Bundesliga-Sonntag Duisburg blamiert Dortmund, KSC siegt in Nürnberg

Es ist der Sonntag der Aufsteiger: Der MSV Duisburg sorgt schon für eine Krise in Dortmund - ein Stürmer trifft doppelt. Auch ein KSC-Angreifer erzielt zwei Treffer zum überraschenden Sieg bei Pokalsieger Nürnberg. Tabellenführer bleibt der FC Bayern München.


Hamburg - Duisburg feierte einen 3:1 (1:0)-Erfolg in Dortmund - der erste Sieg der "Zebras" beim BVB seit 35 Jahren. Stürmer Manasseh Ishiaku überragte mit seinen beiden Treffern in der 8. und 64. Minute. Darüber hinaus war Mihai Tararache (62.) mit einem verwandelten Foulelfmeter für die Gäste erfolgreich. Dem BVB gelang nur noch der Anschlusstreffer durch Florian Kringe (86.).

Duisburger Idrissou (l.): Überraschung in Dortmund
AP

Duisburger Idrissou (l.): Überraschung in Dortmund

75.700 enttäuschte Zuschauer sahen die mit insgesamt sieben Millionen Euro personell verstärkte Borussia bereits in der ersten Halbzeit ohne Struktur und mit zahlreichen spielerischen Schwächen. Der BVB, ohne seinen verletzten Top-Torjäger Alex Frei angetreten, ließ jede Torgefährlichkeit vermissen - auch, weil die Gäste den Spielaufbau des Doll-Teams mit vielen Fouls bereits im Mittelfeld unterbanden.

Dass Ishiaku nach einem Freistoß von Ivica Grlic unter Mithilfe des Dortmunders Robert Kovac schon früh das 1:0 gelang, verunsicherte die Borussen zusätzlich. So blieb es bei zwei Dortmunder Chancen bis zur Halbzeit durch zwei Freistöße des kroatischen Neuzugangs Mladen Petric, der zudem mit einem Lattenschuss (23.) Pech hatte.

"Wir haben alles vermissen lassen, so dürfen wir nie wieder auftreten", kritisierte der Dortmunder Trainer Thomas Doll. Er sah in der zweiten Hälfte einen Schuss des Kroaten Petric (58.) aus 22 Metern - das blieb mit Ausnahme des Tores auch die einzige nennenswerte Situation im Angriff nach der Pause. Schon im Gegenzug legte der kurz zuvor eingewechselte Delron Buckley im BVB-Strafraum MSV-Profi Christian Tiffert. Den Elfmeter verwandelte Tararache (62.) sicher. Zwei Minuten später beendete Ishiaku auch die letzten Zweifel am Erfolg des Aufsteigers.

"Mit dem Fußball, den wir heute gezeigt haben, können wir sicher kein Publikum gewinnen. Das sah bei uns aus wie ein Vorbereitungsspiel. Aber jetzt sind wir in der Liga angekommen", sagte Doll. Sein Gegenüber Rudi Bommer gab sich eher zurückhaltend trotz des historischen Erfolges. Zwar sei er "streckenweise sehr zufrieden. Aber wir haben noch nichts zu feiern. Das war der erste Spieltag, und wir haben nur drei Punkte. Die Mannschaft hat 90 Minuten diszipliniert gespielt. Defensiv, aber doch frech nach vorne", sagte Bommer.

Pokalsieger 1. FC Nürnberg legte wie der BVB einen Fehlstart in die neue Saison hin. Die Mannschaft von Trainer Hans Meyer unterlag im Heimspiel gegen Aufsteiger Karlsruher SC 0:2 (0:1). Matchwinner der Badener war Zugang Tamas Hajnal, der beide Treffer erzielte (44./74.). Der Ungar ermöglichte den Gästen die gelungene Rückkehr in die erste Liga nach neun Jahren Abstinenz.

Der Sieg war letztlich verdient, auch wenn der Aufsteiger in der Offensive wie auch der Pokalsieger weitgehend harmlos blieb. Die erste Chance des Spiels hatte Hajnal, dessen Distanzschuss den neuen Keeper Blazek aber vor keine Probleme stellte (33.). Vier Minuten später reagierte der Tscheche glänzend gegen Timm. Mit der dritten Chance kam der KSC in der 44. Minute zur Führung. Nachdem Michael Mutzel noch die Latte getroffen hatte, schob Hajnal zur etwas schmeichelhaften Führung ein.

Beim neuen Keeper FCN-Keeper konnte sich der KSC dann aber bedanken, dass er 25 Minuten vor dem Ende nicht mehr zittern musste. Blaszek ließ eine Flanke unbedrängt abklatschen und Hajnal stand wieder richtig.

"Wir haben erst ein Spiel absolviert und drei für uns wichtige Punkte geholt. Wir haben noch 33 schwere Spiele vor uns. Vor allem in der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass wir noch sehr viel zu tun haben", sagte KSC-Trainer Edmund Becker. Meyer war nur mit der Anfangsphase zufrieden: "Bis zum 0:1 hatten wir das Spiel im Griff, haben es aber versäumt, ein Tor zu machen."

Erster Tabellenführer sind die Münchner Bayern, denen ihr 3:0 gegen Hansa Rostock für Platz eins reicht. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) trifft das Team von Ottmar Hitzfeld auf Werder Bremen.

goe/sid/dpa

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