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Bundesliga-Websites: Die Ergebnisse der Top 3

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Bundesliga-Websites Bremen ist Meister, Dortmund im Tabellenkeller

Meister? Wird Bremen in der neuen Saison eher nicht. Trost gibt es trotzdem: Ein Ranking der Bundesliga-Websites kürt Werder zum Internet-Champion. Dort, zeigt die Untersuchung, leisten sich viele Vereine erhebliche Schwächen, auch die Großen der Branche.

Es liest sich richtig hübsch. "Werder lässt keine Fragen offen", es gebe "eine gute Mischung". Das muss man einfach mal wirken lassen.

Lob für Werder Bremen, den Bundesligisten, der nach einer ganz schlimmen Saison mit dem neuen Trainer Robin Dutt alles besser machen will und dann prompt gegen den Drittligisten Saarbrücken in der ersten Pokal-Runde ausscheidet, ist dieser Tage selten. Waidwund an der Weser, noch immer.

Und nun das: Werder Bremen auf Rang eins. Nicht in der Bundesliga-Tabelle, aber immerhin im Internet. Im Liga-Benchmark von NetFederation hängt der kriselnde Club aus Norddeutschland alle ab, sogar die ganz Großen der Branche. Die Kölner Unternehmensberatung hat die Websites der 18 Bundesligisten untersucht: Wie übersichtlich und nutzerfreundlich sind sie? Wie steht es mit der Fan-Nähe? Werden soziale Netzwerke einbezogen?

Das Ergebnis der Studie, die am Mittwoch erscheint: Werder Bremen  ist Website-Champion, vor dem VfL Wolfsburg , Triple-Sieger Bayern München  landet nur auf Rang drei. Noch schlechter schneidet Vizemeister Borussia Dortmund  ab, der BVB liegt nur auf Platz 16, punktgleich mit 1899 Hoffenheim , der FC Augsburg ist 18.

Website-Ranking: Klicken Sie für die komplette Tabelle auf die Lupe

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"Auch dem ungeübten User fällt bei Werder auf, dass die Seite modern aussieht, sehr klar und konsistent in der Navigation ist. Man fühlt sich einfach sehr wohl auf der Website", sagt Christian Berens, Chef von NetFederation.

Seit 2003 untersucht seine Firma die Websites deutscher Unternehmer, der Schwerpunkt liegt auf der Unternehmenskommunikation. Nun hat das Analysten-Team zum ersten Mal die Internet-Auftritte der Bundesliga-Clubs untersucht. 80 Kriterien wurden ausgewertet, insgesamt gab es 1000 Punkte zu sammeln, in den Kategorien "Inhalt & Redaktion", "Service & Dialog" und "User-Experience".

Das Ergebnis ist für die meisten Vereine ernüchternd. "Es gibt keine klaren, einheitlichen Strukturen innerhalb vieler Vereins-Websites", sagt Berens, "unklare Navigationen, viele Seiten, die sich in neuen Fenstern öffnen - es ist oft ein Sammelsurium an Ideen ohne echtes Konzept." In vielen Kategorien erreichen die Clubs nur befriedigende Noten, im Durchschnitt kommen die Vereine auf 708 Punkte. "Dem erhöhten Kommunikationsbedarf, den die Bundesligisten heute alle haben, werden nur die wenigsten gerecht."

"Fan soll in den Zahl-Modus"

Auffällig ist das schwache Ergebnis von Borussia Dortmund. "Auf der BVB-Seite läuft man schnell in Sackgassen, es herrscht wenig Klarheit in der Navigation und Darstellung", sagt Berens. "Bei der Online-Darstellung wirkt es fast so, als ruhe sich der BVB darauf aus, dass er bereits eine große Fan-Basis hat."

Fan-Nähe: Viele Websites interpretieren diese äußerst unterschiedlich

Fan-Nähe: Viele Websites interpretieren diese äußerst unterschiedlich

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Die mangelnde Fan-Nähe ist ein Problem vieler Websites: "Die Seiten erfüllen hauptsächlich den Zweck der Kommerzialisierung. Alle fragen zuerst, ob man Ticket, Shop oder Webseite wählen will. Der Fan soll in den Zahl-Modus. Klassische Elemente wie Kundenbindung oder Content-Strategien werden vernachlässigt."

Bremen, aber auch der VfL Wolfsburg machen es da deutlich besser. "Der VfL Wolfsburg punktet, wenn es um Vernetzung, Social Media und Fan-Service geht." Wolfsburg bietet beispielsweise regelmäßige Google-Hangouts mit Spielern an, Werders Website integriert vor allem die Social-Media-Kanäle nahezu optimal.

So weit ist der FC Augsburg, das Schlusslicht im Liga-Benchmark, noch nicht. Berens sieht hier eine "klassische Vereinsseite. So, wie ich mir den Tennisclub von nebenan vorstelle. Das ist teilweise charmant und authentisch. Aber erstligareif ist das noch nicht."

Viel besser kommen allerdings auch etablierte Clubs wie Bayer 04 Leverkusen (Platz 14)  nicht weg. Berens sieht deshalb bei vielen Internet-Auftritten Nachholbedarf: "Es lässt sich doch kaum ein Thema trendiger oder emotionaler besetzen als eine Fußballvereins-Website."

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