Bundesliga-Team der Saison Die besten Offensivspieler

Wir küren die Elf der Saison. Heute: Wer waren die besten Mittelfeldspieler und Angreifer der Liga? Thiago und James Rodriguez stellten Bestmarken auf. Jadon Sancho kann die Bayern-Dominanz brechen.

James Rodríguez bejubelt einen Treffer beim 6:0-Sieg gegen Mainz im März
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James Rodríguez bejubelt einen Treffer beim 6:0-Sieg gegen Mainz im März

Von Tobias Escher


Wer sind die besten Bundesliga-Spieler der Saison? Mithilfe des Notensystems SPIX haben wir am gestrigen Montag bereits die besten Defensivspieler der Liga gekürt. Die Bayern dominierten die Positionen in der Verteidigung.

Was ist der SPIX?
    SPIEGEL ONLINE hat ein Instrument entwickelt, um die Leistung von Fußballern auch jenseits von persönlichen Eindrücken zu bewerten: den SPIX. Er basiert allein auf Spieldaten. In die Berechnung fließen die individuelle Leistung sowie die seiner Mannschaft ein. Das Besondere: Der SPIX erfasst Daten nicht einfach nur, er beurteilt ihre Relevanz und Qualität direkt mit. Details zum Modell finden Sie hier:
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In der Offensive führt ebenso kaum ein Weg vorbei an den Bayern-Stars. Auch wenn der siebte Bayern-Titelgewinn in Folge enger ausfiel als in den vergangenen Jahren, stehen sie noch immer an der Spitze fast aller relevanten Statistiken, von der Anzahl der Torschüsse bis zur Quote an gelungenen Pässen und Dribblings.

Genau aus diesen objektiven Daten speisen sich unsere Saisonnoten. Unsere Elf der Saison stützt sich auf den SPIX, der wiederum aus den statistischen Kennzahlen der einzelnen Spieler berechnet wird. Dass ausschließlich Bayern-Feldspieler in unserer Topelf stehen, verhindern zwei Spieler, die vor der Saison kaum jemand auf der Rechnung hatte. Dazu später mehr.

Der erste Offensivspieler unserer Topelf stammt vom Rekordmeister. Thiago (SPIX: 91) hat mittlerweile sämtliche statistischen Rekorde im defensiven Mittelfeld gesprengt. Kein Bundesliga-Spieler spielt derart viele Pässe oder zeigt mehr gelungene Dribblings. Selbst bei der Anzahl der eroberten Bälle führt er die Liga an. Ganze elf Mal stand er in dieser Saison in der Elf des Tages; nur sein Mitspieler Joshua Kimmich kann mit ihm mithalten.

Axel Witsel (77) kommt nicht auf solche Fabelwerte. Der Belgier war jedoch ein gewichtiger Faktor für die starke Saison der Dortmunder. Dass seine Formkurve zum Saisonende nach unten gezeigt hat, dürfte einer von vielen Gründen sein, warum der BVB den Titel verpasst hat.

Der notenbeste defensive Mittelfeldspieler, der nicht in München oder Dortmund spielt, ist Leverkusens Julian Baumgartlinger (68). Der Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft fehlte zu Beginn der Saison verletzt. Nach seiner Rückkehr überzeugte er mit den für ihn charakteristischen Stärken: sein Auge im Spiel gegen den Ball sowie seine fast schon Zen-artige Ruhe, sobald ihn ein Gegner attackiert.

Wie soll es nur weitergehen mit den Bayern nach dem Abgang von Franck Ribéry und Arjen Robben? Ein Jahrzehnt lang haben sie das Spiel der Bayern geprägt und mit ihren Dribblings die Bundesliga dominiert. In ihrem letzten Bundesliga-Jahr lieferten sie noch einmal starke Leistungen. Ribéry (73) verpasste den Sprung in die Topelf knapp. Robben kam für unsere Saisonauswertung nicht auf genügend Einsatzminuten, ist jedoch der Außenstürmer mit den meisten Nominierungen für unsere Elf des Spieltags (sieben).

Den Bayern muss nicht bange sein um die Zukunft. Serge Gnabry (85) und Kingsley Coman (73) bewiesen in dieser Saison, dass sie in die großen Fußstapfen treten können. Vor allem Gnabry überraschte seine Kritiker mit seiner Mischung aus Tempo, Tororientiertheit und unbekümmerten Dribblings. Er steht in der Topelf der Saison.

Coman muss sich in unserer Elf der Saison jedoch einem Konkurrenten von Borussia Dortmund geschlagen geben: Jadon Sancho (83) ist der Durchstarter der Spielzeit. Kein Außenstürmer umdribbelte mehr Gegenspieler als Dortmunds Jungstar. Er ist der einzige Akteur des Vizemeisters, dem der Sprung in unsere Topelf gelingt.

Der beste offensive Mittelfeldspieler der Saison wird aller Wahrscheinlichkeit nach im kommenden Jahr nicht mehr in der Bundesliga spielen. James Rodríguez (89) ist nur von Real Madrid ausgeliehen, die entsprechende Kaufoption hat der FC Bayern noch nicht gezogen. Die Bundesliga wird auf die Pässe und Assists des Kolumbianers wohl verzichten müssen.

Ansonsten wird die Position im offensiven Mittelfeld dominiert von deutschen Nationalspielern. Leverkusens Julian Brandt (80) spielte eine starke Rückrunde. Zunächst holte er Topnoten als offensiver Mittelfeldspieler in Peter Boszs 4-3-3-System. Zu Saisonschluss kickte er gar als Außenverteidiger einer Fünferkette. Marco Reus' Saison verlief hingegen umgekehrt: Nach der Hinrunde war der Dortmunder noch notenbester offensiver Mittelfeldspieler, nun ist er nur noch auf Rang vier (76).

Nachhaltig empfohlen hat sich Kerem Demirbay (83) - und das nicht nur für seinen neuen Arbeitgeber Bayer Leverkusen, sondern auch für Bundestrainer Joachim Löw. Der Noch-Hoffenheimer legte mehr Chancen für seine Mitspieler auf als jeder andere Bundesliga-Spieler. Demirbay und Boszs offensives System: das könnte passen.

Es führt kein Weg vorbei an Robert Lewandowski (72). Zum vierten Mal gewann der Pole die Kanone für den besten Torjäger. Mit 22 Treffern war der Pole zwar weniger torgefährlich als in den vergangenen drei Spielzeiten (29, 30 und 30 Tore). Dafür aber entwickelte er sein Spiel weiter. Lewandowski lässt sich öfters fallen und bindet sich besser ins Spiel ein. Von allen bewerteten Stürmern weist nur Thorgan Hazard einen höheren Dribbling-SPIX auf als Lewandowski.

An seiner Seite in der Elf der Saison steht Ishak Belfodil (70). Hoffenheims Fans runzelten vor der Saison verwundert die Stirn, als ihr Klub den Ex-Bremer verpflichtete. Nach einigen Startschwierigkeiten fühlte sich der Stürmer äußerst wohl in Julian Nagelsmanns offensivem System.

Dortmunds Paco Alcácer (64), Frankfurts Luka Jovic (62) und Wolfsburgs Wout Weghorst (56) haben zwar mit siebzehn Saisontreffern jeweils ein Tor mehr erzielt als Belfodil. Dafür überzeugte der Algerier auch als Passspieler und als Dribbelkünstler. Diese Daten fließen in unseren SPIX genauso ein wie die Anzahl an Toren. Belfodil hatte am Ende die Nase vorne.

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insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
Pela1961 21.05.2019
1. Ich bin zu faul
zum Rechnen - wie ist eigentlich das Durchschnittsalter dieser Spix-Elf? Müsste ja angesichts des überalterten Kaders der Münchner schon recht hoch sein. Gut, Sanco drückt das Alter etwas, aber Belfodil mit 27 und Gulaczi mit 29 sind ja auch keine Frischlinge mehr. Selten wurde mehr als bei diesem merkwürdigen Spix gezeigt, was die ganze Saison über für ein Schwachsinn von den sogenannten selbsternannten Experten über den Münchner Kader geschrieben wurde. Das schönste dabei ist - am meisten hat sich zweifellos der Spiegel dabei hervorgetan. Grüssen sich die Schreiber und die Statistiker auf dem Flur noch? :-)
AZimmermann 21.05.2019
2. Flankengott0815
Aha... Und warum steht Alaba auf rechts und Kimmich auf links? Und Thomas Müller hat höhere Werte bei Torgefahr als Havertz? Kann es sein, dass Uli Hoeness die Statistik gemacht hat?
Ein User 21.05.2019
3. Armselig...
Was für eine selten schwachsinnige Bewertung der Leistung durch die SPON hausgemachte Bewertungsroutine "SPIX". Bis zur Saisonmitte war Hummels non stop in der Kritik, auf der Wechselbank usw. und nun zack ist er einer der beiden besten Verteidiger der Liga :-)))) Darüber hinaus 8 Bayern Spieler, die mit ach und krach und viel Glück gegen Dortmund die Meisterschaft am letzten Tag gewonnen haben, dafür aber nur ein Dortmunder. Die Mannschaft, die die erste Saisonhälfte komplett dominiert hat. Darüber hinaus kein einziger aus dem Frankfurter Team, dass weit mehr Spiele als jede andere Mannschaft der Liga auf dem Buckel hatte und dadurch natürlich Stars wie ein Luca Jovic am Ende nicht mehr die dribblerische Frische wie ein Belfodil hatten (wer ist das überhaupt :-)) Aber hey Eure Statistik, Eure Auswertung, Eure Zeitung. Aber Schwachsinn ist es dennoch, weil Ihr einfach elementare Faktoren wie Belastung nicht einschließt, wer ist nun über die Saison gesehen besser, ein Lewandowski mit 38 Spielen auf dem Buckel oder ein Jovic mit 3 Toren weniger, aber dafür 12 Spielen mehr (ich überspitze hier absichtlich :-) Seit wann sind die Bayer draußen aus der CL? Gefühlt seit dem dritten Spieltag?)?
DerDifferenzierteBlick 21.05.2019
4. James Rodriguez
Nicht dass ich dem SPIX uneingeschränkt zustimmen würde... Aber James Rodriguez gehört für mich auch in dieser Saison zu den besten Spielern bei Bayern (letzte Saison war er wohl d e r beste). Sehen auch Kicker (Platz 2) und Transfermarkt.de (Platz 3) so. Das wäre schon dämlich, wenn sie ihn ziehen lassen würden. Aktuell ist er ein Schäppchen und sie haben das Zugriffsrecht. Kovac (der James wohl nicht mag) sollte sowieso gehen, da er sich nicht sonderlich ausgezeichnet hat (Heynckes war mit derselben Mannschaft deutlich stärker, Hütter bei Frankfurt auch).
briancornway 21.05.2019
5. Messbar
Zitat von Ein UserWas für eine selten schwachsinnige Bewertung der Leistung durch die SPON hausgemachte Bewertungsroutine "SPIX". Bis zur Saisonmitte war Hummels non stop in der Kritik, auf der Wechselbank usw. und nun zack ist er einer der beiden besten Verteidiger der Liga :-)))) Darüber hinaus 8 Bayern Spieler, die mit ach und krach und viel Glück gegen Dortmund die Meisterschaft am letzten Tag gewonnen haben, dafür aber nur ein Dortmunder. Die Mannschaft, die die erste Saisonhälfte komplett dominiert hat. Darüber hinaus kein einziger aus dem Frankfurter Team, dass weit mehr Spiele als jede andere Mannschaft der Liga auf dem Buckel hatte und dadurch natürlich Stars wie ein Luca Jovic am Ende nicht mehr die dribblerische Frische wie ein Belfodil hatten (wer ist das überhaupt :-)) Aber hey Eure Statistik, Eure Auswertung, Eure Zeitung. Aber Schwachsinn ist es dennoch, weil Ihr einfach elementare Faktoren wie Belastung nicht einschließt, wer ist nun über die Saison gesehen besser, ein Lewandowski mit 38 Spielen auf dem Buckel oder ein Jovic mit 3 Toren weniger, aber dafür 12 Spielen mehr (ich überspitze hier absichtlich :-) Seit wann sind die Bayer draußen aus der CL? Gefühlt seit dem dritten Spieltag?)?
Wenn die nüchternen Vergleichswerte eine andere Bewertung ergeben als manche Kritik im Laufe der Saison, dann könnte der Fehler auch bei den Kritiken liegen. Ein Platz auf der Wechselbank wird dem dem SPIX-Wert auch nicht viel schaden. Aber man sieht, die Eintracht hat ihre Erfolge vor allem durch den mannschaftlichen Zusammenhalt erreicht, und die Bayern waren auf fast jeder Position besser besetzt als ihre Konkurrenz. Umso wunderlicher ist es, dass sie nur so knapp den Titel holten.
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