Wolfsburg-Gala gegen Bayern Applaus, Applaus

Der VfL Wolfsburg demontiert den bis dahin ungeschlagenen und souveränen FC Bayern. Das ist schon Stoff für Geschichten genug. Und dennoch: Das Ergebnis wird zur Nebensache, wenn eines Toten gedacht wird. Alles Wichtige zum Top-Spiel.

Wolfsburg-Profis de Bruyne (l.), Perisic: Sternstunde für den VfL
AP/dpa

Wolfsburg-Profis de Bruyne (l.), Perisic: Sternstunde für den VfL

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Ausgangsposition des Spiels: Zweiter gegen Erster. Aber eigentlich hat das im Vorfeld keine große Rolle gespielt. Was nicht (nur) an der Bayern-Überlegenheit in dieser Spielzeit liegt. Viel mehr noch daran, dass es das erste Wolfsburger Punktspiel nach dem Unfalltod von Junior Malanda war. Das konnte kein normales Spiel werden. Und das wurde es auch nicht.

Ergebnis des Spiels: 4:1. Für Wolfsburg. Noch einmal kurz zum Notieren: 4:1. Für Wolfsburg.

Die erste Halbzeit: Sie begann mit der lautesten Gedenkminute, die es in einem Bundesligastadion je gab. Beifall statt Schweigen für den toten Junior Malanda. Eine großartige Szene. Beinahe so großartig war vier Minuten später der Angriff der Wolfsburger über Kevin de Bruyne auf Bas Dost zum 1:0. Und beinahe so großartig war der Schuss von der Strafraumgrenze von Dost zum 2:0 direkt vor der Pause. Aber alles nur fast.

Die zweite Halbzeit: Kevin de Bruyne hieß der Mann, der sowieso schon im Notizbuch des FC Bayern steht. Aber jetzt dürfte Karl-Heinz Rummenigge noch einmal zwei rote Striche unter den Namen des Belgiers gemacht haben. Beeindruckend, was de Bruyne mit der Bayern-Abwehr anstellte. Und Gegenspieler Dante dürfte spätestens beim vierten Gegentor gedacht haben: "Merkwürdig, ein bisschen kalt für eine Juli-Nacht in Belo Horizonte."

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Sieg gegen Bayern: Wolfsburgs doppelter Doppelpack
Szene des Spiels: Es tut einem leid für de Bruyne, für Dost, für den grandios aufspielenden Maximilian Arnold, aber an die beifallsumrauschte Schweigeminute für Malanda reichte an diesem Abend nichts heran. De Bruyne, Dost und Arnold werden das verstehen.

Spieler des Spiels: Dost? De Bruyne? Sicherlich. Aber was der Portugiese Vierinha auf der Außenposition wegarbeitete, was Arnold an genialen Pässen auspackte, was so ein unauffälliger Fußballprofi wie Daniel Caligiuri an Aufbauspiel leistete, all das macht es bei dieser Partie unmöglich, einen VfLer des Abends zu küren.

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Zuspätkommer des Spiels: Vor der Partie fiel ziemlich häufig der Name André Schürrle. Danach sprach niemand mehr groß von ihm. Und der Weltmeister, der wohl am Samstag offiziell als Wolfsburger Edel-Neuzugang präsentiert wird, wird in dieser Nacht albträumen, dass er von einer Ersatzbank auf die andere wechselt.

Duell des Spiels: De Bruyne gegen Manuel Neuer. Bei mehreren langen Bällen in die Bayern-Hälfte hatte man schon das Bild vor Augen, wie Neuer Siegfried-gleich jetzt aus dem Strafraum stürmen würde und den Ball weggrätscht. Stattdessen blieb der Torwart wiederholt festgewachsen wie seine eigene Wachsfigur bei Madame Tussauds auf der Linie stehen und wartete den Moment ab, wo de Bruyne ihm den nächsten Ball ins Netz setzt.

Zitat des Spiels: "Manchmal kann ein Schritt zurück auch zwei Schritte nach vorn sein." Bewegungsexperte Mehmet Scholl zum Schürrle-Wechsel.

Strategie des Spiels: Erst langsam durchblickt man nun das Kalkül des Volkswagen-Konzerns. Er schickt als Hauptsponsor den FC Bayern in der Winterpause bewusst nach Katar und Saudi-Arabien und bereitet ihm damit so viel Ärger, dass er sich auf das Spiel beim VW-Klub Wolfsburg nicht mehr angemessen konzentriert vorbereiten kann. Genialer Schachzug. Und Rummenigge ist drauf reingefallen.

Erkenntnis des Spiels: Die Bundesliga wird immer langweiliger. Jetzt ist auch schon das Rennen um den zweiten Platz entschieden.

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Wolfsburg in der Einzelkritik: Traumstart!

insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
dbrown 31.01.2015
1. Hahahahaha
Die pure Arroganz ist abgestraft worden LOL
bloßmolwassage 31.01.2015
2. War
ein schöner, gelungener Rückrundenauftakt. Tolles Spiel.
nsmith 31.01.2015
3.
WOW!!!!! --- na, sowas!!!!
blob123y 31.01.2015
4. Was mich bei der Sache wundert ist das die Bayern nicht lernen.
Die werden immer wieder mit derselben Taktik geschlagen, lange Konter, das war hier so, das war mit Real Madrid so usw. immer dasselbe. Der Trainer sollte etwas von seiner Arroganz herunterkommen und doch etwas auf den Gegner eingehen, denn der ist auch nicht vom Mond.
Dengar 31.01.2015
5. Na...
Da kann man schon ins Grübeln kommen, ob das nicht getürkt war. Die Bayern kostrt das schließlich kaum etwas. Geh mir einer weg mit "Fair Play" in der BL.
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