Bundesliga Vogts fordert Ausländer-Begrenzung

Der ehemalige Nationaltrainer Berti Vogts hat sich voll im Trend liegend erneut für eine Limitierung der Zahl ausländischer Spieler in der Fußballbundesliga ausgesprochen. Nur so könne der Nationalsport wieder auf die Beine kommen.


Berti Vogts: "Wir müssen diese Entwicklung stoppen"
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Berti Vogts: "Wir müssen diese Entwicklung stoppen"

Düsseldorf - Angesichts der größer werdenden Zahl von Profis ohne deutschen Pass, so Vogts, lasse sich der erhoffte Aufschwung im heimischen Fußball nur schwer realisieren. "Ich bin jahrelang abgewatscht worden, weil ich davor gewarnt habe. Wir müssen diese Entwicklung stoppen. Aber wenn ich sehe, wie ein VfB Stuttgart mit acht Ausländern aufläuft, habe ich meine Zweifel", sagte Vogts dem Kölner "Express".

Vor allem die Talente haben laut Vogts unter dieser Entwicklung zu leiden. "20 bis 25 Topspieler müssten pro Jahr aus der Jugend in die Bundesliga kommen", meinte der 53-Jährige. Selbst bei Vereinen mit erfolgreicher Jugendarbeit bleibe die Integration der Nachwuchskicker in aller Regel aus. "Schauen Sie auf Dortmund. Michael Skibbe ist mit der A-Jugend jahrelang Meister geworden. Aber wer von denen spielt in der ersten Mannschaft? Keiner."

Für die nähere Zukunft, vor allem die der deutschen Nationalmannschaft, sieht Vogts weitaus weniger schwarz als andere Beobachter. Er sei "fest überzeugt", dass die WM-Qualifikation geschafft werde. Jedoch mahnt Vogts eine Rückbesinnung auf alte Tugenden an. "Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir vor dem Fernseher sitzen und den Eindruck haben, die Mannschaft gibt alles. Bei der Euro, das waren 22 Einzelspieler. Deutschland war immer nur dann stark, wenn alle zusammengehalten haben." Eine besondere Aufgabe beim Aufbau einer neuen Nationalmannschaft falle den Vereinstrainern zu: "Sie müssen für frisches Blut sorgen."



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