Bundesliga Schalke verliert in Minute 90.+9

RB Leipzig gewann nach Rückstand bei Bayer Leverkusen, Schalke verlor durch einen Video-Beweis in der Nachspielzeit. Und für Hannover gibt es kaum noch Hoffnung.

Schalkes Burgstaller
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Schalkes Burgstaller


Schalke 04 - Eintracht Frankfurt 1:2 (1:1)

In der 13. Minute wehte ein Hauch von 1996 durch die Schalker Arena. Frankfurts Ante Rebic zog den Ball mit der Sohle vorbei an Torhüter Alexander Nübel und traf zum 1:0. Die Älteren dürften sich an das EM-Viertelfinale zwischen Kroatien und Deutschland (1:2) erinnern, als Davor Suker auf diese Weise Andreas Köpke verladen hatten. Ob dieser Trick zur kroatischen Fußballausbildung gehört? Wir wissen es nicht. Suat Serdar bewies jedenfalls, dass man auch einfacher treffen kann. Der Schalker drückte nach einer Ecke einen Abpraller zum Ausgleich ins Frankfurter Tor (21.). Frankfurt hoffte noch aus Hilfe aus Köln, um vor der Pause wieder in Führung zu gehen. Doch der Videobeweis nach einem Zweikampf zwischen Jeffrey Bruma und Rebic führte zu der Entscheidung: kein Elfmeter (31.).

In der zweiten Hälfte gelang beiden Teams wenig, spannend wurde es erst wieder in der Nachspielzeit: Erst flog Serdar mit Gelb-Rot vom Platz, dann verschuldete Daniel Caliguiri noch einen Handelfmeter, den Luka Jovic sicher verwandelte. Eine strittige Entscheidung, die die Schalker in Rage brachte. Trainer Huub Stevens sprach davon, dass "die ganze Welt" gegen den Klub sei. Sportvorstand Jochen Schneider nannte den Elfmeter eine "Frechheit". Nach der Niederlage hat Schalke auf Platz 14 nun fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, Frankfurt bleibt Vierter.

Bayer Leverkusen - RB Leipzig 2:4 (2:1)

Kai Havertz ist mit erst 19 Jahren schon einer der besten Spieler der Liga. Das bewies der Leverkusenermal wieder in der ersten Hälfte gegen Leipzig. Nach elf Minuten verwandelte er einen Elfmeter, bei dem er RB-Torhüter Peter Gulácsi in die falsche Ecke schickte. Noch schöner war Havertz' zweiter Treffer. Sein Volley aus rund 14 Metern Entfernung klatschte vom Innenpfosten ins Tor (23. Minute). Es war die erneute Führung für Leverkusen, Marcel Sabitzer hatte mit einem Freistoßtor ausgeglichen (17. Minute).

Und auch das 2:1 hatte nicht ewig Bestand. Timo Werner schnappte sich in 63. Minute den Ball, ließ zwei Gegner stehen und traf ins lange Eck (63.). Durch einen Handelfmeter von Emil Forsberg (72.) und ein Zaubertor von Matheus Cunha (83.) drehte RB sogar noch das Spiel gegen Leverkusen, das mit 42 Punkten auf Tabellenplatz acht liegt, Leipzig ist Dritter.

VfL Wolfsburg - Hannover 96 3:1 (1:1)

Hannovers Chancen auf den Klassenerhalt schrumpfen. Die Niederlage im Niedersachsenderby war die siebte in Folge; seit Thomas Doll 96-Trainer ist, hat das Team acht von neun Partien verloren. Bei der Niederlage in Wolfsburg wurde Hannover-Angreifer Genki Haraguchi zur tragischen Figur.

In der zweiten Hälfte, Spielstand 1:1, hatte der 27-Jährige gleich zwei Großchancen zur Führung. Beide Male scheiterte Haraguchi an VfL-Keeper Pavao Pervan, vor allem beim zweiten Versuch hätte ein Pass auf den freistehenden Teamkollegen Nicolai Müller wohl sicher zum 2:1 geführt (58.). Stattdessen trafen Renato Steffen (71.) und Jérôme Roussillon (78.) auf der Gegenseite für Wolfsburg. Zuvor hatte Steffen (31.) den Führungstreffer von Hendrik Weydandt (30.) ausgeglichen.

Der VfL ist vorerst Sechster. Hannover bleibt Tabellenletzter und hat nun sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Der Rückstand auf Platz 15 beträgt elf Punkte.

Hertha BSC - Fortuna Düsseldorf 1:2 (1:1)

Abstieg unrealistisch, Europacup auch: Für Hertha und die Fortuna ist die Saison im Grunde gelaufen. Mit dem fehlenden Druck gingen die Teams aber unterschiedlich um. Aufsteiger Düsseldorf war in Berlin die gefährlichere Mannschaft und überholte die Gastgeber durch den Erfolg in der Tabelle.

Benito Raman brachte Düsseldorf in Führung; typisch für die Fortuna resultierte der Treffer aus einer Konteraktion (30.). Zuvor hatte Düsseldorfs Dodi Lukebakio Gelegenheiten aufs 1:0 vergeben (26., 30.). Marko Grujic gelang zwar der Ausgleich (41.), doch erneut Raman erzielte nach der Pause den Siegtreffer für die Gäste (61.).

VfB Stuttgart - 1. FC Nürnberg 1:1 (0:1)

Stuttgart hat es verpasst, seinen Vorsprung auf die sicheren Abstiegsplätze zu vergrößern. Der VfB (21 Punkte) bleibt nach dem Remis weiter auf dem Relegationsrang, Nürnberg, ein Platz dahinter, hat vier Punkte Rückstand auf die Stuttgarter.

Beide Mannschaften erarbeiteten sich klare Gelegenheiten: VfB-Verteidiger Marc-Oliver Kempf traf die Latte (34.), Nürnbergs Matheus Pereira den Pfosten (39.); gerade in der zweiten Hälfte ging es hin und her. Treffer fielen aber nur zwei: Pereira brachte Nürnberg vor der Pause in Führung (42.), die Stuttgarts Ozan Kabak aus abseitsverdächtiger Position ausglich (75.).

mon/luk

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der_dr_Nickel 06.04.2019
1. 90+x egal; es war...
...das 15. Spiel in Folge (EL+Buli in 2019) das nicht verloren wurde. Kann von mir aus ruhig so weiter gehen ;-)) Das es nach sechs Minuten schon 0:2 in der Arena hätte stehen können ist genauso wahr wie diese VAR-Farce zu Anfang und Ende! Generell sollte dieser Video-Quatsch m. E. wieder abgeschafft und nicht auch noch in Liga 2 eingeführt werden. [Zumal wenn ich mir dann auch dieses pseudo Handspiel von Weisser bei LEV vs. Dosenball ansehe.] Dieser Blödsinn macht das Spiel kaputt! Aber zum eigentlichen Spiel: Die Adlerträger waren Selbstschuld das S04 wieder ins Spiel gekommen ist. Das 1:1 völlig unnötig und durch eine unglückliche Abwehr von KT vor die Füße von Serdar begünstigt. Das die Knappen über etwas zu viel Einsatz, vulgo körperliche Härte, ins Spiel gehen würden (geht der Titel "Kloppertruppe" jetzt eigentlich an die?) war zu erwarten. Es ist scheinbar wenig Selbstvertrauen bei den blau-weißen und der Abstiegsk(r)ampf nervt sicherlich. Sieht man daran wenn selbst Spieler wie Embolo (der heute durch seine schauspielerische Leistung aufgefallen ist) oder Serdar, die ja eigentlich die spielerische Klasse haben, dermaßen zur Sache gehen. Es waren - zugegeben mit meiner getönten Brille - keine wirklich durchdachten Spielzüge der Knappen zu erkennen. Nübel war - auch mit etwas Glück, aber das steht dem glücklichen zu - bester Schalker. Wie auch immer. Es bleiben drei Punkte, und ein sehr gut anzusehendes Spiel der Adlerträger gegen ein Abwehrbollwerk, sowie die Tatsache das es bis zu Platz fünf jetzt fünf Punkte sind. Die CL-Teilnahme über die Buli, falls es wider Erwarten mit Baku nichts werden sollte, also weiterhin greifbar. Und damit auch die Hoffnung das die Mannschaft in ihrer derzeitigen Zusammensetzung bis zum Winter 2020 beibehalten werden kann. Mit der heutigen Leistung, insbesondere beim schnellen Umschaltspiel, ist mir vor Do. nicht wirklich bange und ich gehe mal all-in: es wird wohl das 16. Spiel in Folge ohne Niederlage werden.
spon1899 06.04.2019
2.
Warum darf sicher Stevens so aufführen? Kann der nicht verlieren? Mittwoch fliegt er verdient aus dem Pokal und hinterher blafft er den sachlichen Reporter an und heute erzählt der allen Ernstes was von Ungerechtigkeit und beschimpft Schiri und Assistent. Dabei war der Elfer korrekt und vor allem wurde Frankfurt ein weiterer klarer Elfer verweigert. Was will der also? Kennt der die Regeln nicht? Mit 65 Jahren so ein Verhalten find ich peinlich.
skeptikerjörg 06.04.2019
3. Matchball vergeben
Stuttgart vergibt den ersten Matchball. Tut vielleicht nochmal weh. Und Schalkes Hoffnung bleibt, dass Stuttgart, Nürnberg und Hannover noch schlechter sind. Und Düsseldorf? Glückwunsch an den Rhein und an Friedhelm Funkel. Als Abstiegskandidat gestartet und hat alle überrascht - selbst den eigenen Vorsitzenden und Sportdirektor. Letztlich Leverkusen; läuft wieder mal der Musik hinterher. Lag wohl doch nicht an Heiko Herrlich.
brandmauerwest77 06.04.2019
4. Abstieg in Reichweite
Wenn man das Spiel in Stuttgart gesehen hat, kann man nur konstatieren, dass die VFB Mannschaft eine Gurkentruppe von vorne bis hinten ist. Ausnahme der junge Kabak, Torwart Zieler und vielleicht noch Zuber. Den Rest kann man getrost vergessen, hat in der 1. Bundesliga nichts zu suchen. Aber auch Trainer Weinzierl hat leider bewiesen, dass Er nicht gerade zu den Spitzentrainern zählt. Die Ursachen für die ganze Malaise mögen ja schon in der letzten Saison liegen plus die Katastropheneinkäufe für die jetzige Saison, trotzdem hätte Weinzierl mehr herausholen müssen. Es wird wohl besser sein abzusteigen und neu aufzubauen.
meresi 06.04.2019
5. Grats
an Leipzisch, Düsseldorf und die Frank'nfurter. Sensationel was Funkel aus seiner Mannschaft herausholt. Da sollten sich die Vereinsführer von Düsseldorf mal niederknien vor Funkel. Für Hannover sehe ich schwarz und Schlacke bleibt Schlacke.
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