Bundesliga-Samstag Bremen schießt sich an die Spitze

Tore, Tore, Tore: Der erste Bundesligaspieltag brachte den Stürmern jede Menge Erfolgserlebnisse - und den Trainern erste Erkenntnisse. Der HSV startet wie auch der neue Tabellenführer Werder Bremen mit souveränen Siegen in die Saison. Eher enttäuschend präsentierte sich dagegen der VfB Stuttgart.


Bremer Doppeltorschützen Klasnic, Klose: Neuer Tabelleführer
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Bremer Doppeltorschützen Klasnic, Klose: Neuer Tabelleführer

Hamburg - Der HSV gewann in der ausverkauften AOL-Arena mit 3:0 (2:0) gegen den 1. FC Nürnberg. Alle Augen hatten sich dabei auf den Hamburger Neuzugang Rafael van der Vaart gerichtet, doch der Holländer blieb verhältnismäßig unauffällig. Ganz im Gegensatz zu Sergej Barbarez: Der Kapitän der Norddeutschen traf gleich zweimal. Erst verwandelte der Bosnier einen Foulelfmeter (45. +1) zum 2:0, in der 60. Minute ließ er das 3:0 folgen. Sein Sturmpartner Emile Mpenza, der für Benjamin Lauth von Beginn an aufgestellt worden war, hatte bereits in der 3. Minute die Führung für den HSV erzielt.

"Das war endlich ein toller Saisonstart. Nach dem schnellen 1:0 war meine Mannschaft zwar nicht mehr so präsent, aber das 2:0 kurz vor der Pause hat uns die nötige Sicherheit gegeben", erklärte HSV-Coach Thomas Doll. Sein Nürnberger Kollege machte eben dieses zweite Tor der Hamburger für die Niederlage seines Teams verantwortlich. "Nach dem 0:1 war schon vieles kaputt, aber der eigentliche Genickschlag war das 0:2. Am Schluss ging es für uns nur darum, Schadensbegrenzung zu betreiben."

Stuttgart stolpert in Duisburg

Ebenfalls einen Heimsieg feierte Werder Bremen. Die Tore beim 5:2 (3:2) für den Dritten der vergangenen Saison schossen jeweils zweimal Miroslav Klose (1. und 82.), Ivan Klasnic (18. und 85.) sowie Kapitän Frank Baumann (36.). Bielefeld hatte die ersten beiden Führungstreffer der Heimmannschaft jeweils egalisiert, erst traf Nebosja Krupnikovic (12.), dann Stürmer Zuma zum 2:2. Werder ist nach dem Kantersieg neuer Tabellenführer der Liga.

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Bundesliga-Samstag: Flieger, Magier und ratlose Trainer

Werders Trainer Thomas Schaaf, der den Zuschauern gleich im ersten Heimspiel "guten Fußball" bieten wollte, war sehr zufrieden. Sein Team habe es "lediglich verpasst, nach den ersten Toren konsequent nachzulegen. Aber wenn man 5:2 gewinnt, kann man sich sicherlich nicht beschweren", sagte Schaaf. Für Thomas von Heesen war der Sieg der Bremer verdient, "auch wenn er etwas zu hoch ausgefallen ist", sagte der Bielefelder Coach.

Favorit Stuttgart stolperte dagegen in Duisburg und kam nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Cacau (5.) hatte den VfB früh in Führung geschossen, Abdelaziz Ahanfouf (31.) schoss den Ausgleich. Cacau sah wegen eines brutalen Fouls 20 Minuten vor Spielende zudem die Rote Karte. Gewohnt ehrlich kommentierte denn auch Giovanni Trapattoni den Ausgang des Spiels: "Das Remis ist ein gerechtes Ergebnis. Einige meiner Spieler sind konditionell noch nicht auf höchstem Niveau", erklärte der VfB-Maestro. Die Rote Karte gegen Cacau sei zudem berechtigt gewesen. "Da muss er einfach die Nerven behalten", so Trapattoni.

"Zu früh aufgehört"

Unentschieden trennten sich auch Hannover 96 und Hertha BSC. Die Berliner konnten dabei ihre schlechten Testergebnisse in der ersten Stunde vergessen machen und führten dank eines verwandelten Foulelfmeters von Marcelinho (49.) und eines Treffers von Artur Wichniarek zunächst mit 2:0 (54.). Für die Heimmannschaft stellten Christoph Dabrowski (66.) und Michael Tarnat (87.) mit einem fulminanten Freistoß noch den Ausgleich sicher.

Kölner Elfmeterschütze Schlicke: Wichtiger Arbeitssieg
DDP

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Doch während Hannovers Trainer Ewald Lienen "mit dem Unentschieden leben" konnte, war Herthas Falko Götz bedient. "Wir haben zu früh aufgehört und vergessen, den Sack zuzumachen. Das Ergebnis ist ärgerlich, es hätte ein sehr guter Saisonstart werden können."

Eine Führung verspielte auch Borussia Dortmund beim VfL Wolfsburg. Mit 2:1 hatten die Westfalen nach Treffern von Ebi Smolarek (55.) und Jan Koller (81.) bereits vorn gelegen, doch Kevin Hofland (82.) gelang im Gegenzug der Ausgleich. Fernando Klimowicz hatte den VfL zunächst in Führung gebracht (9.). "Ich bin nicht zufrieden, weil wir in großen Teilen des Spiels überlegen waren und zwei Tore bei Standardsituationen verschenkt haben", sagte BVB-Coach Bert van Marwijk.

Podolski bleibt ohne Treffer

Aufsteiger 1. FC Köln startete mit einem Sieg gegen den FSV Mainz 05 in das Abenteuer Bundesliga. Den Erfolg sicherte aber nicht Supertalent Lukas Podolski. Bei Björn Schlickes entscheidendem Foulelfmeter (87.) hatte der Nationalspieler den Platz gerade verlassen. Für Köln war es der erste Auftaktsieg in der höchsten Spielklasse seit acht Jahren. "Das war ein ganz wichtiger Arbeitssieg", sagte Kölns Uwe Rapolder, "auch wenn er etwas glücklich ist. Ich denke, die drei Punkte gehen in Ordnung, denn wir hatten die klareren Chancen", erklärte der Coach.

Bereits gestern Abend hatte der deutsche Meister und Pokalsieger Bayern München einen erfolgreichen Start in die Saison gefeiert. Die Münchner besiegten Borussia Mönchengladbach mit 3:0 (1:0) nach Toren von Owen Hargreaves (28.) und Roy Makaay (83. und 88.).

Der erste Bundesligaspieltag wird morgen (ab 17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) mit den Partien Schalke 04 gegen 1. FC Kaiserslautern sowie Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen abgeschlossen.



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