Bundesliga-Sonntag Schalke im Siegestaumel

Der Höhenflug des FC Schalke 04 hält an. Im sechsten Spiel unter der Leitung von Trainer Ralf Rangnick blieben die Gelsenkirchener auch beim Hamburger SV erfolgreich. Der VfB Stuttgart dominierte derweil das Tabellenschlusslicht Hansa Rostock und besserte das eigene Torverhältnis gehörig auf.


Schalke am Boden, aber obenauf: HSV-Kapitän Daniel van Buyten (oben) im Zweikampf mit S04-Angreifer Gerald Asamoah
AP

Schalke am Boden, aber obenauf: HSV-Kapitän Daniel van Buyten (oben) im Zweikampf mit S04-Angreifer Gerald Asamoah

Hamburg - Dabei wäre die Erfolgsserie des FC Schalke 04 beinahe gestoppt worden. Bis zur 70. Minute präsentierten sich die Gäste kraft- und ideenlos und lagen vor 54.000 Zuschauern in der Hamburger AOL-Arena noch mit 0:1 zurück. Dann jedoch sorgte ein Doppelschlag dafür, dass die Königsblauen auch weiterhin hinter dem VfL Wolfsburg auf Platz zwei rangieren können.

In einer ganz schwachen und ereignisarmen ersten Halbzeit überboten sich Hamburger und Schalker Spieler an Harmlosigkeit. Lediglich zwei Torchancen galt es zu notieren: In der 32. Minute zielte der Brasilianer Lincoln aus Nahdistanz links am HSV-Gehäuse vorbei, neun Minuten später wehrte Christian Poulsen eine Flanke von Sergej Barabarez unglücklich in Richtung eigenes Tor ab - Schalke-Keeper Frank Rost rettete per Faustabwehr. Dann erwischte der Hamburger SV jedoch einen Start nach Maß in den zweiten Durchgang. Gerade mal 70 Sekunden waren gespielt, da passte David Jarolim auf Stefan Beinlich, der aus halblinker Position an Rost vorbei und zu seinem ersten Saisontreffer einschoss.

Erst mit der Einwechslung von Mike Hanke für Ailton (66.) kam mehr Angriffsdruck in das Spiel der Schalker. Hanke war es auch, der aus sechs Metern zum 1:1-Ausgleich einschoss. Nur zwei Minuten später sprintete Lincoln vom eigenen 16-Meterraum mit Ball am Fuß über das gesamte Spielfeld und erhöhte mit einem Schuss aus 18 Metern sogar zum 2:1 - sein vierter Saisontreffer. Wie schon beim 1:0-Sieg im Uefa-Cup-Spiel bei Heart of Midlothian war der Brasilianer der entscheidende Akteur. Das Lob seines Trainers hatte er damit sicher: "Es gibt zur Zeit wenige Spieler in der Bundesliga mit solchen Ballqualitäten", so Rangnick, der mit Schalke weiter ohne Punktverlust bleibt, "wir sind zum ersten Mal, seit ich hier Trainer bin, in Rückstand geraten. Was die Mannschaft dann in der letzten halben Stunde gespielt hatte, war a la bonheur." Für HSV-Coach Thomas Doll war es dagegen die erste Niederlage als Cheftrainer. "Erstmal müssen wir das Spiel sacken lassen. Wir hatten viele Möglichkeiten die Führung auszubauen. Insgesamt haben wir aber gut gespielt", sagte der frühere Nationalspieler, "die Niederlage ist bitter, das haben wir nicht verdient. Aber im Endeffekt geht der Schalker Sieg wohl in Ordnung."

Klarer Sieg für Stuttgart

Stuttgarts Andreas Hinkel überläuft den Rostocker Uwe Möhrle: "Im richtigen Moment die Tore gemacht"
AP

Stuttgarts Andreas Hinkel überläuft den Rostocker Uwe Möhrle: "Im richtigen Moment die Tore gemacht"

Mit einem 4:0 (2:0) über Tabellenschlusslicht Hansa Rostock hat sich der VfB Stuttgart in den Windschatten von Spitzenreiter Wolfsburg und geschoben. Dank Toren von Silvio Meissner (7.) und Kevin Kuranyi (38.) hatten die Schwaben bereits zur Pause den Grundstein zum siebten Saisonsieg gelegt. In der 56. Minute sorgte Cacau mit seinem siebten Saisontreffer für die endgültige Entscheidung. Horst Heldt setzte mit einem umstrittenen Handelfmeter (80.) den Schlusspunkt zum 4:0-Enstand. Stuttgart liegt nun mit 23 Punkten einen Zähler hinter Wolfsburg und Schalke auf Platz 3.

"Ich denke, dass der Sieg etwas zu hoch ausgefallen ist", sagte VfB-Trainer Matthias Sammer, "entscheidend ist, dass wir wieder gewinnen. Rostock hat gut mitgespielt, aber wir haben im richtigen Moment die Tore gemacht."

Auf die Rostocker, die sich in der ersten Halbzeit nicht versteckten und kurz vor dem Pausenpfiff die Chance auf den Anschlusstreffer nach einem verschossenen Foulelfmeter durch Rene Rydlewitz (44.) verpassten, kommen nun schwere Wochen zu. Eine Entlassung von Trainer Juri Schlünz steht laut Hansa-Chef Manfred Wimmer jedoch nicht zur Debatte. Die Rostocker Kultfigur soll auch beim kommenden Heimspiel gegen den HSV auf der Bank sitzen.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.