Bundesliga-Sonntag Aufatmen auf Schalke

Schalkes neuer Coach Ralf Rangnick erlebte bei seinem Heimdebüt beinahe ein blaues Wunder. Nach furiosem Beginn gegen den VfL Bochum hätte seine Mannschaft um ein Haar einen klaren Vorsprung verspielt. In der zweiten Sonntagspartie gewann der VfB Stuttgart bei Arminia Bielefeld.


Zweikampf zwischen Schalkes Poulsen und Bochums Maltritz: "Nach dem 3:0 dachten alle, das Spiel sei gelaufen"
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Zweikampf zwischen Schalkes Poulsen und Bochums Maltritz: "Nach dem 3:0 dachten alle, das Spiel sei gelaufen"

Hamburg - Gerald Asamoah hat Trainer Ralf Rangnick einen erfolgreichen Bundesliga-Einstand bei Schalke 04 beschert. Der Nationalspieler, der am Sonntag 26 Jahre alt wurde, war beim 3:2 (3:0)-Sieg der Schalker im Revier-Derby gegen den VfL Bochum der überragende Akteur auf dem Platz.

Asamoah erzielte vor 61.524 Zuschauern das Führungstor (10.) und bereitete die weiteren Treffer der Gastgeber durch Levan Kobiaschwili (13.) sowie Lincoln (44.) mustergültig vor. Für die Bochumer, die drei Tage nach dem bitteren Uefa-Cup-Aus gegen Standard Lüttich erst in der zweiten Halbzeit ins Spiel kamen, verkürzten der eingewechselte Zvjezdan Misimovic (50.) und Raymond Kalla (65.) noch einmal, was die Schalker noch einmal völlig durcheinander brachte. Ihre erste Auswärtsniederlage konnten der VfL jedoch trotz Überzahl in den letzten elf Minuten nach einer umstrittenen Gelb-Roten Karte gegen Lincoln (Spielverzögerung) nicht mehr verhindern.

Die Gelsenkirchener, bei denen Rangnick erstmals seit dem 6. März (mit Hannover 96 0:1 bei Borussia Mönchengladbach) wieder auf einer Bundesliga-Trainerbank saß, verbesserten sich durch den dritten Heimsieg vom 16. auf den siebten Tabellenplatz und sind erstmals in der laufenden Saison vor ihren Rivalen Borussia Dortmund und Bochum wieder die Nummer eins im Revier.

"Beim Stand von 3:0 haben wohl alle im Stadion geglaubt, das Spiel sei gelaufen. Aber Fußball funktioniert nicht so. Da sind wir zu nachlässig gewesen", monierte Rangnick nach dem Schlusspfiff. Der neue Schalke-Coach lobte sein Team jedoch auch: "An der ersten Halbzeit gab es nicht viel auszusetzen. Vor allem die Tore waren schön rausgespielt." Sein Kollege Peter Neururer ("Schalke war in Halbzeit eins die drei Tore besser") hob hervor, dass seine Mannschaft nie aufgesteckt hat. VfL-Keeper Rein van Duijnhoven glaubt sogar, dass die Bochumer darauf aufbauen können. "Wir haben tolle Moral bewiesen. Das müssen wir erkennen. Für uns geht die Meisterschaft jetzt erst richtig los."

Souveräne Stuttgarter

Bielefelds Buckley überspringt Stuttgarts Stranzl: Der VfB ist seit elf Spielen ungeschlagen
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Bielefelds Buckley überspringt Stuttgarts Stranzl: Der VfB ist seit elf Spielen ungeschlagen

Durch einen 2:0-Erfolg in Bielefeld sitzt der VfB Stuttgart Tabellenführer VfL Wolfsburg weiter im Nacken. Die Schwaben blieben durch den Auswärtserfolg auch im elften Pflichtspiel unter Trainer Matthias Sammer ungeschlagen und feierten den insgesamt neunten Sieg bei 29:6 Toren. In der Tabelle liegt der VfB mit 17 Punkten einen Zähler hinter Wolfsburg.

Bei den Bielefeldern kehrte dagegen nach zuletzt zwei Auswärtssiegen Ernüchterung ein. Auf eigenem Platz warten die Ostwestfalen nun schon seit fast 18 Monaten auf einen Bundesliag-Sieg. Der letzte Erfolg datiert vom 12. April 2002 (2:1 gegen 1860 München). Die Treffer für die Gäste erzielten Manndecker Markus Babbel, der erstmals seit seiner Rückkehr aus England für den VfB in der Bundesliga traf (43.), und der Brasilianer Cacau mit seinem fünften Saisontor in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Stuttgarts Torhüter Timo Hildebrand ist nun schon seit 412-Erstligaminuten ohne Gegentor.

"Man fragt sich, ob es Gerechtigkeit gibt. Wir spielen zu Hause mit riesigem Aufwand, werden aber nicht belohnt", stellte Bielefelds Trainer Uwe Rapolder frustriert fest. Stuttgarts Nationaltorhüter Timo Hildebrand atmete dagegen nach dem Schlusspfiff tief durch: "In der zweiten Halbzeit hätten wir uns nicht so unter Druck setzen lassen."



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