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Fotostrecke: Wenn Keller in die Luft geht

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Bundesliga Schalke bezwingt Dortmund in packendem Revierderby

Das Derby hat gehalten, was es versprach: Schalke und Dortmund lieferten sich ein spannendes Spiel, die Gastgeber siegten knapp. Bayern gewann in Köln, Stuttgart feierte seinen ersten Saisonsieg.

Hamburg - Das Revierderby zwischen dem FC Schalke und Borussia Dortmund birgt traditionell Brisanz - auch wenn sich insbesondere die Dortmunder im Vorfeld diplomatisch gegeben hatten. Umso leidenschaftlicher ging es auf dem Platz zu: Schalke gewann 2:1 (2:1) dank einer starken Anfangsphase mit Toren von Joel Matip (10. Minute) und Eric Maxim Choupo-Moting (23.), den Dortmunder Treffer erzielte Pierre-Emerick Aubameyang (26.).

BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte seine Elf gegenüber dem 2:2 gegen Stuttgart auf vier Positionen verändert. So ersetzte beispielsweise Mats Hummels den Griechen Sokratis und bestritt damit erstmals seit dem WM-Finale von Rio wieder ein Spiel von Beginn an. Bei Schalke rückten Matip und Kevin-Prince Boateng in die Startelf.

Das Duell der Revierklubs begann intensiv: Gerade mal 20 Sekunden nach dem Anpfiff prallten Choupo-Moting und Lukasz Piszczek bei einem Luftduell mit den Köpfen aneinander. Piszczek musste daraufhin minutenlang behandelt werden, der Dortmunder konnte dann jedoch mit einem Cut über der Augenbraue weiterspielen - und musste das frühe Gegentor auf dem Feld miterleben: Sidney Sam brachte eine Schalker Ecke auf Matip, dem von seinem Gegenspieler Hummels viel Platz gelassen wurde - der Kameruner Nationalspieler köpfte unbedrängt ein (10.).

Viel Tempo, viele Chancen

Dortmund stand kurz unter Schock, spielte sich dann aber Chancen heraus. Nach schöner Brust-Ablage von Ciro Immobile scheiterte Kevin Großkreutz mit einem Schuss aus der Distanz (15.), Immobile selbst verzog kurz darauf aus spitzem Winkel (19.).

In der Defensive hingegen offenbarte der BVB ein weiteres Mal erstaunliche Schwächen. Gegen Klaas-Jan Huntelaar konnte Torwart Roman Weidenfeller noch stark zur Seite abwehren, doch mit Adrián Ramos brachte ausgerechnet ein Dortmunder den Ball wieder in die Gefahrenzone. Huntelaars zweiten Versuch konnte Neven Subotic noch in höchster Not blocken, den Abpraller schoss Choupo-Moting ins Tor (23.).

Die Dortmunder Defensive zeigte sich nicht nur bei den Gegentreffern in einem katastrophalen Zustand. Immerhin gelang dem BVB der schnelle Anschluss: Aubameyang traf nach Pass von Ramos (26.).

Während das Spiel in der ersten halben Stunde hin- und hergegangen war, schafften es die beiden Defensivreihen danach, sich etwas zu stabilisieren. Insbesondere Dortmund fand besser ins Spiel.

Nach der Pause erreichte S04-Torwart Ralf Fährmann einen Flachschuss von Immobile gerade noch mit den Fingerspitzen (49.). Auf der Gegenseite verzog Boateng freistehend von der Strafraumgrenze (51.).

Insgesamt war Dortmund nun aber klar überlegen, insbesondere der nach knapp einer Stunde eingewechselte Shinji Kagawa sorgte für Schwung. Schalke hatte Glück: Nach einem Zweikampf zwischen Matip und Ramos auf der Strafraumlinie forderten die Dortmunder vergeblich Elfmeter (66.). Außerdem musste Fährmann den Ball nach einem Zuspiel von Kagawa auf Ramos entschärfen (85.).

Dortmund drängte weiter auf den Ausgleich, Huntelaar verpasste bei einem Konter um Millimeter die Entscheidung (90.+3). Trotzdem konnten die Schalker am Ende jubeln.

1. FC Köln - FC Bayern München 0:2 (0:1)

Bei Aufsteiger Köln übernahmen die Bayern sofort die Kontrolle - und hätten bereits nach vier Minuten einen Elfmeter bekommen müssen. Nach einem Foul von Daniel Halfar an Arjen Robben verweigerte Schiedsrichter Knut Kircher den fälligen Pfiff. Trotzdem gingen die Münchner in Führung: Einen Querpass von Thomas Müller verpasste Robert Lewandowski zwar, doch der am zweiten Pfosten lauernde Mario Götze brachte den Ball ins Tor (19.). Bayern blieb dominant. Nach rund einer halben Stunde trauten sich die Kölner etwas mehr zu und kamen zu einer guten Möglichkeit, doch Bayern-Torwart Manuel Neuer war sowohl gegen Adam Matuschyk zur Stelle als auch beim Nachschuss von Anthony Ujah (34.).

Die Münchner Pausenführung war trotzdem hochverdient. In der zweiten Hälfte das gleiche Bild: Bayern war drückend überlegen, ein weiterer Treffer nur eine Frage der Zeit. Den besorgten die Kölner schließlich selbst: Halfar traf, bedrängt von David Alaba, ins eigene Tor (66.). Der Sieg der Bayern war zu keiner Zeit in Gefahr.

SC Freiburg - Bayer Leverkusen 0:0

Leverkusen begann in Freiburg stark, schwächte sich dann aber selbst: Verteidiger Emir Spahic musste früh mit Gelb-Rot vom Platz (28.). Bayer geriet in der Folge unter Druck, Felix Klaus vergab eine Riesenchance für Freiburg (37.). In der zweiten Hälfte präsentierte sich die Leverkusener Defensive trotz der Unterzahl besser organisiert, Freiburg kam zunächst zu keinen weiteren Möglichkeiten. Stattdessen war Bayer immer wieder gefährlich: Karim Bellarabi schoss den Ball an die Unterlatte, von dort aus prallte er auf die Torlinie (73.). Fünf Minuten später flog Freiburgs Pavel Krmas nach einem Foul an Lars Bender mit Gelb-Rot vom Feld. Der Sport-Club konnte am Ende froh sein über den Punktgewinn.

VfB Stuttgart - Hannover 96 1:0 (0:0)

Der VfB war gegen vorsichtige 96er überlegen und erspielte sich die besseren Chancen. Nach Pass von Daniel Didavi brachte Christian Gentner den Ball mit der Hacke auf das Tor - Marcelo klärte vor der Linie (37.). In der zweiten Hälfte spielte der zur Pause eingewechselte Filip Kostic den Ball in den Fünfmeterraum, Timo Werner verpasste nur knapp (53.). Nach einer guten Stunde kam auch Hannover endlich zu einer klaren Torchance: Manuel Schmiedebach traf nach Vorlage von Leonardo Bittencourt den Ball nicht richtig (63.). Stuttgarts Daniel Schwaab machte es nach einer Ecke besser: Er schoss den von Gentner per Kopf verlängerten Ball auf das Tor, 96-Keeper Ron-Robert Zieler konnte erst knapp hinter der Linie klären. Schiedsrichter Günter Perl gab den Treffer zurecht (69.). Hannover wurde in der Folge gefährlicher. Die beste Chance zum Ausgleich vergab Joselu, der von zwei Stuttgartern am Abschluss gehindert wurde (79.). Am Ende konnte der VfB einen verdienten Sieg erringen.

SC Paderborn - Borussia Mönchengladbach 1:2 (0:2)

Das Überraschungsteam aus Paderborn begann stark, ließ sich dann aber zweimal von Gladbach auskontern: Patrick Herrmann stand nach einem Querpass von Branimir Hrgota völlig frei und traf zur Führung (8.), die Raffael kurz darauf ausbaute (14.). Vor allem beim zweiten Gegentor war die Paderborner Defensive erschreckend passiv, sodass Raffael nach einem von Torwart Lukas Kruse abgewehrten Kopfball noch zu seinem erfolgreichen Nachschuss kommen konnte. In Hälfte zwei gelang Paderborns Jens Wemmer nach Vorlage von Moritz Stoppelkamp der Anschlusstreffer (70.). So musste Gladbach doch noch zittern, konnte den knappen Sieg aber gerade so über die Zeit retten.

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tim