Schalke-Trainer Keller "Wahnsinn, wie ich beurteilt werde"

Schalkes Trainer Jens Keller fühlt sich von der Öffentlichkeit nicht genug respektiert. Viele hätten ihm bei seinem Amtsantritt nicht die Chance gegeben, den Job in Ruhe anzugehen. Dennoch bereut Keller es nicht, ihn angenommen zu haben.
Schalke-Trainer Keller: Bald hundert Tage im Amt

Schalke-Trainer Keller: Bald hundert Tage im Amt

Foto: Matthias Schrader/ AP/dpa

Hamburg - Etwa hundert Tage ist Jens Keller im Amt, und die Bilanz des Schalker Trainers fällt durchmischt aus: Vier Siege, zwei Unentschieden, drei Niederlagen stehen in der Bundesliga zu Buche, hinzu kommt das Aus in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul. "Wir waren auf einem ganz guten Weg, nur die jüngsten beiden Spiele waren ein bisschen unglücklich", sagt Keller mit Blick auf das 2:3 gegen Istanbul und das 0:3 zuletzt in Nürnberg: "Wir haben gut gearbeitet, man hat den Fortschritt gesehen."

Dass nicht alle seine Meinung teilen, irritiert Keller: "Es ist Wahnsinn, wie ich beurteilt werde", sagt der 42-Jährige, der seit dem 16. Dezember im Amt ist: "Die meisten haben mir überhaupt keine Chance gegeben zu arbeiten." Schon vor seinem ersten Bundesligaspiel als Chefcoach Schalkes sei er für viele "am Ende" gewesen, dann das "Gesicht der Schalker Krise". Fast täglich machten neue Namen möglicher Nachfolger die Runde.

Keller ärgert sich über die Wankelmütigkeit seiner Beobachter. Nach dem 2:1 im Revierderby gegen den Borussia Dortmund sei "alles unglaublich toll" gewesen, Keller habe sogar als dauerhafte Lösung für die kommende Saison gegolten. "Aber davor war alles katastrophal. Jetzt heißt es schon wieder: War es doch nur ein Strohfeuer?", sagt der Trainer.

Trotzdem will er sich selbst nicht unter Druck setzen: "Es braucht natürlich seine Zeit. Mit Jürgen Klopp ist die Dortmunder Mannschaft erst nach zwei Jahren dahin gekommen, wo sie heute ist. Bei mir erwartet man, dass ich innerhalb von drei Wochen alles ändere." Rückendeckung erhält Keller indes von Aufsichtsratchef Clemens Tönnies: "Es wäre unfair, wenn er keine Chance bekäme."

psk/sid
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