Protest gegen Schiedsrichter Fakten? Interessieren einen Uli Hoeneß nicht

Nach der Aberkennung eines Bayern-Tors im Leipzig-Spiel poltert Uli Hoeneß gegen den Schiedsrichter, spricht vom "Witz des Jahres". Dabei war die Sachlage eindeutig.

Uli Hoeneß biss sich nach dem Spiel gegen Leipzig zunächst auf die Lippen. Dann legte er los
Alexander Hassenstein/Getty Images

Uli Hoeneß biss sich nach dem Spiel gegen Leipzig zunächst auf die Lippen. Dann legte er los


Dass Trainer, Manager und Funktionäre sich über Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern aufregen, gehört zum Fußball wie das Netz zwischen den Torpfosten. Dass sie sich aber über korrekte Entscheidungen aufregen, das gibt es normalerweise nicht. Außer man heißt Uli Hoeneß und ist Präsident von Bayern München.

Nach der Aberkennung von Leon Goretzkas Tor hatte das Spiel des FC Bayern in Leipzig 0:0 geendet, damit muss München am letzten Spieltag (18.5., 15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE, TV Sky) gegen Eintracht Frankfurt punkten, um die siebte deutsche Meisterschaft in Folge zu gewinnen.

Die Entscheidung von Schiedsrichter Manuel Gräfe, den Treffer von Goretzka nicht zu geben, weil Robert Lewandowski zuvor im Abseits gestanden hatte, war korrekt, wie Fernsehbilder beweisen. Knapp, aber korrekt.

Hoeneß sah es anders: "Das sogenannte Abseits ist ja der Witz des Jahres", so der Präsident nach dem Spiel. "Das war eine klare Fehlentscheidung. Der Videobeweis ist dafür da, klare Fehlentscheidungen zu korrigieren. Es war gleiche Höhe."

Nun ist der Video Assistant Referee allerdings in der Bundesliga verpflichtet, jedes Tor zu überprüfen. Und das tat Marco Fritz, der zuständige Videoschiedsrichter. Er sah: Es war Abseits.

Das hatte auch Hoeneß gesehen. Aber der definierte einfach die Fußballregeln um: "Ein Millimeter ist kein Vorteil."

Das erinnerte an seine Aussage im Herbst: "Meines Wissens sind wir Zweiter" der Bundesligatabelle. Als ein Journalist ihn darauf hinwies, dass Bayern nur Dritter sei, entgegnete Hoeneß: "Das Torverhältnis interessiert mich nicht."

rae



insgesamt 257 Beiträge
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salomohn 11.05.2019
1. Wie in der Politik
Alte Männer gehen mir inzwischen mächtig auf den Saque. Bei ihm geht die (beginnende) Demenz so weit, daß er die Tatsachen verdreht und offenbar die Relation zur Realität verliert.
dr.könig 11.05.2019
2. Höness ist der größte Fan des FC Bayern
Man muss das schon menschlich sehen. Uli ist mit Herzblut seit 50 Jahren dabei. Das Tor wäre der Titel gewesen. Da kann man schon mal überreagieren.
basileus97 11.05.2019
3. 1953
Der Videobeweis soll zur Anwendung kommen wenn eine klare Fehlentscheidung vorliegt. Das ist hier m.M.n nicht der Fall. Ich selber müsste ziemlich lange draufschauen um es zu erkennen, selbst mit Linie. Hoeneß hat also leider recht. Der Videobeweis macht den Sport kaputt, er macht ihm zu einen glänzenden Plastikprodukt ohne Emotionen.
TobiO 11.05.2019
4. Technikgläubigkeit
Wie kann man nur so technikgläubig sein und zu behaupten, das war ein klares Abseits? Ich bitte alle, die sich mit Mathe auskennen mitzudiskutieren. Wie viele Parameter gehen in das gezeigte Standbild mit den schönen bunten Linien ein? Zu welchem Zeitpunkt (Millisekunde) wird das Bild "eingefroren" und wer legt das überhaupt fest? Wie ist die Abseitslinie kalibriert? Wie genau ist das gesamte Spielfeld überhaupt mit den Seiten- und Torauslinien "kalibriert". Wie ist die Kameraposition? Und und und. Es fließen so viele Parameter in dieses angeblich beweisende Standbild ein, dementsprechend viele Fehlermöglichkeiten gibt es, so dass diese Wundertechnik vermutlich einen Fehler von +- 20 cm hat (Mathematiker mögen mich bitte eines Besseren belehren). Daraus muss eigentlich folgen, dass bei solch engen Situationen niemals auf Abseits entschieden werden darf!
25alex67 11.05.2019
5. Hoeness hat recht.
Die Entscheidung war ein Witz. Witz des Jahres weiss ich nicht, weil der Elfer für Bayern gegen Bremen war auch ein ziemlicher Witz. Der grösste Witz ist aber der Artikel. Clickbaiting, sonst nix. Und ich Depp falle drauf rein. Viel Freude noch mit dem VAR, Wenn die Idee hinter einem Spiel systematisch zerstört wird, wird als nächstes das Spiel zerstört. Genau das geschieht gerade. Und es wird verkauft als "mehr Gerechtigkeit und mehr Transparenz". Mit spochtlichen Grüssen.
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