Bundesliga Stuttgart besiegt die Eintracht meisterhaft

Mit einem überragenden Auswärtserfolg hat sich der VfB Stuttgart vorläufig auf den zweiten Platz der Tabelle vorgeschoben - und muss immer mehr als ernsthafter Titelkandidat gelten. Für Frankfurt war es ein Debakel.


Frankfurt - Stuttgart hat mit dem vierten Sieg in Folge Vizemeister Werder Bremen zumindest für einen Tag überflügelt. Die Schwaben gewannen bei Eintracht Frankfurt 4:0 (3:0) und liegen mit nur noch vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Schalke 04 auf Platz zwei. Die Eintracht steckt dagegen nach nunmehr sieben sieglosen Spielen in Serie mitten im Abstiegskampf und wurde nach der Heimpleite von den eigenen Fans ausgepfiffen.

Vor 45.000 Zuschauern in der Frankfurter WM-Arena war es erneut der starke Mittelfeldspieler Roberto Hilbert, der mit einem frühen Tor die Stuttgarter Gala eröffnete (2.). Auch beim 4:1 gegen Bremen in der Vorwoche hatte Hilbert bereits nach drei Minuten den Sieg eingeleitet. Nationalstürmer Mario Gomez (16.) und der Mexikaner Ricardo Osorio mit seinem ersten Liga-Treffer zum 3:0 (44.) machten bereits im ersten Durchgang alles klar. Thomas Hitzlsperger setzte den Schlusspunkt (78.), als er bei einem Foulelfmeter im Nachschuss erfolgreich war und damit für den höchsten Auswärtssieg der Schwaben seit April 2004 sorgte.

Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw knüpften die Schwaben vor allem im ersten Abschnitt an die starke Leistung gegen Bremen an. Dabei konzentrierte sich Stuttgart über weite Strecken der Partie ganz auf Konter und stellte die indisponierte Eintracht-Abwehr damit ständig vor Probleme. Dagegen war den Frankfurtern, die auf den erneut wochenlang verletzten Kapitän Jermaine Jones sowie den rotgesperrten Linksverteidiger Christoph Spycher verzichten mussten, das fehlende Selbstbewusstsein nach zuletzt nur einem Sieg in zehn Spielen deutlich anzumerken. Erst nach ein paar Unaufmerksamkeiten der VfB-Abwehr gegen Ende der ersten Halbzeit ergaben sich gute Chancen für die Gastgeber.

Doch zunächst scheiterte Albert Streit mit einem Freistoß am gut parierenden VfB-Keeper Timo Hildebrand (37.), anschließend verpassten Alexander Vasoski (37.) und Naohiro Takahara (43.) freistehend den möglichen Anschlusstreffer. Nach dem Seitenwechsel versuchte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel mit der Einwechslung von Ioannis Amanatidis und Christoph Preuß dem Spiel noch einmal eine Wende zu geben. Doch einem Treffer des griechischen Nationalspielers Amanatidis in der 56. Minute verweigerte Schiedsrichter Wolfgang Stark wegen Abseits die Anerkennung. Stattdessen kam es schlimmer für Frankfurt: Nach einem Foul von Benjamin Huggel an Gomez zeigte Stark auf den Elfmeterpunkt, Nationalspieler Hitzlsperger sorgte für den Schlusspunkt.

"Man sieht, dass in unserer spielstarken Mannschaft vieles automatisiert ist. Aber Frankfurt hatte vor der Pause, als wir etwas leichtsinnig waren, auch Chancen zum Anschluss, so dass nicht alles eitel Sonnenschein war", vkommentierte Stuttgarts Trainer Armin Veh verhalten. "Fast jeder Schuss war in der ersten Hälfte ein Treffer", sagte VfB-Keeper Timo Hildebrand. Albert Streit, noch der beste Frankfurter Spieler, beklagte Defizite in Offensive und Defensive: "Wir haben nicht kompakt genug gestanden und vorne wieder unsere Chancen nicht genutzt."

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 0:4 (0:3)
0:1 Hilbert (2.)
0:2 Gomez (16.)
0:3 Osorio (44.)
0:4 Hitzlsperger (78.)
Frankfurt: Nikolov - Ochs, Kyrgiakos, Vasoski, Chaftar - Huggel, Chris (46. Preuß) - Thurk, Meier, Streit - Takahara (46. Amanatidis)
Stuttgart: Hildebrand - Tasci, Osorio, Delpierre, Magnin - Pardo - Hilbert, Hitzlsperger - da Silva (59. Farnerud) - Cacau (75. Streller), Gomez (80. Lauth)
Schiedsrichter: Stark (Landshut)
Zuschauer: 46.000
Gelbe Karten: Preuß, Meier / Pardo (5)

all/sid/dpa

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