Bundesliga Schürrle sichert Mainz späten Sieg gegen Gladbach

Bittere Pleite: Mönchengladbach hat in Mainz eine weitere Niederlage einstecken müssen. Das Schlusslicht war trotz eines Platzverweises über weite Strecken gleichwertig. Doch dann traf André Schürrle. Für die Borussia ist der Klassenerhalt jetzt kaum noch zu schaffen.

dapd

Hamburg - Tiefer konnte Mönchengladbach nicht mehr sinken. In einer Saison voll schlimmer Erinnerungen zählte das 2:3 gegen Mainz 05 im vergangenen November zu einem der bittersten Momente für die Borussia. Die Niederlage bedeutete den Sturz auf Rang 18, seitdem hat das Team den letzten Platz nicht mehr verlassen. Das Rückspiel dürfte endgültig jede Hoffnung auf eine erfolgreiche Aufholjagd beendet haben. Durch das 0:1 (0:0) beim FSV Mainz zum Auftakt des 30. Spieltags bleibt Gladbach mit 26 Punkten Schlusslicht der Liga. Das einzige Tor des Abends erzielte André Schürrle in der 87. Minute.

Und während der Tabellenfünfte aus Mainz im Kampf um die Europa League einen wichtigen Sieg feierte, wird der Klassenerhalt für das Team von Trainer Lucien Favre immer unwahrscheinlicher. "Das war eine große Enttäuschung für mich. Jetzt müssen wir noch drei Siege holen", sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre, dessen Team in Mainz früh unter Druck geriet.

Schon in der zweiten Minute prüfte Schürrle Gladbachs neuen Stammtorhüter Marc-André ter Stegen aus kurzer Distanz. Der 18-Jährige parierte in seinem zweiten Bundesliga-Spiel sicher. Bei einem Weitschuss von Eugen Polanski musste er nicht eingreifen, der Ball strich knapp an Gladbachs Tor vorbei (14.). Seine Teamkollegen versuchten, dem anfänglichen Druck der Gastgeber mit Härte zu überstehen. Nach vorne brachte Gladbach in den ersten 20 Minuten überhaupt nichts zustande.

Doch die erste Chance hätte beinahe zur Führung gereicht: Marco Reus brach im gegnerischen Strafraum durch, sein Abschluss frei vor Mainz' Keeper Christian Wetklo ging links am Tor vorbei (21.). Die bis dahin beste Möglichkeit der Partie zeigte Wirkung. Mainz konnte das Schlusslicht nun nicht mehr so stark in die Defensive drängen. Immer wieder rannte sich das Team von Trainer Thomas Tuchel fest, die Ideen fehlten. Für die Zuschauer brachen trostlose Minuten ohne Höhepunkte an.

Zwei Schüsse von Schürrle, bei denen sich ter Stegen nicht einmal bewegen musste (35./40.), zählten bis zur Pause noch zu den besseren Aktionen. Für etwas mehr Gefahr sorgte Gladbachs Juan Arango, als er einen Freistoß aus etwa 20 Metern knapp neben das Mainzer Tor setzte (45.).

Hanke: "Das ist lächerlich"

Gladbach, das in der ersten Hälfte einige Male aussichtsreiche Kontersituationen nicht konsequent zu Ende gespielt hatte, erwischte in der zweiten Halbzeit den besseren Start. Das Team stand offensiver und attackierte Mainz bereits deutlich früher. Mitten in dieser Phase sah Gladbachs Stürmer Mike Hanke nach einem Foul an Niko Bungert die Gelb-Rote Karte (53.). Vor allem die erste Gelbe Karte machte Hanke sauer. "Das ist lächerlich", sagte er, nachdem er die Szene im Fernsehen gesehen hatte. Nach seinem Aus wirkten die Gäste kurz geschockt und wären beinahe bestraft worden.

Nur vier Minuten später rettete Tony Jantschke in letzter Sekunde gegen Lewis Holtby (57.). Der 20-Jährige stand nach Polanskis Hereingabe einschussbereit vor ter Stegen. Die Gladbacher Drangperiode war vorbei, Mainz wurde stärker. Dante klärte vor Sami Allagui (60.), Marco Caliguris Flanke parierte ter Stegen (62.). Schürrle, von Dante gestört, traf nur das Außennetz (64.). Gladbach kam nur durch Standardsituationen zu Möglichkeiten. Nach Arangos Ecke köpfte Martin Stranzl Wetklo den Ball in die Arme.

Die wohl beste Gladbacher Torchance in der zweiten Hälfte machte Schiedsrichter Deniz Aytekin zunichte. In der 70. Minute traf Polanski Reus im Strafraum am Fuß, doch der Elfmeterpfiff blieb aus. "Für mich ist das ein klarer Elfmeter", sagte Favre nach dem Spiel. Mainz hatte auch in Überzahl und mit zwei echten Stürmern große Probleme, zum Abschluss zu kommen. Stattdessen kombinierte Gladbach hin und wieder ansehnlich. Arango verzog allerdings von der Strafraumgrenze deutlich (81.).

Mainz versuchte alles und brachte mit Florian Heller sogar einen Defensivakteur, der für die letzten Minuten im Angriff aushelfen sollte. Für die Entscheidung sorgte allerdings Schürrle - bezeichnenderweise mit einer Einzelleistung. Aus 25 Metern zog der Jungnationalspieler ab, überwand ter Stegen und traf ins rechte Eck zum Endstand (87.). "Die ganz große Sicherheit haben wir in unseren Heimspielen einfach nicht. Ich bin sehr erleichtert, dass wir diesen Weitschuss noch bekommen haben. Dieses Spiel hat mir eine Menge abverlangt", sagte Tuchel.

Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 1:0 (0:0)
1:0 Schürrle (87.)
Mainz: Wetklo - Marco Caligiuri, Bungert, Kirchhoff, Christian Fuchs - Polanski, Soto - Risse (46. Gopko/85. Florian Heller), Holtby (77. Sliskovic), Schürrle - Allagui
Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke (89. Matmour), Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit (89. Brouwers), Neustädter - Reus, Arango - Hanke, Idrissou
Schiedsrichter: Aytekin
Zuschauer: 20.300 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karten: Hanke (Gladbach, 53.) wegen wiederholten Foulspiels
Gelbe Karten: Christian Fuchs (6) - Idrissou (3)

chp



insgesamt 5 Beiträge
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DrlabUV, 15.04.2011
1. Aytekin
Nachdem er St. Pauli gegen Schalke verpfiffen hat jetzt noch so ein Spiel. Ist es Unvermögen oder stinkt die Sache?
ixelloise 15.04.2011
2. Ächz
Zitat von sysopBittere Pleite:*Mönchengladbach hat in Mainz eine weitere Niederlage einstecken müssen. Das Schlusslicht war trotz eines Platzverweises über weite Strecken gleichwertig. Doch dann*traf André Schürrle. Für die Borussia ist der Klassenerhalt jetzt kaum noch zu schaffen.** http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,757425,00.html
Na seufz. Wird wohl wieder Zeit das Laken hervorzuholen auf dem so drastisch "Versager" stand!! Einziger Lichtblick: sie werden nicht lange in der 2. Liga bleiben müssen ...
Skalla-Grímr 15.04.2011
3. Phraseologischer Fehler
"In einer Saison voll schlimmer Erinnerungen zählte das 2:3 gegen Mainz 05 im vergangenen November zu einem der bittersten Momente für die Borussia." (zu Beginn des Textes) Das muss (nach "November") heißen: "...zu den bittersten Momenten für die Borussia." Danke
carlo55 16.04.2011
4. Bmg
Na klar, schuld an einer Niederlage sind immer andere drer SR ,der LRund der Rasen und und und Wer aber ein 0:0 bis zum Spielende nicht halten kann der muss sich fragen lassen, was denn in seiner Mannschaft nicht richtig lief.Und wenn man gar von Benachteiligung sprechen will wie oft sind denn die Mainzer besch.. worden also immer erst an die eigene Nase fassen in 4 Wochen spricht da kein Mensch mehr drueber...
könig dickbauch 16.04.2011
5. Herr Sick, übernehmen Sie!
"Seine Teamkollegen versuchten, dem anfänglichen Druck der Gastgeber mit Härte zu überstehen." Entweder überstehen sie DEN anfänglichen Druck, oder sie WIDERSTEHEN (zum Beispiel) DEM Druck. Manchmal häufen sich im SPIEGEL Online die Fehlerchen (siehe den "bittersten Moment"...). Vielleicht bräuchte der SPIEGEL einige Klone von Bastian Sick, die das Korrekturlesen übernehmen (sofern sowas heutzutage überhaupt noch gemacht wird...)?
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