Bundesliga-Schlusslicht Gladbach trennt sich von Trainer Frontzeck

Michael Frontzeck ist nicht mehr Trainer bei Borussia Mönchengladbach. Der Club reagierte auf die Niederlage beim FC St. Pauli und das bisher katastrophale Abschneiden in dieser Saison. Über mögliche Nachfolger sagte Gladbach nichts.
Gladbach-Trainer Frontzeck: Aus nach Krisensitzung

Gladbach-Trainer Frontzeck: Aus nach Krisensitzung

Foto: Joern Pollex/ Bongarts/Getty Images

Hamburg - Der abstiegsbedrohte Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat sich von Trainer Michael Frontzeck getrennt. Das bestätigte der Tabellenletzte am Sonntagabend, einen Tag nach dem 1:3 beim FC St. Pauli. "Nach den beiden Niederlagen gegen unsere beiden direkten Konkurrenten Stuttgart und St. Pauli mussten wir unsere Situation neu überdenken. Das war für uns eine sehr schwierige Entscheidung", sagte Sportdirektor Max Eberl. Über einen möglichen Nachfolger äußerte sich der Club zunächst nicht.

"Wir hätten uns alle sehr gewünscht, die gesteckten Ziele gemeinsam mit Michael Frontzeck zu erreichen. Nach den jüngsten Ergebnissen haben wir uns aber entschieden, den Trainer zu wechseln", so Vizepräsident Rainer Bonhof. Am frühen Sonntagmorgen hatte es im Borussia-Park eine Krisensitzung gegeben. Nach dem Gespräch mit Eberl, Bonhof und Geschäftsführer Stephan Schippers hatte Frontzeck noch erklärt: "Natürlich mache ich weiter. Ich bin noch Trainer. Ich habe gesagt, dass ich meinen Vertrag erfülle."

Der Vorstand hatte weitere Beratungsgespräche angekündigt und sich dann gegen Frontzeck entschieden. Der entlassene Coach zeigte Verständnis für die Entscheidung seiner Bosse. "Natürlich ist die Enttäuschung groß. Aber ich kann auch verstehen, dass der Verein die letzte Option ziehen will", sagte Frontzeck der "Bild"-Zeitung.

Sieben Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz

Zuletzt war Gladbach fast teilnahmslos dem dritten Abstieg nach 1999 und 2007 entgegentaumelt. Am Hamburger Millerntor zeigte die Borussia keinen Einsatz und verlor beim engagierten, aber keinesfalls überragenden Gastgeber vollkommen zu Recht.

Nach der Niederlage gegen St. Pauli hatte Eberl noch gesagt: "Wir werden das Spiel und die gesamte Situation analysieren, aber nicht in der Öffentlichkeit". Der ehemalige Borussen-Spieler hatte sich zuvor auch nach Niederlagen immer für Frontzeck ausgesprochen.

Für Gladbach war es die zweite Niederlage nacheinander gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Eine Woche zuvor hatte Gladbach gegen Stuttgart einen 2:0-Vorsprung verspielt. Schon damals war Frontzeck dafür kritisiert worden, die Mannschaft nicht ausreichend genug für entscheidende Spiele motivieren zu können. Gladbach hat nun bereits sieben Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.

Frontzeck hatte am 1. Juli 2009 das Traineramt bei der Borussia übernommen. Der Vertrag des 46-Jährigen wurde im Juli 2010 bis 30. Juni 2013 verlängert. Er enthält aber die in der Branche übliche Regelung für den Fall der vorzeitigen Trennung. Die Abfindung soll eine Million Euro betragen. Frontzeck ist der sechste Trainer, der in dieser Saison entlassen wurde. Zuvor hatten sich Alemannia Aachen (2007) und Arminia Bielefeld (2009) von ihm als Cheftrainer getrennt.

jar/sid/dpa
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