Bundesliga-Schlusslicht Cottbus beurlaubt Sander

Der FC Energie Cottbus hat sich von Trainer Petrik Sander getrennt. Der Tabellenletzte hofft, so den drohenden Abstieg verhindern zu können. Einen neuen Coach haben die Lausitzer noch nicht verpflichtet.

Cottbus - Wie der FC Energie heute Vormittag mitteilte, habe sich der Club von Sander getrennt. Grund seien "ausschließlich sportliche Gründe". Das zerrüttete Verhältnis zwischen Sander und Präsident Ulrich Lepsch soll keine Rolle gespielt haben. Cottbus hat in dieser Spielzeit noch keinen Erstliga-Sieg geschafft. Gestern hatte Energie auch sein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg 1:2 verloren und rutschte mit zwei Punkten auf den letzten Tabellenplatz ab.

"Wir wollen so schnell wie möglich einen neuen Trainer finden und werden jetzt eine Prioritäten-Liste abarbeiten", sagte Manager Steffen Heidrich. "Es wird keinen Nachfolger aus dem Verein geben, wir suchen eine Lösung von außen", so Lepsch, den viele Fans im Stadion ausgebuht hatten ("Vorstand raus"). Sander hingegen, der gleich nach dem Schlusspfiff jedem Cottbuser auf der Bank die Hand geschüttelt und sich mit seinen Assistenztrainern im Mittelkreis umarmt hatte, wurde vom Energie-Anhang gespriesen. "Du bist der beste Mann", hallte es von der neuen Nordtribüne.

Als Ersatz für Sander, der insgesamt 13 Jahre im Trainerteam des FC Energie beschäftigt war und auch beim Lausitz-Club spielte, werden Michael Frontzeck, Jürgen Kohler, Klaus Augenthaler, Ulf Kirsten und Thomas von Heesen gehandelt. Erst einmal soll der bisherige Sander-Assistent Thomas Hoßmang das Training leiten und die Mannschaft betreuen. Am Mittwoch muss Cottbus bei Bayern München antreten.

In der Bundesliga-Geschichte ist Sander seit 1963 der 317. Trainer, der vorzeitig seinen Platz auf der Bank räumen musste. Diese Saison ist es die erste Trainer-Entlassung.

Sander war von Lepsch-Vorgänger Dieter Krein vor knapp drei Jahren zum Cheftrainer befördert worden und trat am 23. November 2004 die Nachfolge von Eduard Geyer an. Der 46 Jahre alte Sander verhinderte mit den Cottbusern den Abstieg in die Regionalliga.

Der Club und Sander schafften dann in der Spielzeit 2005/2006 die Rückkehr in die Bundesliga. In der vergangenen Saison sicherte sich Cottbus die Zugehörigkeit zur Eliteliga völlig überraschend drei Spieltage vor Saisonende.

Felix Magath, der nach dem Sieg in Cottbus durchatmen kann, kritisierte die Entscheidung der Energie-Führung. "Den Irrsinn, dass immer die Trainer für alles verantwortlich gemacht werden, den kann doch keiner mehr mitmachen", sagte Magath, "grundsätzlich ist das in Deutschland sportlich eine schlechte Entwicklung."

ach/dpa/sid

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