so viel ist klar. Echte Spannung verspricht in der Bundesliga aber der Abstiegskampf, wo acht Klubs kämpfen müssen. Das Restprogramm im Überblick.

HSV-Torhüter Adler: Nicht das schwierigste Restprogramm
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HSV-Torhüter Adler: Nicht das schwierigste Restprogramm

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Mit weniger als 30 Punkten die Klasse halten, das hätte in den vergangenen zehn Jahren in der Fußballbundesliga nur einmal gereicht: In der vergangenen Saison, als der Hamburger SV mit 27 Punkten in der Relegation spielen und bestehen durfte, weil der 1. FC Nürnberg (26) und Eintracht Braunschweig (25) noch schlechter waren. Auf Rang 15 stand der VfB Stuttgart mit 32 Zählern, was seit der Saison 2004/2005 viermal direkt zum Abstieg geführt hätte.

In der laufenden Saison stehen die Hamburger und die Stuttgarter wieder ganz unten. Der HSV rangiert nach dem 27. Spieltag in der Tabelle erneut auf dem Relegationsplatz, der VfB ist Letzter. Die beiden Vereine eint aber nicht nur die schwierige Ausgangsposition: Sie haben es bei noch sieben ausstehenden Spielen und insgesamt acht vom Abstieg bedrohten Teams beide immer noch selbst in der Hand.

Das Restprogramm von Hertha BSC

Spieltag Gegner Heim/Auswärts
33. Eintracht Frankfurt H
34. TSG Hoffenheim A
Die beste Ausgangslage hat Hertha BSC. Die Berliner holten aus den vergangenen drei Spielen sieben Punkte, die Form spricht für das Team von Trainer Pál Dárdai. Anfang Februar übernahm der Ungar die Mannschaft von Jos Luhukay, seitdem holte Hertha 14 Zähler. Das Restprogramm zeigt, wie wichtig der Zwischensprint war. Mit Hannover und Köln folgen nun zwei direkte Konkurrenten, in den Spielen gegen den FC Bayern, Gladbach und den BVB wird es ungleich schwieriger. Allerdings reicht vermutlich ein Sieg zum Klassenerhalt, 35 Punkte gelten als neue magische Grenze, auch wenn in der Liga weiterhin die Zahl 40 verbreitet wird.

Das Restprogramm des FSV Mainz 05

Spieltag Gegner Heim/Auswärts
31. Hamburger SV H
32. VfB Stuttgart A
33. 1. FC Köln H
34. FC Bayern A
Einen Punkt hinter Berlin steht Mainz 05, das mit Martin Schmidt ebenfalls einen neuen Trainer präsentierte. In sechs Spielen unter Schmidt verloren die Mainzer nur ein Mal. Gegen die Spitzenklubs Gladbach, Augsburg und Wolfsburg holte Schmidt insgesamt fünf Punkte, den bevorstehenden Gegnern Leverkusen, Schalke und München blickt der FSV deshalb entspannter entgegen. Zumal noch vier Abstiegskandidaten warten, Mainz wird sich ebenfalls retten.

Das Restprogramm des 1. FC Köln

Spieltag Gegner Heim/Auswärts
30. Bayer Leverkusen H
31. FC Augsburg A
32. FC Schalke H
33. FSV Mainz A
34. VfL Wolfsburg H
Noch einen Zähler dahinter ist der 1. FC Köln platziert. Der Aufsteiger rutschte bisher nicht in die akut gefährdete Zone, auch deshalb wird Peter Stöger seine Premierensaison in der Bundesliga beenden dürfen. Allerdings haben die Kölner seit drei Spielen nicht mehr gewonnen, und mit Hertha BSC und Mainz 05 warten nur noch zwei Spiele gegen direkte Konkurrenten. Das Restprogramm spricht gegen den FC, der noch zwei Siege oder fünf Punkte benötigt.

Das Restprogramm des SC Freiburg

Spieltag Gegner Heim/Auswärts
33. FC Bayern H
34. Hannover 96 A
Richtig eng wird es von Platz 14 an, auf dem derzeit der SC Freiburg steht. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass sich die Breisgauer in den verbleibenden drei Heimspielen retten müssen. Auswärts passt wenig zusammen. Sollten die Partien in Stuttgart, Hamburg und Hannover verloren gehen, könnte es für Freiburg noch enger werden. Großes Plus: Trainer Christian Streich steht außerhalb jeder Diskussion.

Das Restprogramm von Hannover 96

Spieltag Gegner Heim/Auswärts
33. FC Augsburg A
34. SC Freiburg H
Das gilt für Tayfun Korkut bei Hannover 96 nicht. Der Trainer der schlechtesten Rückrundenmannschaft braucht schnell ein Erfolgserlebnis, auch wenn der Anfang nach dem 2:2 gegen Frankfurt gemacht scheint. Korkuts Schlüsselspiel steht unmittelbar bevor, am Abend empfängt Hannover Hertha BSC (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Danach folgt nur noch ein Spiel gegen einen direkten Konkurrenten. Im Moment spricht wenig für die 96er.

Das Restprogramm des Hamburger SV

Spieltag Gegner Heim/Auswärts
33. VfB Stuttgart A
34. FC Schalke H
Mit dieser Einschätzung muss auch der Hamburger SV leben, der seit sieben Spielen auf einen Sieg wartet und bei dem mit Peter Knäbel schon der dritte Trainer der Saison das Sagen hat. Die schlechteste Auswärtsmannschaft der Bundesliga wird froh sein, nur noch drei Mal in der Fremde antreten zu müssen. Andererseits kommt mit dem SC Freiburg nur noch ein Kontrahent aus dem Abstiegskampf nach Hamburg. Vielleicht heißt der Rettungsanker des HSV wieder Relegation.

Das Restprogramm des SC Paderborn

Spieltag Gegner Heim/Auswärts
33. FC Schalke A
34. VfB Stuttgart H
Ganze zwei Tore erzielte der SC Paderborn in der Rückrunde, das reichte immerhin zu fünf Punkten - einem mehr als Hannover. Besorgniserregend ist für den Aufsteiger, dass schon fast alle wichtigen Partien gespielt wurden. Am 31. Spieltag gastiert Paderborn beim SC Freiburg, und zur möglichen Abschiedsvorstellung reist der VfB Stuttgart nach Ostwestfalen. Der SC ist der Top-Favorit auf den direkten Abstieg.

Das Restprogramm des VfB Stuttgart

Spieltag Gegner Heim/Auswärts
33. Hamburger SV H
34. SC Paderborn A
Die schlechteste Ausgangsposition hat der VfB Stuttgart, der mit 23 Punkten am Tabellenende steht. Vor der Länderspielpause wurde die neun Spiele andauernde Negativserie mit dem 3:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt beendet, zwei Wochen später folgte in Wolfsburg ein erwartbarer Rückschritt. Das Restprogramm spricht aber für den VfB: Vier direkte Rivalen, die kommenden Gegner Bremen und Augsburg nicht in der besten Verfassung, und an den letzten beiden Spieltagen geht es mit dem HSV und Paderborn gegen die vermeintlich schwächsten Konkurrenten.



insgesamt 12 Beiträge
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kuestengucker 10.04.2015
1.
wo bitte seht stehen denn die direkten CL-Teilnehmer fest? Gladbach und Leverkusen trennen zwei Punkte - und sie treffen noch aufeinander...
hans-christian 10.04.2015
2. Bayern wird Meister !
Schön für die Bayern! Das aber nur darum, weil seine Gegner in der Liga schon vor jeder Partie schock erstarrt gleich einem Kaninchen vor der Schlange das Ergebnis abzumildern versucht sind. Risiko kampfbetontes war deshalb wohl oft auch nur von wenigen Ausnahmen der direkten Verfolger auf internationales Geschäft mal abgesehen selten zu sehen. Nur gut das wir noch den Abstiegskampf haben, sonst gebe es kaum noch das was Fußball so schön macht weil es von der Spannung und Überraschung lebt. Gefühle wie Trauer und überschwängliche Freude liegen da dicht beieinander, denn nur so lässt sich die breite Faszination welche von Fußball ausgeht wohl erklären. Bei noch 18 zu vergebenen Punkten halte ich einen sicheren Tipp für den Ausgang am Ende für zu gewagt, vermute aber das wir noch nicht den endgültigen Tabellenstand und damit die Absteiger sehen.
MHB, 10.04.2015
3. Ja der HSV
... spielt nun eine Saison mehr mit einem in der Form undbrauchbaren Kader grottenschlecht. Ich denke aber - wie letzte Saison - gibt es wieder mind. zwei die noch schlechter sind ... Stuttgart und Paderborn fallen mir da vor allem ein ... Ein kleiner Vollwaschgang durch Liga 2 würde dem HSV sicher mal gut tun, auch um teure Altlasten loszuwerden.
wernerwenzel 10.04.2015
4. Und wieder mal eine Saison,
die so dramatisch war, dass wohl kaum irgendwo ein Bier übergeschwappt ist. Warum erwachsene Menschen damit ihr Wochenende verschwenden, wird mir immer unverständlicher. Ich schlafe so gut wie nie beim Fernseh ein, aber die Samstagssportschau schafft mich ziemlich zuverlässig. Selbst bolzen ist immer noch die beste Lösung.
bratwurst007 10.04.2015
5.
Zitat von MHB... spielt nun eine Saison mehr mit einem in der Form undbrauchbaren Kader grottenschlecht. Ich denke aber - wie letzte Saison - gibt es wieder mind. zwei die noch schlechter sind ... Stuttgart und Paderborn fallen mir da vor allem ein ... Ein kleiner Vollwaschgang durch Liga 2 würde dem HSV sicher mal gut tun, auch um teure Altlasten loszuwerden.
Stuttgarts Tendenz zeigt bereits nach oben - leider werden sie das wohl schon am Wochenende zeigen und wohl mindestens einen, eher drei, Punkte holen. Hamburgs Formkurve zeigt dagegen steil nach unten. Das wird dieses Jahr nicht reichen - Hamburg geht direkt runter. Endlich!
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