Bundesliga-Team der Saison Die besten Defensivspieler

Bayern München dominiert unsere Elf der Saison. Im ersten Teil geht es um die besten Defensivspieler. Der deutsche Meister stellt die komplette Viererkette - und RB Leipzig den Torhüter.

Bayern Münchens David Alaba feierte seinen achten Bundesliga-Meistertitel
Andreas Gebert / Reuters

Bayern Münchens David Alaba feierte seinen achten Bundesliga-Meistertitel

Von Tobias Escher


Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften. Diese Weisheit stammt eigentlich aus dem Basketball, lässt sich aber auch auf den Fußball übertragen. In 34 von 56 Bundesliga-Spielzeiten wurde dasjenige Team am Ende Meister, das die wenigsten Gegentore kassiert hat.

Auch wenn RB Leipzig in dieser Saison insgesamt die wenigsten Gegentore fing (29 Stück), lag der Schlüssel zur Münchner Meisterschaft in der Defensive. So ließen die Bayern in den letzten zehn Spielen nur noch fünf Gegentore zu. Am Ende krönten sie ihre Aufholjagd mit dem siebten Titel in Folge.

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Somit überrascht es nicht, dass die Bayern die Defensive unserer Elf der Saison dominieren. Mithilfe des Notensystems SPIX haben wir Saison-Noten für sämtliche Bundesligaspieler ermittelt. Die gesamte Viererkette unserer Topelf besteht nur aus Spielern des FC Bayern.

Auch wenn die Bayern in dieser Saison phasenweise schwächelten: Sie spielen immer noch mehr erfolgreiche Pässe als alle anderen Bundesligisten, erarbeiten sich die meisten Torchancen und lassen die wenigsten gegnerischen Schüsse zu. Das belohnt der SPIX, der sich ganz auf objektive Daten stützt.

Der erste Spieler unserer Topelf ist jedoch kein Münchner. Leipzigs Péter Gulácsi (SPIX: 66) hat nicht nur die wenigsten Gegentore pro Einsatz hinnehmen müssen. So manche Partie entschied er sogar mit seinen Paraden. In 33 Einsätzen blieb er 16-mal ohne Gegentor. Auch sein SPIX ist deutlich höher als der des zweitplatzierten Yann Sommer (59).

Die meisten Paraden zeigte hingegen jener Keeper, der zugleich die meisten Gegentore kassiert hat: Hannovers Michael Esser (50) konnte 151 Schüsse abwehren, 66 Bälle konnte er nicht halten. Das ergibt eine Platzierung im Mittelfeld unserer Bewertung.

Gregor Kobel (36) hat von allen Torhütern mit mindestens zehn bewerteten Einsätzen den niedrigsten SPIX. Allerdings ragte er bei seinen Auftritten für Hoffenheim und Augsburg (ausgeliehen seit dem Winter) in einigen Spielen positiv heraus. Kein Torhüter war in dieser Saison derart häufig nominiert für unsere Topelf des Tages. An vier Spieltagen überragte Kobel alle seine Bundesliga-Kollegen. Es mangelt dem 21-Jährigen jedoch noch an Konstanz.

Die drei notenbesten Innenverteidiger der Saison spielen allesamt beim FC Bayern. Niklas Süle (77) übertrumpft dabei seine Mitspieler Mats Hummels (70) und Jérôme Boateng (68). Mit einem Spielaufbau-SPIX von 80 ragte Süle vor allem als Passspieler heraus. Er dürfte in den kommenden Jahren Joachim Löws Abwehrsäule in der Nationalmannschaft sein.

Neben Süle gibt es in der Nationalelf seit der Ausbootung von Hummels und Boateng vakante Posten. Zwei junge deutsche Innenverteidiger konnten sich empfehlen: Jonathan Tah (65), 23, blühte vor allem in der Rückrunde unter dem neuen Leverkusener Trainer Peter Bosz auf. Er ist der Bundesligaspieler mit den meisten Ballkontakten, der nicht bei Meister Bayern oder Vizemeister Dortmund spielt. Auch Berlins Jordan Torunarigha (63), 21, überzeugte mit starken Leistungen. Er ist für die U21-Europameisterschaft spielberechtigt, die im Sommer stattfindet.

Die Außenverteidiger-Position wird dominiert von den Spitzenteams der Bundesliga. Joshua Kimmich (78) und David Alaba (70) sind die notenbesten Außenverteidiger der Liga. Alaba stand bereits im vergangenen Jahr in der Elf der Saison.

Die weiteren Plätze belegen die Außenverteidiger der anderen beiden Top-Teams der Bundesliga: Dortmunds Lukas Piszczek (67) und Achraf Hakimi (59) sowie Leipzigs Marcel Halstenberg (65) und Lukas Klostermann (58).

Löw dürfte vor allem über Halstenbergs Entwicklung erfreut sein. Der 27-Jährige beherrscht sowohl die Außenposition in einer Viererkette als auch in einer Fünferkette. Mit drei Toren und sechs Vorlagen überzeugte er auch offensiv. Er hat sich nach der verkorksten Weltmeisterschaft 2018 als echte Alternative für die Linksverteidiger-Position hervorgetan.

Am morgigen Dienstag folgen die Offensivspieler unserer Topelf. Dann erfahren Sie, wieso der Rekordmeister auch diese Kategorien dominiert und welche Spieler von Dortmund und Hoffenheim die totale Bayern-Dominanz verhindern.



insgesamt 9 Beiträge
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Pela1961 20.05.2019
1. Liebe Spon-Redaktion!
Schade, dass Ihr auf Kommentare ja nicht antwortet. Dabei wird gerade mit diesem Artikel doch eine große Frage aufgeworfen: Wie kann es sein, dass Ihr die ganze Saison über die Abwehr des FC Bayern abwechselnd als zu alt, zu langsam, zu unflexibel, zu fehleranfällig und insgesamt zu schwach kritisiert (teilweise kann man schon beschimpfen sagen) und dann, zum Saisonende, steht genau diese Abwehrreihe in Eurer Elf der Saison? Aber immerhin ist jetzt geklärt, wie das "Leistungsprinzip" bei Herrn Löw aussieht. Ausser natürlich - was auch sein kann - Euer Spix ist schlicht und ergreifend Blödsinn.
Nonvaio01 20.05.2019
2. so ist es
Zitat von Pela1961Schade, dass Ihr auf Kommentare ja nicht antwortet. Dabei wird gerade mit diesem Artikel doch eine große Frage aufgeworfen: Wie kann es sein, dass Ihr die ganze Saison über die Abwehr des FC Bayern abwechselnd als zu alt, zu langsam, zu unflexibel, zu fehleranfällig und insgesamt zu schwach kritisiert (teilweise kann man schon beschimpfen sagen) und dann, zum Saisonende, steht genau diese Abwehrreihe in Eurer Elf der Saison? Aber immerhin ist jetzt geklärt, wie das "Leistungsprinzip" bei Herrn Löw aussieht. Ausser natürlich - was auch sein kann - Euer Spix ist schlicht und ergreifend Blödsinn.
Spix is nichts. Noten wie die vom Kicker oder sonstigem sind immer subjectiv. lauf km heisst nichts, es kommt darauf an was man daraus macht. Rumstehen muss auch nicht negativ sein, wenn man den raum deckt....etc. Vor allem beim Torhueter, nur weil eine chouch potato meint den haette man halten koennen...... Es ist aber verwunderlich das die FCB abwehr auf einmal die beste ist...
cinkor 20.05.2019
3.
Zitat von Nonvaio01Spix is nichts. Noten wie die vom Kicker oder sonstigem sind immer subjectiv. lauf km heisst nichts, es kommt darauf an was man daraus macht. Rumstehen muss auch nicht negativ sein, wenn man den raum deckt....etc. Vor allem beim Torhueter, nur weil eine chouch potato meint den haette man halten koennen...... Es ist aber verwunderlich das die FCB abwehr auf einmal die beste ist...
Zumindest sollte es ein "Like" Button geben, wenn sie schon nicht antworten. Denn von mir haben sie ein "Like" verdient.
widower+2 20.05.2019
4. Stimmt!
Zitat von Nonvaio01Spix is nichts. Noten wie die vom Kicker oder sonstigem sind immer subjectiv. lauf km heisst nichts, es kommt darauf an was man daraus macht. Rumstehen muss auch nicht negativ sein, wenn man den raum deckt....etc. Vor allem beim Torhueter, nur weil eine chouch potato meint den haette man halten koennen...... Es ist aber verwunderlich das die FCB abwehr auf einmal die beste ist...
Der Spix ist gar nichts. Angeblich misst er objektive Leistungswerte, beruht aber nach wie vor auf den subjektiven Einschätzungen der Personen, die ihn "füttern". Besonders deutlich wird das bei der Bewertung der Torhüterleistungen. Was ist zum Beispiel eine schwierige Parade? Wie der SPIX da funktioniert, weiß ich nicht. Zählt allein die Schussposition und wenn der Keeper aus kurzer Entfernung angeschossen wird, ist es eine schwierige Parade? Oder gibt da irgendwer ein, dass er die Parade für schwierig hielt? Nach einem absolut überragenden Spiel von Pavlenka dachte ich ob seiner SPIX-Bewertung: What? Da hatte er einige fast unglaubliche Paraden und an 1 stand ein Keeper, der zweimal angeschossen wurde. Um es freubdlich zu sagen, ist der SPIX noch nicht ausgereift. Um es realistisch zu sagen: Der SPIX ist in der gegenwärtigen Form totale Vera......
verruca 21.05.2019
5. Ich mag den SPIX eigentlich nicht ...
Erstaunlich, dass gerade die Abwehrspieler, die wegen starken 6ern vor der Abwehr oder auch druckvollem Angriffsspiels ihrer Mannschaft eher wenige Gelegenheiten bekommen sich auszuzeichnen, ganz vorn stehen. Da gab es bei den Bayern Spiele in denen der Gegner gerade mal so eben 10mal zielgerichtet über die Mittellinie kam und trotzdem schaffen es die drei Münchner Innenverteidiger die Statistik zu dominieren? Waren es die Pässe im Spielaufbau? Die Tore aus Standards? Ne, sie waren einfach immer gut und meist da, wenn gefordert. Offenbar ist dieser SPIX gar nicht mal sooo verkehrt wie ich immer dachte. Denn dass ein Süle und auch Hummels bei den besten IV der Liga rangieren hätte ich auch ohne Messwerte mal einfach aus dem Bauch raus so getippt.
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