Strukturreform im deutschen Fußball Union Berlin veröffentlicht kontroverses Thesenpapier

Anlässlich der anstehen Strukturreformen in der DFL hat Zweitligist Union Berlin ein Positionspapier zum "Kurswechsel für den deutschen Profifußball" veröffentlicht. Erste Vereine reagierten auf die Forderungen.
Akaki Gogia (l.) und Marcel Hartel

Akaki Gogia (l.) und Marcel Hartel

Foto: Christian Kaspar-Bartke/ Bongarts/Getty Images

Das Präsidium des Zweitligaklubs Union Berlin hat vor den bevorstehenden Veränderungen in der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Diskussion über strukturelle Reformen angestoßen. Der Verein sehe "jetzt die Chance, den deutschen Profifußball nicht nur organisatorisch neu aufzustellen, sondern auch inhaltlich neu auszurichten". In dem Positionspapier werden die Organisation und Vermarktung aller drei Profiligen diskutiert, insbesondere deren Aufstockung auf jeweils 20 Teilnehmer und die Aufstiegsregelung.

Union spricht drei Kernpunkte an, die in dem Papier als "krisenhafte Symptome" des Profifußballs in Deutschland bezeichnet werden: die fehlende Konkurrenz im Kampf um die Meisterschaft in der Bundesliga, das frühzeitige Scheitern der Bundesliga-Vertreter in den europäischen Klubwettbewerben sowie die "zunehmende Entfremdung zwischen den wichtigen Interessengruppen".

Die Berliner fordern als "am längsten ohne Unterbrechung in der 2. Bundesliga vertretene[r] Verein" mehr Durchlässigkeit zwischen den Ligen über Play-off-Spiele mehrerer Mannschaften, eine Begrenzung der Gehaltetats, eine Erhöhung der bisherigen Ausbildungsentschädigungen und die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens.

"Wir halten einen Kurswechsel, der den stufenlosen Wettbewerb der Vereine in Deutschland fördert und die unterschiedlichen Positionen der verschiedenen Interessengruppen im Fußball wertschätzt und berücksichtigt, für dringend notwendig", sagte Union-Präsident Dirk Zingler.

Andere Vereine reagierten kritisch

Union hat allen 36 Profivereinen einen Vorschlag für eine Strukturreform zugeschickt, über den am 13. Dezember im Rahmen einer DFL-Mitgliederversammlung abgestimmt werden soll.

Von Borussia Mönchengladbachs Manager Max Eberl kam Kritik. "Es ist eher kontraproduktiv, wenn alle Vereine einzelne Positionspapiere rausschicken. Ich denke, dass wir uns viel lieber zusammen Gedanken machen sollten", sagte der 45-Jährige. "Ich bin spontan auch kein Freund von der Idee, die Liga aufzustocken."

Auch bei Borussia Dortmund stößt der Berliner Vorstoß auf wenig Gegenliebe. Sportdirektor Michael Zorc sagte zu den Ideen: "Grundsätzlich finde ich die Strukturen, wie sie momentan sind, erhaltenswert." Eine Äußerung zum genauen Inhalt des Positionspapiers fällt jedoch beiden Verantwortlichen schwer, denn sie gaben auch zu, es noch nicht vollständig gelesen zu haben. "Es ist doch sehr umfangreich", sagte Eberl.

tip/dpa/sid
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