Sieg gegen Leverkusen Drei perfekte Konter und ein Eigentor - Hoffenheim gewinnt Duell um Europa

Endlich mal wieder keine Führung verspielt: Die TSG Hoffenheim hat 4:1 gegen Bayer Leverkusen gewonnen. Drei Verletzungen überschatteten den sehr unterhaltsamen Auftakt des 27. Spieltags.

Kaum auf dem Platz, schon ein Eigentor provoziert: Hoffenheim feiert Nadiem Amiri (3.v.l)
Uwe Anspach / DPA

Kaum auf dem Platz, schon ein Eigentor provoziert: Hoffenheim feiert Nadiem Amiri (3.v.l)


Die TSG Hoffenheim hat das Duell um die internationalen Plätze gegen Bayer Leverkusen 4:1 (1:1) gewonnen. Ishak Belfodil (10. Minute, 61.), Andrej Kramaric (79.) und Sven Bender (51.) mit einem Eigentor trafen für die TSG. Kevin Volland (17.) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Gäste. Damit konnte Hoffenheim bis auf einen Punkt zu Bayer auf Tabellenplatz sieben aufschließen. Leverkusen verliert indes die Champions League immer mehr aus den Augen.

Bayer kam zunächst besser ins Spiel, riskierte aber auch etwas zu viel: In der zehnten Minute endete ein von Benjamin Hübner mit einem starken Steilpass eingeleiteter Konter über Kramaric bei Belfodil, der zur Führung für Hoffenheim abschließen konnte. Doch es dauerte nur wenige Minuten, bis Julian Brandt den Ball an den Fünfmeterraum der TSG hob, wo Volland zum Ausgleich einköpfte (17.).

Die Partie blieb unterhaltsam. Leverkusen setzte auf Ballbesitz, Hoffenheim auf gut platzierte Gegenstöße, die mal in einem Abseitstor von Belfodil (34.), mal in einem Schuss von Bittencourt knapp neben das Tor (36.) mündeten. Nach der Pause war es dann Amiri, der Hoffenheim 30 Sekunden nach seiner Einwechslung erneut in Führung brachte - auch wenn sein Name nicht in der Torschützenliste auftaucht: Sven Bender hatte den Abschluss unhaltbar für Bayer-Torwart Lukas Hrádecky abgefälscht.

Die Schlusspunkte setzte der überragende Belfodil, der in der 61. Minute zunächst zum 3:1 traf, um dann zum Abschluss auch das 4:1 zu machen. Einzig: Belfodil darf nach dem zuvor bereits abgepfiffenen Abseitstor keinen Haken hinter seinen ersten Dreierpack setzen, da Kramaric kurz vor der Linie noch die Fußspitze an den Torschuss seines Teamkollegen gebracht hatte.

Bitter für beide Teams im Schlussspurt um Europa waren die Verletzungen, die sich gleich drei Spieler ohne Fremdeinwirkung zuzogen: Noch in der ersten Hälfte humpelten Leverkusens Karim Bellarabi und Lars Bender vom Platz. Kurz nach Wiederanpfiff erwischte es Hoffenheims Joelinton. Ob die Spieler länger ausfallen, stand bei Schlusspfiff noch nicht fest.

TSG Hoffenheim - Bayer Leverkusen 4:1 (1:1)
1:0 Belfodil (10.)
1:1 Volland (17.)
2:1 Bender (51., Eigentor)
3:1 Belfodil (61.)
4:1 Kramaric (79.)
Hoffenheim: Baumann - Kaderabek, Vogt, Benjamin Hübner, Brenet - Bittencourt (74. Otto), Grillitsch, Demirbay, Kramaric - Joelinton (51. Amiri), Belfodil (87. Bicakcic)
Leverkusen: Hrádecky - Lars Bender (36. Weiser), Tah, Sven Bender, Jedvaj - Havertz, Baumgartlinger, Brandt - Bellarabi (26. Aránguíz), Bailey (80. Alario) - Volland
Schiedsrichter: Osmers
Gelbe Karten: Grillitsch, Hübner / Bailey, Havertz
Zuschauer: 28.350

sak/sid



insgesamt 4 Beiträge
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bcpt8 30.03.2019
1.
Damit wurden Boszs Hoffnungen fürs Erste enttäuscht, seine Spieler nähmen sich die von ihm lt. Medienberichten angemahnten Lehren aus der Heimniederlage gegen Bremen zu Herzen. Spätestens Entstehung und Vollendung des recht überraschenden TSG-Führungstreffers nach guter LEV-Startphase hätten die Sinne bei allen Gästekickern schärfen müssen, dass zu ineffektive Schönspielerei vorne und sträflich offene Räume hinten auf Dauer kaum das passende Erfolgsrezept gegen einen schnörkellos konterstarken Gegner sein können. Stattdessen standen Amiris bissige Balleroberung gegen den zu nachgiebigen Weiser vor dem 4:1, Grillitschs umsichtige und handlungsschnelle One-Touch-Flanke aus der eigenen Hälfte auf den allzu frei postierten Belfodil zum 3:1 und schließlich überhaupt dessen Abschlussstärke stellvertretend für die wesentlichen Unterschiede beider Teams in diesem wichtigen Match um europ. Quali-Plätze. Von der Anzahl der klaren Torchancen her hätte LEV dennoch nicht so hoch verlieren müssen. Volland war immerhin hinterher selbstkritisch genug, das Hauptmanko klar anzusprechen: Mangelnde Beteiligung aller Kollgen beim Gegenpressing; die Defensiv- von den Offensivkräften zu oft im Stich gelassen; in der Vorwärtsbewegung die räumliche Absicherung nach hinten vernachlässigt. Schwächen, die allerdings schon unter Herrlich und Schmidt immer wieder zum "Spektakel"-Dilemma von LEV und seinem Ruf als "Komfortzone" einer zu wenig konsequent hochambitionierten Truppe gehörten. Wobei, abgesehen vom Verletzungspech, nach den für manche strapziösen Länderspielreisen in allen Mannschaftsteilen von zu vielen Leverkusenern unter ihren individuellen Möglichkeiten gespielt wurde. Wäre daher vielleicht zu kurz gegriffen, den Effekt von Bosz nun als noch schneller verpufft zu deklarieren als zu seiner Zeit in Bortmund.
ichwarschonimmerda 30.03.2019
2. Bosz-Effekt
Na schau an, der Bosz-Effekt scheint wohl wieder verpufft zu sein. Die Geschichte kennen wir doch irgendwo her. Beim BVB gab es ja am Anfang auch schnellen, bisweilen spektakulären Angriffsfußball, dies aber zu lasten einer stabilen Abwehrarbeit. Drei Gegentore durch Konter, genau so lief es beim BVB zum Schluss auch. Ich hoffe Herr Bosz begreift rechtzeitig, dass er flexibler werden muss und sein System anpasst, sonst war es das auch bald bei B04.
uli_san 30.03.2019
3. Schwer zu verstehen,
was da in Leverkusen abgeht. Jahr für Jahr gelingt es, einen überdurchschnittlich guten Kader zusammen zu stellen. Ein Nationalspieler neben dem anderen. Aber aus diesem Team eine erfolgreiche Mannschaft zu machen, gelingt nie. Was ist da los in Leverkusen? Liegt es immer nur am Trainer? Oder wollen sie unbedingt den Titel "Vizekusen" bis in alle Ewigkeit verteidigen? Vielleicht sollte der für die Team-Zusammenstellung Verantwortliche auch mal das Trainerteam aussuchen ;)
hoppelkaktus 30.03.2019
4. @ uli_san, Btrg. 3. "Leiderkusen" w ä r e gern mal wieder Vize von irgendwas...
Na, mit "Vizekusen" hat es ja in den letzten paar Jahren auch nicht mehr viel auf sich gehabt, oder? Denn andernfalls müsste man den Verein doch zurecht als alles in allem noch durchaus erfolgreich bezeichnen, nicht wahr?
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