Erkenntnisse des 5. Bundesliga-Spieltags Falsch-positiv ist das neue negativ

Positive Corona-Tests, die sich im Nachhinein als negativ herausstellen, ein wortkarger Schiedsrichter-Account und drei alte Bekannte: Das sind die Erkenntnisse des Fußballwochenendes.
Corona-Maßnahmen im Stadion von Union Berlin: Fangesänge und Sprechchöre sind zu unterlassen

Corona-Maßnahmen im Stadion von Union Berlin: Fangesänge und Sprechchöre sind zu unterlassen

Foto: Matthias Koch / imago images/Matthias Koch

Erste Erkenntnis: Corona-Durcheinander birgt Frustpotenzial

Es gab zuletzt einige Verwirrung im deutschen Fußball: Erst wurde Bayern-Profi Serge Gnabry positiv auf das Coronavirus getestet, durfte nicht gegen Atlético Madrid spielen und stand auch gegen Frankfurt nicht im Kader. Dann verkündete Bayern-Trainer Hansi Flick am Samstag, dass sein überragender Offensivspieler eventuell falsch getestet worden sein könnte, was sich am Montag als wahr herausstellte.

Ähnliche Meldungen gab es auch in anderen Ligen: Das Ergebnis von sechs Heidenheim-Spielern (2. Bundesliga) wandelte sich von positiv in negativ. Drittligist Türkgücü München, dessen Spiel abgesagt wurde, bekam vom zuständigen Labor später die Bestätigung, dass man falsch-positiv getestet wurde. Dass die Tests nicht immer fehlerfrei sind, war bekannt. Nun gibt es die ersten Beispiele im Profifußball.

Der Umgang mit positiven Fällen weist in der Fußballwelt Unterschiede auf: Bei Inter Mailand wurde wenige Stunden vor der Champions-League-Partie gegen Gladbach ein Fall bekannt, das Spiel fand trotzdem statt. Das DFB-Länderspiel der Frauen gegen England wurde hingegen Tage im Voraus abgesagt, weil ein Mitarbeiter im Funktionsteam positiv getestet wurde. Bei der Frage, wie viele Zuschauer in die Stadien dürfen, entscheiden die Gesundheitsämter ebenfalls unterschiedlich: Bei Union Berlin durften 4500 Zuschauer zugucken, beim Revierderby waren es nur 300. Und das trotz ähnlich angespannter Corona-Lage.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen erscheinen falsche Testergebnisse und unterschiedliche Rahmenbedingungen als geringeres Übel gegenüber einem Komplettstopp des Spielbetriebs. Dennoch ist es Thema: Flick sagte, er sei zwar "zu wenig Experte und Fachmann", schilderte aber den Positiv-negativ-Fall von Gnabry vor der Presse. Max Kothny, Geschäftsführer von Türkgücü, sagte, man sei "sehr traurig, besonders aus sportlicher Sicht, aber auch aufgrund der entstandenen Kosten". Und Heidenheim prüfte rechtliche Schritte gegen das Labor und hofft auf die Taskforce der DFL, die dem Fall nachspüren möchte.

Zweite Erkenntnis: Da geht noch mehr beim Videoschiedsrichter-Account

Rot - oder doch nur Gelb? Schiedsrichter Tobias Stieler bei der Partie Leipzig gegen Hertha

Rot - oder doch nur Gelb? Schiedsrichter Tobias Stieler bei der Partie Leipzig gegen Hertha

Foto: Tilo Wiedensohler / imago images/Camera 4

Mit einer Pressemitteilung hat der Deutsche Fußball-Bund am Donnerstag seinen neuen Twitterkanal vorgestellt, auf dem für mehr Transparenz hinsichtlich des Videoschiedsrichters gesorgt werden soll. "Ein schnelleres und besseres Verständnis für Einzelfallentscheidung" sollte damit geschaffen werden . Die Schiedsrichterentscheidung, der Grund der Überprüfung und die finale Entscheidung sollten besprochen werden.

Nun ja, streng genommen, lieferte der DFB dann auch genau das. So sahen die Tweets aus: "#D98STP  12. | SR-Entscheidung: Strafstoß, Grund der Prüfung: Foulspiel?, Finale Entscheidung: Kein Strafstoß #VAC ". Oder so: "#KIESGF  58. | SR-Entscheidung: Kein Tor, Grund der Prüfung: Abseits?, Finale Entscheidung: Tor #VAC ".

Dass vielleicht noch an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Erklärungen gutgetan hätten, bekamen die Betreiber des Accounts dann relativ schnell aus der Twitter-Gemeinde mitgeteilt. Die Tweets trugen eher zur Belustigung bei, denn zur transparenten Entscheidungsfindung.

Womöglich werden der erste Spieltag und die Reaktionen evaluiert werden. Accounts wie Collinas Erben  oder die Versuche der Premier League im vergangenen Jahr  könnten Vorbilder für den DFB-Account sein. Immerhin gab es im Laufe des Spieltags wohl ein Einsehen, und die Macher ließen sich zu ein, zwei Wörtchen mehr hinreißen:

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Dritte Erkenntnis: Die Machtverhältnisse werden wieder deutlich

5:0 gegen Frankfurt - die Bayern nehmen wieder Fahrt auf

5:0 gegen Frankfurt - die Bayern nehmen wieder Fahrt auf

Foto: Matthias Balk / dpa

In den vergangenen beiden Saisons standen Bayern, Dortmund und Leipzig ganz oben - und nach den Siegen der drei am vergangenen Spieltag (Leipzig 2:1, Bayern 5:0 und Dortmund 3:0) ist der Abstand zum Rest der Liga wieder deutlich: Auf den vierten Platz haben sie nun schon fünf und vier Punkte Vorsprung.

Dabei bieten die ersten Spieltage traditionell Chancen für überraschende Tabellenführer und Teams in der Spitzengruppe. Ein deutlicher Sieg zum Auftakt oder zwei, drei Erfolge in Serie - und schon steht auch mal ein kleiner Verein ganz oben.

Hertha auf Platz zwei, Augsburg auf Rang zwei, Hoffenheim ganz oben - das alles gab es bereits in dieser Saison. Doch der Zauber ist recht schnell verflogen. Nun stehen Leipzig, Bayern und Dortmund auf den ersten drei Plätzen. Das Trio hatte sich bereits am vergangenen Spieltag formiert und blieb nun auch dort.

Immerhin gibt es auf Rang vier bislang noch eine Überraschung: Aufsteiger Stuttgart. Doch auch dieses Team könnte am Abend von einem der üblichen Top-fünf-Vertreter verdrängt werden - wenn Bayer Leverkusen gegen Augsburg gewinnt.

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