Erfolg gegen Werder Schöpf schießt Schalke zum Sieg

Krise? Das war einmal. Der FC Schalke hat seine Top-Form auch gegen Bremen bestätigt. Werder steckt wieder mitten im Abstiegskampf, durfte sich aber über das Comeback von Claudio Pizarro freuen.

DPA

Schalke 04 hat zum Abschluss des zehnten Bundesliga-Spieltags einen souveränen Erfolg über Werder Bremen gefeiert. Die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl gewann 3:1 (2:1) und durfte sich vor allem bei Doppeltorschütze Alessandro Schöpf (35. Minute, 63.) bedanken. Nabil Bentaleb erzielte den dritten Treffer (38.), für Bremen traf Serge Gnabry per Foulelfmeter (42.).

Die nun seit neun Pflichtpartien ungeschlagenen Schalker stehen durch den Erfolg auf Rang zwölf. Werder ist nach der dritten Niederlage in Serie auf den Relegationsplatz abgerutscht. Hier geht's zur aktuellen Tabelle.

Lange tat sich auf Schalke wenig. Bremens Strategie, die Knappen mannorientiert zu verteidigen, ging auf, sodass die Gastgeber nur nach Standardsituationen gefährlich wurden (Eric Maxim Choupo-Moting/5.; Schöpf/19.). Zugleich blieb Werder selbst völlig harmlos. Denn nach Balleroberungen schalteten sich kaum Mitspieler in den Folgeangriff ein; stattdessen schlugen die Bremer den Ball meist lang in Richtung Gnabry, der allein gegen Schalkes Dreierkette überfordert war. Mehr als einen halbwegs gefährlichen Fernschuss von Theodor Gebre Selassie (15.) brachte der Werder-Angriff nicht zustande.

Die spektakulärste Aktion des Spiels fungierte dann als Weckruf. Schalkes Max Meyer knallte den Ball aus mehr als 20 Metern an die Unterkante der Latte, von wo er vor die Torlinie und dann zurück ins Feld prallte. Während Bremens Verteidiger dem Ball nachsahen, erkannte Schöpf seine Chance und köpfte S04 zum 1:0.

Werder-Keeper Wiedwald patzt doppelt

Auch beim zweiten Schalker Treffer wirkte die Werder-Abwehr schlafmützig. Einen Freistoß von Naldo konnte Torwart Felix Wiedwald nicht sauber klären, doch weil kein Bremer reagierte, durfte Bentaleb den Abpraller ungestört verwerten. Dass die Gäste zur Pause dennoch auf einen Punktgewinn hoffen durften, lag daran, dass Schöpf im Schalker Strafraum Bremens Gnabry touchierte und der 21-Jährige den fälligen Strafstoß selbst verwandelte.

Doch die Hoffnung währte nicht lange, Schalke spielte konsequent auf einen dritten Treffer. Schöpf scheiterte zunächst mit einer Direktabnahme an Wiedwald (57.), kurz darauf stand der Keeper erneut im Mittelpunkt, als er einen Distanzschuss von Johannes Geis abermals unsauber abwehrte; anders als bei Bentalebs Tor zum 2:0 konnte Schalke diesmal nicht profitieren, weil Choupo-Moting den Ball vorbei köpfte (58.).

Kurz darauf war das Spiel entschieden: Der starke Meyer bediente Sead Kolasinac, dessen Flanke im Strafraum bei Schöpf landete. Mit einem Flachschuss ins Eck sorgte er für klare Verhältnisse.

Und Bremen? Mühte sich vergeblich um Durchschlagskraft im Angriff. Trainer Alexander Nouri brachte unter anderem Claudio Pizarro ins Spiel; Werders Starstürmer feierte nach langer Verletzungspause sein Saisondebüt. Viel bewirken konnte der 38-Jährige aber nicht, die Gäste erspielten sich nach Schöpfs zweitem Treffer keine einzige klare Torchance.

Schalke 04 - Werder Bremen 3:1 (2:1)
1:0 Schöpf (35.)
2:0 Bentaleb (38.)
2:1 Gnabry (42., Foulelfmeter)
3:1 Schöpf (63.)
Schalke: Fährmann - Höwedes, Naldo, Nastasic - Geis - Schöpf, Goretzka, Bentaleb (80. Stambouli), Kolasinac - Choupo-Moting (90.+1 Konopljanka), Meyer (88. Baba)
Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, S. García - Petsos - Bartels (70. Pizarro), Fritz (64. Hajrovic), Grillitsch, Junuzovic - Gnabry
Schiedsrichter: Perl (Pullach)
Zuschauer: 61.263
Gelbe Karten: Bentaleb (3.), Stambouli - Veljkovic, Petsos, S. García (2.)

mon



insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
steingärtner 06.11.2016
1. Da wächst was nach
Da wächst mit Gnabry in den Reihen der Bremer, langsam ein würdiger Nachfolger für Robben heran.
hanswurster 06.11.2016
2. Keine weitere Chance für Werder
Man könnte noch die zwei Elfmeter erwähnen, die Werder hätte bekommen können. Insbesondere der zweite an Grillitsch absolut klar. Aber mehr als einen wollte er Werder wohl nicht geben...
Freifrau von Hase 06.11.2016
3.
"Da wächst mit Gnabry in den Reihen der Bremer, langsam ein würdiger Nachfolger für Robben heran" Jupp. Ist ja bis heute auch nicht ganz klar, inwieweit Bayern da den Daumen drauf hat. Aber sollte Gnabry weiter so stark spielen, wird er so oder so nicht in Bremen bleiben. Aber warten wir erstmal ab. Coman hatte auch ein starkes erstes Jahr. 2,3 Jahre BuLi-Erfahrung würden Gnabry gut tun. Sehe zunächst Europameister Raphaël Guerreiro bei Bayern.
joe.micoud 06.11.2016
4.
Werder ist der Grund warum Ingolstadt und Hamburg noch Chancen auf die Relegation haben. Jedes Spiel ordentlich Gegentore ohne Ende und heute gegen nicht mal starke Schalker verdient verloren. Nouri-Effekt ist weg.
steingärtner 06.11.2016
5. Sorry
Zitat von Freifrau von Hase"Da wächst mit Gnabry in den Reihen der Bremer, langsam ein würdiger Nachfolger für Robben heran" Jupp. Ist ja bis heute auch nicht ganz klar, inwieweit Bayern da den Daumen drauf hat. Aber sollte Gnabry weiter so stark spielen, wird er so oder so nicht in Bremen bleiben. Aber warten wir erstmal ab. Coman hatte auch ein starkes erstes Jahr. 2,3 Jahre BuLi-Erfahrung würden Gnabry gut tun. Sehe zunächst Europameister Raphaël Guerreiro bei Bayern.
Ich meinte eher die frapierenden Ähnlichkeiten und Fähigkeiten beim Umgang mit den Herausforderungen des Gravitationsgesetzes.
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